Login
Login-Name Passwort


 
Newsletter
Werbung

Mi, 5. November 2008, 14:02

Gesellschaft::Politik/Recht

Wahlmaschinenhersteller wegen GPL-Verletzung verklagt

Artifex Software, die Firma hinter GhostScript, hat den Wahlmaschinenhersteller Diebold wegen einer möglichen Verletzung der Lizenz verklagt.

Während Artifex und die GhostScript-Entwickler sich noch bedeckt halten, meldet Ars Technica, dass Artifex Software eine Klage eingereicht habe, nachdem schon vor einem Jahr Hinweise auf eine Verletzung der Lizenz aufgetaucht waren. Die Klage richtet sich gegen Diebold und seine Tochterfirma »Premier Election Solutions« (PES). Diese soll in Wahlmaschinen den unter GPL stehenden PostScript- und PDF-Interpreter GhostScript verwendet haben, ohne den Bedingungen der GPL zu genügen. Das Unternehmen hätte auch eine kommerzielle Lizenz erwerben können, mit der sie von diesen Bedingungen entbunden gewesen wäre. Das hatte sie jedoch nicht getan.

Laut Information Week wurde die Klage am Bezirksgericht von Nordkalifornien, dem Standort von Artifex, eingereicht. Artifex verlangt einen sofortigen Stopp der Wahlmaschinen und 150.000 US-Dollar Schadensersatz für Einnahmen, die der Firma durch das Vorgehen von PES entgangen sind.

Für den Autor von Ars Technica sind die Anschuldigungen von Artifex, sofern sie wahr sind, ein weiterer Beweis für die breite technische Inkompetenz und unverantwortliche Geschäftspraktiken von Diebold. Diebold gehört zu den Herstellern, die behaupten, dass ihre Wahlmaschinen absolut sicher seien, und die Inspektion durch unparteiische stellen ablehnen. Entgegen dieser Behauptungen wurden bereits zahlreiche Sicherheitslücken in Wahlmaschinen von Diebold und anderen Herstellern entdeckt. Bürgerrechtler fordern schon länger, dass alle Komponenten von Wahlmaschinen offengelegt und überprüfbar gemacht werden müssen, bevor sie zum Einsatz kommen können. Dies würde auf den durchgängigen Einsatz von freier Software in den Geräten hinauslaufen.

Werbung
Pro-Linux
Pro-Linux @Facebook
Neue Nachrichten
Werbung