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Thema: Linux Foundation berechnet den Wert von Linux

43 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von stefan am Mi, 22. Oktober 2008 um 15:09 #
Eine vollständige Neuentwicklung in proprietärer Weise, wie sie Microsoft mit Windows geleistet hat, wäre heute nicht mehr möglich, glauben die Autoren.

... dann heisst das ex negativo ja auch, dass Weder MS noch Apple zu gravierenden Neuerungen fähig wären und nur den eingeschlagenen Weg weitergehen können - bis die Sohlen irgendwann durchgelatscht sind. Einen neuerlichen "Grossen Wurf" wie zB hin zu NextStep/OS-X oder hin zu NT5/Win2k wird es nicht mehr geben.

Das bliebe abzuwarten ...

  • Score: 3 Von der fragende am Mi, 22. Oktober 2008 um 15:29 #
    Aber entstehen nicht immerwieder Ansätze zur Entwicklung neuer Betriebssysteme? Z.B. wäre auch Zeta/BeOS (fällt mir als einziges nicht linux/bsd basiertes ein... - RIP ;)) nach dieser Auffassung nicht möglich.

    Ich denke, dass sie in ihrem Aufsatz von der gegenwärtigen (enormen) Größe ausgehen, und das ist in der Tat in absehbarer Zeit für eine kleine Softwareschmiede kaum noch auzuholen.
    Andererseits: wer sagt denn, dass ein OS sämtliche HW unterstützen muss? Siehe Apple oder WindowsMobile...

    Jedenfalls sehe ich keine vernünftige Verwendung für diese Studie. Interessant: ja, verwertbar: nö.

    • Score: 3 Von rl am Mi, 22. Oktober 2008 um 15:55 #
      Ich könnte mir ein neues,
      völlig abgespecktes Betriebssystem vorstellen,
      das für multi Prozessor Systeme/Kerne geeignet ist.

      Dabei könnte ein Teil der Intelligenz an die Hardwarehersteller ausgelagert werden.
      Dazu braucht man nur standardisierter Protokolle.
      - Plattenhersteller kümmert sich um das Filesystem und bietet dies als Server an
      - Grafikkartenhersteller kümmert sich um Grafik (und evtl. Audio) und bietet dies als Server an
      etc.

      Das (Rest-)Betriebssystem könnte nur noch sehr wenig aber sehr effizient

      Die Kosten für ein solch abgespecktes Betriebssystem sollten nicht so astrononisch sein.
      Man muss ja nicht bei Adam und Eva neu beginnen :-)

      PS: Das alte Zeugs läuft dann halt in einer VM

    Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:20 #
    Hab letztens eine ganz interessante Diskussion mit Bill Gates und Steve Jobs auch Youtube gesehn. Darauf hob Jobs hervor, dass der PC sozusagen die einzige Plattform ist, auf der so viel unterschiedliche Hardware mithilfe eines Systems - Windows - gebändigt werden konnte. Und dass auf anderen Plattformen proprietäre Lösungen absoluter Standard seien.
    Und wer sich das aktuelle Betriebssystemangebot einmal anschaut, stellt schnell fest, wie viele Systeme es gibt - ob experimentelle Neuentwicklung oder full-featured Umgebung (letzteres lässt sich ja mit einer GNU-Umgebung zumindest übergangsweise schnell beheben).
    Nur dummerweise gibts meistens nicht genug Treiber, aber vielleicht kann man das ja durch Virtualisierung beheben (in Windows 7 wird Abwärtskompatiblität abgeschafft, stattdessen wird die alte Software in der VM gestartet)...
    Score: 3 Von catdog2 am Mi, 22. Oktober 2008 um 18:12 #
    MacOS X ist ja schon keine vollständige Neuentwicklung sondern basiert in weiten Teilen auf freiem Code.

    Gut möglich, dass M$, sollten sie wirklich mal neu anfangen einen ähnlichen Weg gehen wird. Eine vollständige Neuentwicklung eines Betriebsystems (vom kernel bis zu den Anwendungen/APIs), dass dem Stand der heute üblichen Systeme entspricht wäre wohl für eine einzelne Firma kaum zu stemmen oder würde sich nicht rechnen.

    • Score: 3 Von Sierk am Do, 23. Oktober 2008 um 01:03 #
      > Gut möglich, dass M$, sollten sie wirklich mal neu anfangen einen ähnlichen Weg gehen wird.

