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Do, 18. September 2008, 17:36

Software::Kernel

Zweiter Tag des Linux Kernel Summits

Ein kurzer Bericht vom zweiten Tag des Linux Kernel Summits liegt nun vor.

Eine Sitzung war dem Tracing gewidmet, einem Bereich, in dem Linux in mancher Hinsicht noch hinter DTrace von Sun zurückliegt. Dabei sind bereits diverse Lösungen vorhanden, die jedoch meist schwer zum Laufen zu bringen und damit noch nicht reif für den breiten Einsatz sind, darunter SystemTap und LTT. Tracing wird hauptsächlich von Unternehmens-Anwendern eingesetzt, die damit gelegentlich Fehler, meist aber Performance-Probleme untersuchen wollen. In der Sitzung konnten sie ihre Wünsche direkt den Kernel-Entwicklern erläutern. Linus Torvalds äußerte - wohl nicht überraschend -, dass ihn keines der bisherigen Tools überzeuge, und dass die überwiegend bereits vorhandenen einfacheren Tools mehr genutzt werden sollten. Es scheint ein gewisser Konsens zu herrschen, dass ein einfacheres Tool als SystemTap nötig sei. Aber auch SystemTap und LTT werden sicherlich weiterentwickelt. Das einzige konkrete Ergebnis der Sitzung war jedoch, dass die Diskussion auf der Linux Plumbers-Konferenz fortgesetzt wird.

Kernel-Threads werden verwendet, um Arbeiten im Kernel, die länger dauern, asynchron ausführen zu können. Neben der Workqueue-Schnittstelle gibt es noch eine Reihe von Treibern, die eigene Thread-Pools implementieren. Wie einige Entwickler feststellen, sind Workqueues bisher nicht für alle Anforderungen die ideale Lösung, unter anderem ist ihre Latenzzeit nicht begrenzt. Ein Vorschlag von Linus Torvalds sieht vor, die Workqueue-Schnittstelle zu erweitern, so dass sie einen Thread-Pool verwalten kann. Weitere Änderungen wie Interrupt-Handler, die in Threads laufen, werden durch die Echtzeit-Erweiterungen kommen. Diese Änderungen könnten schon in Linux 2.6.28 oder 2.6.29 einfließen.

Unter dem Titel »Kernel-Code mit großen Userspace-Komponenten« wurde über die Behandlung von DRI diskutiert. DRI (Direct Rendering Infrastructure) wird komplett außerhalb des Kernels entwickelt, da es noch keine stabiles API besitzt. Die Entwicklung ist immer noch im Fluss und wird dadurch erschwert, dass es keinen Standard gibt, an dem sich die Entwickler orientieren könnten, anders als in anderen Teilen des Kernels. Der einzige relevante Standard im Grafikbereich ist OpenGL, das aber nicht im Kernel implementiert werden soll. Im Verlauf der Sitzung wurden zwei Änderungen beschlossen, die den DRI-Entwicklern das Leben etwas erleichtern sollen. Es wird dem Projekt gestattet, Code für Rückwärts-Kompatibilität für einige Versionen in den Kernel-Modulen zu belassen, was normalerweise nicht gern gesehen wird. Außerdem soll der Kernel Export-Deklarationen für Symbole erhalten, deren Implementierung noch nicht Teil des Kernels ist.

Weitere Themen der Sitzungen des zweiten Tages waren die teilweise veraltete und nutzlose Dokumentation, Virtualisierung, Netzwerkcode, die Kernelgröße, eine neue Infrastruktur für Suspend und Resume und das Betreuen und Anleiten von neuen Entwicklern. So wurde beispielsweise festgestellt, dass der Kernel deutlich langsamer wächst als der verfügbare Speicher. Dennoch sind Optimierungen möglich und auch erwünscht. Eine andere Beobachtung ist, dass es immer schwieriger wird, eine minimale Konfiguration des Kernels für ein gegebenes System zu erzeugen, die auch tatsächlich läuft. Selbst Linus Torvalds gelingt dies meist nicht mehr auf Anhieb. In Kürze soll jedoch eine neue Version eines Tools erscheinen, das diese Arbeit automatisiert. Minimale Konfigurationen werden unter anderem von den Entwicklern benötigt, da sie die Compilierzeit verkürzen.

Die Zusammenfassung des des Linux Kernel Summits auf LWN.net ist zunächst nur Abonnenten zugänglich. Ab 29. September sollte sie in voller Pracht allen Lesern zur Verfügung stehen.

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