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Sa, 25. Oktober 2008, 13:23

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.28 tritt in die Testphase ein

Der Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 2.6.28-rc1 freigegeben, die zahlreiche Erweiterungen und Optimierungen bringt.

Der Testpatch ist größer als der für Linux 2.6.26, das Changelog dagegen ist das kleinste seit Linux 2.6.23. Die Entwicklungsgeschwindigkeit bleibt aber im selben Bereich wie in den letzten zwölf Monaten. Aus einer Statistik von Linus Torvalds geht hervor, dass die bisherigen Änderungen zu mehr als zwei Dritteln die Treiber betreffen (Sound mitgerechnet), weitere 14,2% sind architekturspezifisch. 7141 Änderungen wurden integriert und 419 Merge-Operationen mit separaten Quellcode-Archiven der Entwickler durchgeführt. Jede Änderung entfernte im Durchschnitt 39 Zeilen Code und fügte 104 hinzu. Etwa 880 Entwickler trugen zu dieser Version Code bei, soweit Torvalds ermitteln konnte. 340 davon brachten nur eine Änderung an, 183 aber mehr als zehn.

Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Freigabe von ext4 zur allgemeinen Nutzung, das Hinzufügen der Treiber aus Linux-staging, Verbesserungen des i915-Grafiktreibers mit der neuen Speicherverwaltung Graphics Execution Manager (GEM), Verbesserungen der Skalierbarkeit der Speicherverwaltung, bessere Ausnutzung des Swaps, Beschleunigung der Speicherverwaltung mit VMAP, die Möglichkeit, alle Prozesse eines Containers gemeinsam einzufrieren und die Unterstützung von Ultrawideband Radio (UWB) mit USB-WLAN auf dieser Basis.

Der neue Kernel enthält eine Option, um die unteren 64 K des Speichers auszulassen und damit zusammenhängend eine Option, den unteren Speicherbereich auf Veränderungen zu prüfen. Offenbar gibt es Anlass zur Vermutung, dass verschiedene BIOSe diesen Speicherbereich korrumpieren und damit zu Problemen bei Suspend oder zu Abstürzen führen können.

Weitere Neuerungen sind die Hinzufügung eines Subsystems, das die Einhaltung von gesetzlichen Bestimmungen für WLAN-Geräte regeln soll, das Phonet-Paketprotokoll von Nokia, das Distributed Switch Architecture-Protokoll, das Protokoll GVRP, Netzwerk-Namespaces in Netfilter, CPU-Hotplug für Xen, Version 4 des rpcbind-Protokolls, die Erkennung von angeschlossenen Kabeln bei Soundkarten, die das unterstützen.

Über sysfs kann nun eine Festplatte angewiesen werden, ihre Köpfe anzuheben und sich auf einen Aufprall vorzubereiten. In Kombination mit einem Beschleunigungsmesser könnte so versucht werden, Schäden an Festplatten bei einem Fall zu minimieren. Im Krypto-Subsystem wurde ein deterministischer Zufallsgenerator nach ANSI X9.31 A.2.4 implementiert. Mit einem Skript kann man nun eine minimale Policy für SELinux generieren.

Unter den vielen neuen Treibern, die zum Kernel hinzukamen, findet man den ATA-Chip tx4938ide, serielle Ports von Oxford Semiconductor, Mellanox ConnectX 10 Gbit/s Ethernet, mehr Backlight-Treiber, GPIO NAND Flash, USB VoIP-Telefone mit CM109-Chipsatz, SMSC LAN95XX und Spektrometer von Vernier.

Die Unterstützung für die alte Sun-4-Architektur wurde entfernt, ebenso die für serielle Ports in Coldfire. Auch Interrupt-Balancing für 32-Bit-x86-Systeme gibt es nicht mehr, da dies über externe Programme konfiguriert werden kann. Kernel, Patch- und Änderungslog-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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