      Microsoft HAT in dieser Hinsicht bereits neu angefangen. Ich nenne da mal das Projekt Singularity respektive Midori (Midori ist einer Weiterentwicklung auf Basis von Singularity).
      Singularitys Quelltext ist öffentlich unter http://www.codeplex.com/singularity verfügbar/einsehbar bzw. unterliegt einer von der OSI akzeptierten Open-Source-Lizenz. Qualifizierte Mitarbeit von allen Seiten ist von Microsoft ausdrücklich erwünscht.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Singularity
      http://de.wikipedia.org/wiki/Microsoft#Gegenwart
      http://research.microsoft.com/os/singularity/
      http://www.codeplex.com/singularity
      http://tinyurl.com/59a6js
      http://tinyurl.com/5738d9

      > Eine vollständige Neuentwicklung eines Betriebsystems (vom kernel bis zu den Anwendungen/APIs), dass dem Stand der heute üblichen Systeme entspricht wäre wohl für eine
      > einzelne Firma kaum zu stemmen oder würde sich nicht rechnen.

      Siehe oben.
      Ob Singularity/Midori als Endprodukt jemals den Namen Windows tragen wird, oder ob Microsoft den Namen Windows mit der alten, bisherigen Codelinie brechen wird, um einen ganz neuen Namen ins Feld zu führen, der den Namen Windows im verkaufsfähigen Endprodukt ablöst, steht noch in den Sternen. Ebenso unbekannt ist auch, ob dieses neuen Produkt, sollte es doch namentlich die Windows-Reihe fortsetzen, Windows 8 oder 9 oder 10 oder Windows irgendwas heißt. Ganz bestimmt wird Microsoft aber dieses derzeit ausdrückliche Forschungsprojekt Singularity/Midori nicht einfach so und für die Katz derzeit entwickeln bzw. wenigstens teilweise diesbzgl. die Quellen geöffnet haben -- ich denke, dass das, woran man dort im Rahmen dieser Spielwiese Singularity/Midori arbeitet, experimentiert und forscht, eines Tages Grundlage für ein ganz neues Betriebssystem aus dem Hause Microsoft sein wird, was mit dem bisherigen Windows nichts aber auch gar nichts mehr gemein hat und wo nicht eine Zeile Code auf der anderen geblieben wird. Es wird etwas völlig Neues sein. Etwas, woran durch die gewählte Open-Source-Lizenz viele Menschen und Experten mitgearbeitet haben.
      Es bleibt bzw. wird also spannend, und wir harren gespannt der Dinge, die da noch kommen werden. :-)

    Score: 3 Von Pete am Mi, 22. Oktober 2008 um 21:46 #
    Ich interprtiere den Satz so, dass es keine Firma heute mehr finanziell und ressourcenmäßig mehr schafen kann, eine vollständihe Neuentwicklung eines Betriebssystems durchzuführen.
    Daraus würde ich nicht schließen, dass bestehende OS von MS nicht grundlegend geändert werden kann. Ich denke, der Ansatz ist viel umfassender gemeint.

    Ich sehe darin auch den Grund schlechtin, warum sich die Konkurrenz von MS für OSS engagiert. Ihnen bleibt schlichtweg nichts anderes übrig, wenn sie in den Markt zu MS eintreten wollen. Ich vermute einen ähnlichen Gedanken bei der Auswahl von Shuttleworth von Debian. Was hätte er sonst nehmen sollen? Das soll aber nicht böse oder gar flamig gemeint sein.

    Score: 3 Von Mathias am Fr, 24. Oktober 2008 um 10:51 #
    Win2k war zwars eine Neuentwicklung, enthaelt aber im Gegensatz zu einer Linux Distribution sehr viel weniger Code, da z.B. Officepakete nicht im Distributionsumfang enthalten sind und diese per Abwertskompabilitaet zunaechst von einem aelteren System uebernommen wurden.

    Anders sieht die Sache bei MacOS-X aus. Hier wurde, meines Wissens, keine Abwertskompabilitaet gewahrt, jedoch ist MacOS-X eher eine neue GUI fuer ein BSD, nicht eine komplette Neuentwicklung.

Score: 3 Von Sozialist am Mi, 22. Oktober 2008 um 15:30 #
Warum macht man sich über einen rein fiktiven Wert solche Gedanken ?

Linux ist dank seiner freien Lizenz Allgemeineigentum das jedem frei nach seinen Bedürfnissen zur Verfügung steht, da macht es auch keinen Sinn denn Wert in Papiergeld zu messen den die Werte die von freier Software vertreten werden sind in erster lienie nicht kommerziell auch wenn sie die kommerzielle Nutzung nicht ausschließen.

