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Mo, 6. Oktober 2008, 17:47

Software::Büro

OOXML-Protest in Norwegen

Dreizehn Mitglieder haben das für die Standardisierung von OOXML zuständige Komitee der norwegischen Standardisierungsorganisation aus Protest verlassen.

Im April 2008 hatte die ISO/IEC das Microsoft-Dokumentenformat OOXML mit knapper Not zum Standard erhoben, nachdem es im September 2007 noch durchgefallen war. Dabei hatte es zwischen der ersten und der zweiten Abstimmungen keine nennenswerten Verbesserungen an dem Format gegeben, lediglich vage Andeutungen der ISO, den Standard nach der Annahme verbessern zu wollen. Auch nach Ablehnung aller formellen Einsprüche wurde der Standard noch nicht publiziert, was ihn nach Ansicht einiger ISO-Mitglieder wegen der Fristüberschreitung längst ungültig gemacht hat.

Weitere Einsprüche wird es aber voraussichtlich nicht geben, selbst wenn die ISO ihre Satzung nochmals verletzen sollte. Die am stärksten betroffenen Länder haben bereits laut über die Gründung einer Alternative zur ISO nachgedacht, die die Interessen der Entwicklungsländer stärker berücksichtigen würde.

Mittlerweile scheint die Publikation des Standards bevorzustehen, die Dokumente tauchten bei no-ooxml.org auf.

Schon vor der ersten Abstimmung über den Standard hatte es Berichte über weltweite massive Manipulationen der nationalen Standardisierungsorganisationen durch Microsoft-Vertreter gegeben. Auch in Norwegen gab es Unregelmäßigkeiten. Norwegen hatte bei der finalen Abstimmung der ISO mit Ja gestimmt, obwohl zuvor 21 von 23 Mitgliedern des nationalen Standardisierungskomitees mit Nein gestimmt hatten.

Diese Unregelmäßigkeit wollen nun 13 der 23 Mitglieder des Komitees nicht mehr hinnehmen und erklären gemeinsam ihren Austritt aus der Organisation. Die Erklärung gebraucht überaus deutliche Worte, um auf den Missstand hinzuweisen: »Es ist betrüblich, wenn Organisationen, die im Interesse des Gemeinwohls arbeiten, versagen. Durch die Arbeit zu OOXML hat Standard Norge klar und deutlich gezeigt, dass sie nicht in der Lage ist, Norwegen in der ISO zu repräsentieren... Standard Norge hat sich entschieden, sich über ihr eigenes Technisches Kommittee hinwegzusetzen und mit Ja für eine Spezifikation zu stimmen, die unreif, nutzlos und unwürdig ist, ISO-Standard genannt zu werden. Standard Norge hat durch die Art und Weise, wie sie den Prozess handhabte, ihre Glaubwürdigkeit im IT-Bereich verloren. Standard Norge hat ihre eigenen kommerziellen Interessen über das gestellt, was das Beste für die Gesellschaft, technisch am praktikabelsten und aus professioneller Sicht ratsam ist.«

Die Unterzeichner sind der Ansicht, dass sie durch die weitere Beteiligung an der Arbeit bei Standard Norge ihre professionelle Glaubwürdigkeit verlieren. Sie wollen ihre Arbeit für bessere Standards in anderen Organisationen als Standard Norway fortsetzen. Sie kritisieren, dass die Administration von Standard Norge 37 identischen Briefen von Microsoft-Partnern, die kein einziges professionelles Argument enthielten, mehr vertraute als ihrem eigenen Technischen Kommittee. Die Regeln seien durch die Administration im laufenden Verfahren geändert worden. Dadurch sei das Verfahren bei Standard Norge unberechenbar geworden, und es gebe keinen Weg, die Entscheidung anzufechten.

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