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Mi, 24. September 2008, 08:22

Software::Desktop

X.org 7.4 veröffentlicht

Über ein Jahr nach dem letzten Update hat das Team um den X-Server eine neue Version veröffentlicht - auch wenn viele Funktionen nicht wie geplant implementiert werden konnten.

Selten wurde eine neue Version des X.org-Servers so sehnsüchtig erwartet wie die Version 7.4. Die ursprünglich für den März 2008 geplante Version versprach den Anwendern eine Vielzahl von neuen Funktionen und sollte unter anderem XGE (X Generic Events), XACE (X Access Control Extension), RandR 1.3, PCI-Änderungen, XKB 2 und DRI2 enthalten. Zwar war sie bereits im Juni weitgehend fertig, konnte aber durch die Abhängigkeit von Mesa 7.1 nicht freigegeben werden. Die Bibliothek wurde erst Ende August fertiggestellt.

Die zweite Komponente, die die Freigabe von X.org 7.4 verhindert hat, war der X-Server. Version 1.5 wurde erst Anfang September freigegeben, inzwischen aber noch auf Version 1.5.1 aktualisiert.

Von den ursprünglich revolutionären Ideen ist trotz der Verspätung nur wenig geblieben. Multi Pointer X (MPX) wurde auf eine unbestimmte Zeit verschoben. Nach Angaben von Keith Packard ist es nicht einmal sicher, ob das Modul es in die Version 1.6 des X-Servers schaffen wird. Die Implementierung hängt im großen Maße von Input Hotness (XKB 2 und Xi 2) ab, doch auch diese beiden Funktionen wurden bereits vor einiger Zeit verschoben.

Anfang August hatte es auch DRI2 erwischt. Die Ursache lag darin, dass DRI2 vom Speicherverwaltungsmodul TTM abhängt. TTM von Tungsten Graphics stieß bei den Entwicklern jedoch auf Kritik und wird vermutlich in Kürze durch das auch von Intel befürwortete GEM ersetzt. Eine Umstellung von DRI2 auf GEM ist nach Einschätzung der Entwickler mit einem teilweisen Neudesign des Moduls verbunden. Daher konnte das Modul nicht mehr rechtzeitig für X.org 7.4 fertiggestellt werden. Es wurde deshalb aus der aktuellen Version von X.org vorerst entfernt.

Trotz der Einschnitte kommt X.org 7.4 mit vielen Änderungen. So wurde die PCI-Behandlung überarbeitet, Compositing-Tests für x11perf hinzugefügt und der Start- und Stop-Vorgang des Servers beschleunigt. Der Treiber xf86-video-amd wurde in xf86-video-geode umbenannt. Massive Änderungen erfuhr der Intel-Grafiktreiber. Die Unterstützung von XvMC und EXA in xf86-video-intel wurde verbessert und Unterstützung für GMA X4500/X4500HD-Chipsätze hinzugefügt.

Dem xf86-video-ati-Treiber wurde eine 3D-Unterstützung für die Chipfamilie R500 und eine Mode-Setting-Funktion für R600 spendiert. Weitere Verbesserungen erfuhr die Interaktion mit dem AtomBIOS-Treiber. Ferner haben die Entwickler dem RadeonHD-Treiber diverse neue Funktionen hinzugefügt. Unter anderem unterstützt die Softwarekomponente xf86-video-radeonhd Radeon HD 4800-Chipsätze. Der xf86-video-nv-Treiber für eine beschleunigte 2D-Ausgabe wurde ebenfalls verbessert und unterstützt auch GeForce 9- und GeForce GTX-Karten.

Viele der ursprünglich geplanten Funktionen werden erst in der kommenden Version des Servers enthalten sein. Laut Keith Packard soll die Veröffentlichung nicht mehr so lange auf sich warten lassen. Aller Voraussicht nach wird X-Server 1.6 bis Ende des Jahres fertiggestellt. Wann die nächste Version von X.org erscheint, ist noch nicht klar.

Seit Version 7.0 von X.org ist der freie Server modular aufgebaut und lässt sich mit Hilfe der GNU Autotools compilieren. Es besteht nun aus einer Anzahl von unabhängigen Modulen, die von den Entwicklern separat gepflegt und weiterentwickelt werden. Die neue Version 7.4 von X.org kann ab sofort im Quellcode vom Server des Projekts oder einem der zahlreichen Mirror-Server heruntergeladen werden.

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