Linux ist schließlich der beste Beweis dafür das ein soziales und demokratisches Gemeinwesen auch jenseits der rein kommerziellen Interessen bestehen und gedeihen kann.

  • Score: 3 Von Sepps Rache am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:04 #
    > Warum macht man sich über einen rein fiktiven Wert solche Gedanken ?

    Vielleicht um festzustellen, daß man heute stinkreich wäre und neben dem ehrenamtlichen Programmieren nicht noch einen Vollzeitjob ausüben müsste, um sich mit 1.500 EUR brutto im Monat über Wasser zu halten?

    Score: 3 Von zettberlin am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:07 #
    > Warum macht man sich über einen rein fiktiven Wert solche Gedanken ?

    Weil man vielleicht ab und zu mal darüber nachdenken sollte, wieviel Arbeit hinter einem Wert steckt, den man täglich zum eigenen Vorteil nutzen kann?

    Score: 3 Von stefan am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:08 #
    Schwachsinn! Wo wäre denn Linux heute ohne die direkte und indirekte Unterstützung von SUN, Intel, IBM, Novell, RedHat und 1000 anderen Unternehmen mit HÖCHST kommerziellen Interessen?

    Es hätte nie den Server der Universität Helsinki verlassen, und Stallman's POSIX Clone wäre auch heute noch vielen hier vollkommen unbekannt.

    • Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:29 #
      Wo wäre Linux, wenn SUN, Intel, IBM, Novell, RedHat und SuSE (ich glaube das sind die erwähnenswerten kommerziellen Contributoren) nicht dran mitgewirkt hätten?
      Es wäre dann vielleicht nicht auf - ohnehin überholten - Großrechnern lauffähig und wäre für andere große Server weniger interessant. Aber ich glaube im Desktopbereich wäre es fast das selbe gewesen.
      Abgesehen davon, im Serverbereich gibt es auch so genug Alternativen. Ich finde nicht, dass Linux da besonders heraussticht. Konfiguration ist unter Windows einfacher, Stabilität und Geschwindigkeit ist prinzipiell auch für unerfahrenere Administratoren unter FreeBSD leichter zu bekommen - nicht zu sprechen von anderen UNIX-Varianten. Letztendlich ist es doch wie bei Java, ein Hype, viele Leute wollen es, obwohl es bessere Lösungen für sie gibt.

      BTW: Was tuen SUN, Intel, IBM und wie sie alle heißen im Desktopbereich? Richtig, nichts.

