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Mo, 20. Oktober 2008, 15:19

Gesellschaft::Politik/Recht

EUPL statt GPLv3

Auf dem European Opensource Lawyers Event erklärte Emmanuel Schmitz, Direktor der European Studies der weltweit agierenden IT-Firma Unisys, welche Vorteile die European Union Public Licence (EUPL) gegenüber der aktuellen Version der GNU Public Licence (GPLv3) haben soll.

Für öffentliche Verwaltungen und Unternehmen soll die am 24. September 2008 auf dem European Opensource Lawyers Event in Paris präsentierte EUPL besser als die GPLv3 sein. Laut Schmitz haben beide Lizenzen sehr ähnliche Funktionen, unterscheiden sich aber grundlegend in Geist und Schrift. So ist die GPLv3 sehr komplex, schwer zu lesen und drei mal länger als die EUPL.

Schmitz wies in seiner Präsentation darauf hin, dass die GPLv3 viele Mängel habe, beispielsweise Auflagen und Verbindlichkeiten, und nicht so leicht in verschiedenen Sprachen und Gerichtsbarkeiten anzuwenden ist. Die EUPL dagegen sei so entworfen, dass sie in allen Mitgliedsstaaten der EU greife, sich mit EU-Recht und den Gesetzen der einzelnen Mitgliedsstaaten vertrage. Die EUPL ist kompatibel zur GPL, so dass Entwicklungen, welche beide Lizenzen verwenden, problemlos unter die GPL gestellt werden können.

Neulinge im Bereich der Open-Source-Lizenzen, welche die mit Open Source einhergehenden Risiken und Verpflichtungen verstehen wollen, fahren besser, wenn sie die EUPL lesen, so Schmitz. Die Lizenz der EU ist in 22 Sprachen vorhanden, während die GPLv3 offiziell nur in Englisch veröffentlicht wurde. Bei allen Veröffentlichungen der EU sind Übersetzungen in die jeweiligen Landessprachen Pflicht. Alle von der EU anerkannten Versionen sind somit identisch. Bei der GPLv3 sind sprachliche Unterschiede einer der Hauptrisikofaktoren. Ein Fehler in der Übersetzung kann fatale Folgen für die ganze Gemeinschaft rund um freie Software haben.

Die EUPL wurde ursprünglich in Englisch, Deutsch und Französisch veröffentlicht und im Januar 2007 von der Europäischen Kommission anerkannt. Im Januar dieses Jahres war sie offiziell in alle 22 Sprachen der Mitgliedsländer übersetzt. Die Lizenz wird unter anderem für von der Kommission selbst entwickelte Applikationen, beispielsweise Statistikanwendungen von Eurostat, benutzt. Die GPLv3 wurde im Juni 2007 veröffentlicht und schon im Vorfeld heftig kritisiert, zu restriktiv zu sein. Nichtsdestotrotz haben sich laut Palamida schon mindestens 3526 Open-Source-Projekte für diese Lizenz entschieden. Laut Schmitz will die neue EUPL nicht mit der GPL wetteifern, sondern eine interessante Alternative für Verwaltungen sein, die ihre Software unter eine Open-Source-Lizenz stellen wollen.

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