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Mo, 29. September 2008, 10:51

Gemeinschaft::Personen

Richard Stallman gegen »ruinöse Kompromisse«

Anlässlich des 25. Geburtstages des GNU-Projektes hat Richard Stallman nochmals betont, dass freie Software eine Frage der Ethik sei, und vor falschen Kompromissen gewarnt.

Das Ziel der von Stallman im Zuge des GNU-Projektes mitgegründeten Free Software Foundation bleibt es laut Stallman, jede Software frei zu machen, so dass jeder Anwender der Software frei ist, Teil der Gemeinschaft werden und sich beteiligen kann. Unfreie Software gebe den Entwicklern eine ungerechte Macht über die Anwender, die die FSF stoppen will.

Da die FSF ihre Ziele nur langfristig erreichen kann, muss sie Kompromisse eingehen. Als Beispiele nennt Stallman die Patentschutz-Klauseln der GPLv3, die gegenüber den ursprünglichen Absichten der FSF abgeschwächt wurden. Auch die LGPL sei ein Kompromiss, um die Verwendung von freien Bibliotheken in unfreien Programmen zu ermöglichen.

Es gibt jedoch Kompromisse, die laut Stallman nicht akzeptabel sind. Ruinöse Kompromisse seien solche, die langfristig den Zielen der FSF entgegenstehen. Besonders prangert Stallman Distributionen an, die unfreie Software mitliefern. Die FSF könne nur Distributionen empfehlen, die solche ruinösen Kompromisse vermeiden. Es gehe natürlich nicht darum, den Anwendern die Benutzung unfreier Software zu verbieten, denn freie Software darf für jeden Zweck genutzt werden.

Es ist weiterhin ein Ziel der FSF, mehr Benutzer zu freier Software zu bringen. Um dies zu erreichen, ist es laut Stallman gerechtfertigt, auf die Attraktivität einiger freier Programme hinzuweisen. Wenn dabei aber der Aspekt der Freiheit in den Hintergrund gestellt wird, entspricht dies aber weitgehend dem, was »Open Source« ausmacht, ein Begriff, den Stallman ablehnt. Die praktischen Vorzüge von freier Software seien zweitrangig, die Information der Benutzer über den Wert der Freiheit sei immer noch primäres Ziel.

Viele Distributionen enthalten zur Zeit unfreie Komponenten, um den Benutzern bestimmte Anwendungen zu ermöglichen (z.B. Flash) oder bestimmte Hardware besser zu unterstützen. Für Stallman ist das ein Hinleiten der Benutzer zu unfreier Software. Da für ihn unfreie Software das eigentliche Problem ist, verurteilt er diesen Zustand. Benutzer, die zu freier Software wechseln wollen, ohne das Ziel der Freiheit zu kompromittieren, sollten sich an den Distributionen und Programmen in der Ressourcen-Liste der FSF orientieren. »Es nützt nichts, schneller zu gehen, wenn man den falschen Weg nimmt«, so Stallman abschließend.

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