      • Score: 3 Von thacrazze am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:39 #
        Sun entwicklet nicht an Linux mit, sondern nur an ihrem eigenen Solaris. Und im Desktopbereich entwickelt Sun aktiv an X.Org und Gnome mit und sie entwickeln auch Desktop-Anwendungen wie OpenOffice.org und VirtualBox.
        Score: 3 Von cha am Mi, 22. Oktober 2008 um 16:46 #
        @Joe:
        "BTW: Was tuen SUN, Intel, IBM und wie sie alle heißen im Desktopbereich? Richtig, nichts."
        SUN & OpenSolaris / Java? Intels Grafikkarten- und Chipsatztreiber? IBM und diverse Ram-Stacks?
        Junge, du hast absolut _gar keine_ Ahnung was du da für einen Unsinn verzapfst.
        • Score: 3 Von Jörg am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:04 #
          Joe hat nicht unrecht. Würde man mit Linux kein Geld verdienen können, wäre Linux nicht dort, wo es jetzt ist. Auch "Kapitalisten" und bezahlte Entwickler haben einen Anteil an Linux. Ich habe aber kein Problem damit.
          Linux = Sozialismus? Wohl fast schon Kommunismus :-)
          Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:18 #
          OpenSolaris? WER benutzt das? Abgesehen von langjährigen Solarisusern und Betriebssystementhusiasten wohl nicht allzu viele. Abgesehen davon ist OpenSolaris kein neues Betriebssystem. Auch wenn es marketingmäßig in die selbe Richtung wie die Öffnung von Java geht.
          Ähm, wie willst du einen Itaniumserver unter Linux betreiben, wenn du keine Treiber dafür hast? Und die Grafikkartentreiber, nun ja... Die einzig vernünftigen Grafikkartentreiber für X.org liefern NVidia und mittlerweile auch "ATI".
          IBM und diverse Ram-Stacks? Was meinst du damit? 400TB-Rammodule für Großrechner? ;-)
          Ich sehe es einfach von der praktischen Seite. Auf dem Desktop muss man einfach für alles rumfrickeln, wofür man unter Systemen wie Windows oder MacOS nur einen Klick investiert. Flash unter Linux ist ein Witz, vernünftige OpenGL-3D-Beschleunigung ist, wenn man keine NVidia-Karte hat für einen Einsteiger oft nicht bewerkstelligbar. Abgesehen davon ist X.org, nun ja, nicht gerade das tollste Window system. Langsam und kompliziert.
          Diese Sachen sind ja nicht gerade Neuigkeiten, sondern bei mir seit 10 Jahren ein Thema. Ich nehme an, dass du entweder unter Linux nur die Konsole verwendest oder in Wirklichkeit selber _keine_ Ahnung hast.
          • Score: 3 Von cha am Mi, 22. Oktober 2008 um 18:38 #
            ICH benutze OpenSolaris, mein halber Freundeskreis nutzt OpenSolaris, im Büro nutzen wir OpenSolaris und bei meinem vorherigen Arbeitgeber haben wir auch OpenSolaris benutzt.
            Die einzig vernünftigen Grafikkartentreiber? Intel sind die einzigen, die alle ihre Spezifikationen freigeben und zudem _selbst_ freie Treiber entwickeln. Das ist vernünftigt.
            Schon mitbekommen, dass IBM auch Serverspeicher für den mid-end Bereich herstellt?
            Flash unter Linux ist ein Witz weil's proprietär ist - beschwer dich nicht über Linux (und andere Unixe) sondern über Adobe. 3D-Beschleunigung habe ich bei _jeder_ Distribution mit meiner Intel-Grafikkarte sofort zur Verfügung. Da suckt deine ach-so-vernünftige nVidia und ATI um einiges mehr.
            Wenn du x.org für langsam und kompliziert hälst, dann entwickel doch ein neues System. Zwingt dich niemand, x.org zu benutzen. Im übrigen empfinde ich x.org als sehr schnell und nachdem ich mich für einige embeded-Systeme mal ein wenig im Code umgesehen habe auch als sehr effizient. Ein Window-System (was auch immer das ist) ist x.org auch gar nicht.

            Im Übrigen ist x.org erst 4 Jahre, das nVidia-x.org-Modul kann also auch nicht älter sein (und das proprietäre xfree86-Modul gibts auch erst seit 7 Jahren).
            Nein, ich arbeite auf meiner Workstation nicht auf der Konsole, wieso auch, ich will es komfortabel haben. Und das habe ich, mit OpenSolaris, einem schnellen x.org, freien Intel-Treibern und IBM-Ram mit im (freien!) Kernel verfügbarem DRT. Die Frage, wer hier keine Ahnung hat, stelle ich hiermit in den Raum.

            • Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 20:39 #
              >ICH benutze OpenSolaris, mein halber Freundeskreis nutzt OpenSolaris, im Büro nutzen wir OpenSolaris
              > und bei meinem vorherigen Arbeitgeber haben wir auch OpenSolaris benutzt.
              Ok, ich weiß nicht, aus welchen Gründ ihr Solaris benutzt. Aber die allermeisten Leute, die Solaris benutzen, kommen bereits aus einem derartigen Umfeld. Und diese Umfelder sind meistens nur in Firmen zu finden, insbesondere da, wo Server oder Sun Workstations stehen.
              >Die einzig vernünftigen Grafikkartentreiber? Intel sind die einzigen, die alle ihre Spezifikationen
              >freigeben und zudem _selbst_ freie Treiber entwickeln. Das ist vernünftigt.
              Das macht die Treiber nicht besser...
              >Schon mitbekommen, dass IBM auch Serverspeicher für den mid-end Bereich herstellt?
              Schon mitbekommen, es geht um Desktops...
              >Flash unter Linux ist ein Witz weil's proprietär ist - beschwer dich nicht über Linux (und andere
              > Unixe) sondern über Adobe.
              Aber das ist doch gerade der Punkt. Adobe ist eine Firma, sich auf Desktopprodukte spezialisiert hat. Und wie das in dem Bereich so ist, bleibt Linux außen vor. Ich beschwere mich ja nicht über Linux, sondern über die Politik der Firmen gegebenüber Linux.
              >3D-Beschleunigung habe ich bei _jeder_ Distribution mit meiner Intel-Grafikkarte sofort zur Verfügung.
              >Da suckt deine ach-so-vernünftige nVidia und ATI um einiges mehr.
              Dafür suckt deine Intel-Grafikkarte perfomancemäßig ;-). Jemand der ernsthafte 3D-Perfomance braucht, kauft sich eine ATI oder NVidia.
              >Wenn du x.org für langsam und kompliziert hälst, dann entwickel doch ein neues System. Zwingt dich
              > niemand, x.org zu benutzen. Im übrigen empfinde ich x.org als sehr schnell und nachdem ich mich für
              > einige embeded-Systeme mal ein wenig im Code umgesehen habe auch als sehr effizient. Ein
              > Window-System (was auch immer das ist) ist x.org auch gar nicht.
              Es gibt genügend Ansätze für Alternativsysteme, Y, um nur eines zu nennen. Zum Perfomancevergleich eignet sich übrigens MacOS, welches rasend schnelle 2D-Grafik bietet (benutz mal ein Grafiktablett unter Linux und unter MacOS). Oder um mal ein paar leichter sichtbare Probleme aufzuzählen: Je nach dem wie viele Fenster ich auf habe oder was für welche (alles in allem aber nur ganz normale 2D-Sachen oder aufwändige Grafikmonster) nimmt x.org 80% meiner CPU-Zeit. Und der Grund dafür ist das veraltete Design von x.org. Letzteres führt dann zu grundlosen Instabilitäten.
              Oder Thema 3D-Grafik: Mal funktioniert sie vernünftig, mal nicht. Wenn nicht, dann kanns zB bei Blender sein, dass nur der Vollbildmodus funktioniert (oder umgekehrt) oder Antialiasing funktioniert nicht oder... Ich hatte schon jedes denkbare Problem damit, was mir auch deutlich den Spaß an sowas verdorben hat.
              Hmm... unter X gibt es Fenster, selbst ohne Fenstermanager - deshalb ist der Name Window-System glaube ich mehr als gerechtfertigt.
              >Im Übrigen ist x.org erst 4 Jahre, das nVidia-x.org-Modul kann also auch nicht älter sein (und das
              > proprietäre xfree86-Modul gibts auch erst seit 7 Jahren).
              XFree86 ist 1991 entstanden, X11 (auch bekannt als "X Window System") gibt es seit 1984.
              >Nein, ich arbeite auf meiner Workstation nicht auf der Konsole, wieso auch, ich will es komfortabel
              > haben. Und das habe ich, mit OpenSolaris, einem schnellen x.org, freien Intel-Treibern und IBM-Ram
              > mit im (freien!) Kernel verfügbarem DRT. Die Frage, wer hier keine Ahnung hat, stelle ich hiermit in
              > den Raum.
              Ok, ich benutze Linux...
              • Score: 3 Von cha am Do, 23. Oktober 2008 um 16:15 #
                1. OpenSolaris: Ist eigentlich auch irrelevant - ich wollte OpenSolaris hiermit auch nicht als weit verbreitetes 08/15 System outen, sondern dir klar machen, dass nicht _nur_ überg33ks alternative (also auch zu Linux alternative) Systeme nutzen.
                2. Intel-Treiber: Vor 2 Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass die freien Inteltreiber mit meiner Intel-Grafikkarte unter Linux stabiler laufen als die proprietären nVidia-Treiber. Deshalb sage ich: doch (zumindest zu dieser Zeit) _waren_ die Intel-Treiber besser.
                3. Intel Performance: Ich spiele keine aufwändigen 3D-Spiele und lasse, wenn ich mal 3D-Objekte rendere, das ganze über eine Serverfarm laufen. Da laufen Rechner mit einem von nVidia hergestelltem embeded System und Quadro FX-Karten, bleibt also bei der Diskussion aussen vor. Was interessieren mich Performanceunterschiede von meiner Karte mit anderen Karten deren Treiber nicht stabil laufen? Qualität vor Quantität.
                4. Grafiktablett: Oft genug unter Linux, OSX und sogar Windows genutzt, auf _keinem_ der Systeme irgendeinen spürbaren unterschied festgestellt (überall mit dem gleichen Digitizer, ein Wacom Cintiq 21UX).
                5. X und Fenster: X ist genau genommen lediglich eine abstraction layer, nicht mehr, nicht weniger.
                6. XFree86: Was willst du mir mit deiner Aussage mitteilen? Ich sprach von der Existenz der nVidia-Module, nicht von der Existenz der X-Server selbst.
                7. Ich benutze es auch, aber nicht nur.

                Noch eines:
                Schon mal daran gedacht, dass die schlechte Performance (80% CPU-Last) und die Probleme in Blender (ich arbeite zwar nicht all zu oft mit Blender, aber auch nicht selten (und das mit meiner Intel-Graka)) vielleicht eben genau daher kommen, dass du proprietäre Treiber einsetzt? Du glaubst doch wohl nicht selbst, dass nVidia und wie sie alle heißen viel Geld in die Speicherverwaltung ihrer proprietären Treiber investiert - deren Treiber sind doch nur Randprodukte. Ist genau das gleiche wie mit Adobe: von Desktopbereich-Unterstützung kann man hier definitiv nicht sprechen. Gerade deshalb halte ich freie Treiber (wie die von Intel), die von der Community angepasst und für den Desktopbereich spezifiert wurden um einiges besser, da kannst du mir mit deinen Kommerzargumenten kommen wie du willst.

        Score: 3 Von stefan am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:02 #
        So wie ich es sehe, ist allein das Bereitstellen von Open Office ein RIESIGER Beitrag zum Erfolg von Linux. Ich kenne einige User, für die ein Umstieg auf Linux nur möglich war, weil ihnen OOo "gewohntes" Arbeiten ermöglichte. Das ist nur EIN Beitrag, den SUN leistet, über Java reden wir erst gar nicht.

        Intel unterstützt (eigennützig, aber immerhin) Entwicklungen für Linux und dokumentiert seine Graphik Chips, womit preiswerte, freie Systeme möglich werden.
        Novell hat den eMail Client programmiert, den ich bevorzugt nutze (und der sich so herrlich in das von SUN unterstützte GNOME einfügt); auch hier ist das Produkt ein wichtiger Beitrag zum "Desktop-Linux", denn die erfolgreichste Linux Distribution der Welt installiert evolution standardmässig - und viele Umsteiger und Interessierte sind froh mit dem "gewohnten" Look & Feel.
        RedHat schnürt eine Distribution, die frei verügbar und ebenfalls sehr erfolgreich ist, entwickelt ein eigenes Paketformat und macht es publik....

        Ich will damit keinesfalls die Leistung der vielen Freiwilligen schmälern. Für mich persönlich ist debian die Krone der Schöpfung und gerade eben diese Distribution ist immer zuallererst auf den Schultern von Freiwilligen getragen worden. Aber auch debian profitiert von den kommerziellen Anbietern, und sei es nur, weil viele debian Programmierer im Hauptjob bei einer der oben genannten Firmen arbeiten.

        • Score: 3 Von Jörg am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:07 #
          "Debian die Krone der Schöpfung" Wie geil ist das denn? Aber: volle Zustimmung.
          Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:29 #
          Java wurde nicht primär für Linux entwickelt. Im übrigen war über Jahre die Blacksun Java VM von IBM ziemlich populär. Und die JRE unter Linux gilt unter Javaprogrammierern als ziemlich schlecht.
          Ok, bei Evolution gebe ich dir prinzipiell recht (auch wenn es eigentlich maßgeblich von Ximian entwickelt wurde). OpenOffice (a.k.a. StarOffice) gab es vorher schon seit Ewigkeiten und wurde einfach nur immer offener. Das sehe ich jetzt nicht als großartigen Beitrag. Dafür ist es auch einfach nicht mit Office vergleichbar, höchstens mit Works oder der alten Lotus Office Suite. Ich kenne übrigens einige User, für die das ein Hindernis ist zu Linux zu wechseln. Es gibt einfach nichts vergleichbares zu Powerpoint und Word. Von Access, Visio und OneNote nicht zu sprechen.

          Na gut, ich wollte auch nicht sagen, dass die Kommerziellen nicht positiven Einfluss auf Linux hätten. Aber letztendlich ist es doch alles auf den Serverbereich ausgerichtet. Und als langjähriger Linuxuser, der auch gerne Multimediaanwendungen nutzt, merke ich das leider immer wieder.

          • Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:40 #
            BTW: Bei RedHat und Suse meine ich jetzt nicht die Distributionen, sondern die Beiträge am eigentlichen System.
            • Score: 3 Von cha am Mi, 22. Oktober 2008 um 18:42 #
              Ich habe absolut keine Probleme mit der JRE und dem JDK unter Unix-oiden Systemen.
              Mache ich deiner Meinung nach etwas falsch?

              Ps.: s.o.

              • Score: 3 Von hordipflomp am Mi, 22. Oktober 2008 um 19:19 #
                Wo wäre der Linux-Kernel ohne die ca. 70% der gezahlten Programmierer die daran gewirkt haben?

                Wo wäre KDE ohne Trolltech?

                Wo wären benutzbare freien Office-Anwendungen, wenn es nicht OpenOffice (Sun) gäbe?

                Wo bliebe die Linux-Unterstützung von HP-Druckern, wenn die HP nicht selbst schreiben würde?

                Wo wäre mein WLAN, wenn RaLink nicht die Treiber veröffentlicht hätte?

                Wo wäre ALSA ohne die vielen Beisteuerungen von SuSE/Novell?

                Wo könnte man kostenlos Linuxdistros mit geringem Installationsaufwand (fertig geschnürte Pakete) beziehen, wenn es nicht die ganzen kommerziellen Distributoren gäbe?


                http://www.pro-linux.de/news/2008/12519.html
                http://www.pro-linux.de/news/2007/10893.html
                http://www.pro-linux.de/news/2008/13302.html

                • Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 20:15 #
                  >Wo wäre der Linux-Kernel ohne die ca. 70% der gezahlten Programmierer die daran gewirkt haben?
                  In meinem Beitrag ging es mir hauptsächlich um gezielte Maßnahmen am Linux-Kernel. Nicht um bezahlte Kernelhacker, wie unter anderem auch Linux Torvalds, die prinzipiell in jedem Bereich etwas machen.
                  Abgesehen davon: Wer hat die Treiber für die ganzen USB-Devices programmiert? ;-)

                  >Wo wäre KDE ohne Trolltech?
                  Bei nem anderen Toolkit? Was hat das damit zu tun, QT war in der Zeit, in der KDE populär wurde unter Linux "nur" kostenlos. Aber das auch nur aus dem Grund, weil Linux zu der Zeit kein Mensch benutzt hat.

                  >Wo wären benutzbare freien Office-Anwendungen, wenn es nicht OpenOffice (Sun) gäbe?
                  s.o.

                  >Wo bliebe die Linux-Unterstützung von HP-Druckern, wenn die HP nicht selbst schreiben würde?
                  Wo ist der Linuxtreiber für das HP MFC-Gerät bei uns in der Firma?

                  >Wo wäre mein WLAN, wenn RaLink nicht die Treiber veröffentlicht hätte?
                  Wollen wir mal vergleichen, wie viele Hardwarehersteller Linuxsupport geben und wie viele nicht?

                  >Wo wäre ALSA ohne die vielen Beisteuerungen von SuSE/Novell?
                  Da wo es jetzt ist? ALSA ist schon seit Jaaaahren auf dem - fühlbaren - Stand, auf dem es jetzt ist. Und nicht ohne Grund wird es bald ersetzt. BTW: Schonmal JACK probiert? ;-)

                  >Wo könnte man kostenlos Linuxdistros mit geringem Installationsaufwand (fertig geschnürte Pakete)
                  > beziehen, wenn es nicht die ganzen kommerziellen Distributoren gäbe?
                  Es geht doch nicht um Distros, sondern darum, was an der _allgemeinen_ Codebase passiert.

                  • Score: 3 Von hordipflomp am Mi, 22. Oktober 2008 um 21:06 #
                    > Abgesehen davon: Wer hat die Treiber für die ganzen USB-Devices programmiert?
                    Ja wer denn? ;)

                    >>Wo wäre KDE ohne Trolltech?
                    >Bei nem anderen Toolkit?
                    Welches denn, daß nicht auch wieder zu großen Teilen von bezahlten Personen gemacht wurde? ;)

                    >Wo ist der Linuxtreiber für das HP MFC-Gerät bei uns in der Firma?
                    Schau mal auf diese Seite: http://hplipopensource.com/
                    Und wenn DEIN Drucker nicht dabei ist heißt das ja erst recht, daß es ohne bezahlte Programmierer von HP nicht funktioniert! ;)

                    > Wollen wir mal vergleichen, wie viele Hardwarehersteller Linuxsupport geben und wie viele nicht?
                    Ja, mach doch mal...

                    > BTW: Schonmal JACK probiert?
                    Du weißt aber schon, daß JACK ohne Soundkartentreiber wie z.B. ALSA nicht funktioniert? ;)
                    JACK selbst ist kein Soundkartentreiber.

                    > Es geht doch nicht um Distros...
                    Nein? Ich dachte es ging um das Thema "wo wäre Linux heute auf Desktop-PCs ohne bezahlte Programmierer", und die wenigsten wären wohl bereit sich alle nötigen Programme sebst zu kompilieren. Ergo würde es so auch nicht auf den Desktop-PC derjenigen kommen, die ein Betriebsystem einfach nur benutzen wollen. ;)

                Score: 3 Von Joe am Mi, 22. Oktober 2008 um 20:51 #
                Du benutzt nicht oft genug Java-Applets sowie AWT-Anwendungen ;-). Abgesehen davon benutzt du ja auch Solaris, schon klar, dass Sun auf ihrer Plattform eine Referenzimplementation liefertn müssen (auch wenn Windows unter Java-Programmierern als die beste Plattform für Java gilt).
    Score: 3 Von LRT am Do, 23. Oktober 2008 um 11:58 #
    Linux ist schließlich der beste Beweis dafür das ein soziales und demokratisches Gemeinwesen auch jenseits der rein kommerziellen Interessen bestehen und gedeihen kann.

    Ein schoene Legende. Leider stimmt davon nichts:

    Breaking it down farther, in the 2.6.24 kernel, it appears 13.9% of Linux had been written by people without a corporate backer. In the case of 12.9% of the contributors, the Linux Foundation was unable to pin point exactly who the programmers were working for. The rest, 74.2% was written by paid developers.

    The top ten looks like this: Red Hat, 11.2%; Novell, 8.9%; IBM, 8.3%; Intel, 4.1%; Linux Foundation, 2.6%; independent Linux consultants, 2.5%; SGI, 2.0% MIPS Technology, 1.6%; Oracle, 1.3% and MontaVista, 1.2%. Just underneath the top ten, you'll find Google at 1.1%.

    Quelle: Computerworld

    Also ein Sozialismus, wo die Sozialisten "bloss" 12,9% der Arbeit uebernehmen ?

    • Score: 3 Von dirk am Do, 23. Oktober 2008 um 17:51 #
      Ich gebe mal Stalman sinngemäß wieder:
      Linux ist kein Sozialismus, sondern freie Markwirtschaft. Jeder kann sich daran beteiligen. Wenn er nicht selbst teilnehmen kann, dann bezahlt er jemanden der programmiert, administriert, etc.
      Daraus ensteht ein freier Markt. Wenn ich selbst kein Brot herstellen kann, bezahle ich jemanden, der es für mich tut. Dadurch entsteht die allgemein bekannte Spezialisierung und Individualisierung.

      Die geschlossene Softwarewelt hingegen ist eher eine Planwirtschaft. Man kann z.b. sein proprietäres Handy nicht umprogrammieren, sondern muss es so hinnehmen und nutzen, wie es einem vorgesetzt wird.

Score: 3 Von Scotty am Mi, 22. Oktober 2008 um 17:37 #
Umgerechnet wären das also irgendwas um die 3500 Zeilen Code pro Jahr und Programmierer. Stimmt das?
Score: 3 Von unixer am Fr, 24. Oktober 2008 um 09:03 #
Wäre Linux wirklich kommerziell, so müsste es erhebliche Lizenzgebühren an die Unix-Entwickler abführen. Die Berechnung des Wertes beruht auf der Annahme, Linux wäre von Null entstanden. So ist es aber nicht, denn ohne die Vorarbeit der Unix-Entwickler wäre dies gar nicht möglich gewesen - Fazit: alles nur geklaut!

Zum Glück müssen wir uns darüber keine Gedanken machen, da Linux ja wirklich frei ist. Daher ist die Berechnung eine Milchmädchenrechnung, die keine Erkenntnisse bringt.

Score: 3 Von Sven am Fr, 24. Oktober 2008 um 10:27 #
Laut David A. Wheeler, liegt allein der Wert, des 2.6 Kernel bei $612 Millionen.[1]
Wheeler kam Oktober 2004 auf dieses Ergebnis, auf Grund eines Postings in der Kernel-Mailinglist[2]
...dort wollte ein Jeff V. Merkey $50.000 zahlen, wenn er ein Snapshot eines stabilen Kernels
unter die BSD-Lizenz bekommen würde. :-)

__________
[1]http://www.dwheeler.com/essays/linux-kernel-cost.html#results
[2]http://groups.google.com/group/linux.kernel/msg/599ea39e6aadc616

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