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Mo, 10. November 2008, 15:34

Software::Desktop

e17 - Der Fluch der Perfektion

Carsten Haitzler, auch unter den Namen Rasterman bekannt, hat eine angepasste Version der Enlightenment-Umgebung für mobile Geräte angekündigt.

e17 im neuen »Black&White«-Look

rasterman.com

e17 im neuen »Black&White«-Look

Bereits seit Jahren versprechen die Programmierer der Desktop-Umgebung »Enlightenment 0.17« eine rasche Annäherung der Bibliotheken an das Endstadium der Entwicklung. Viele der Basis-Komponenten waren laut Angaben des Teams bereits fertig und durchlaufen letzten Tests. Entsprechende Arbeiten zur Stabilisierung waren bereits im August 2004 angekündigt worden. Von der stabilen Version fehlt allerdings immer noch jede Spur.

Kaum verwunderlich, dass Enlightenment 0.17, auch e17 genannt, zunehmend den Anschluss an die Platzhirsche wie GNOME oder KDE verliert. Die Software beeindruckt zwar immer noch durch eine »sexy Oberfläche«, technisch gerät e17 allerdings immer mehr ins Hintertreffen. Darüber vermögen auch grafische Veränderungen wie ein neues Theme, das Ende des vergangenen Monats vorgestellt wurde, nicht hinwegzutäuschen. Der einstige Pionier des grafisch anspruchsvollen Desktops unter Linux verliert mit jedem Jahr der Entwicklung mehr das Interesse der Anwender.

Mit der fortschreitenden Entwicklung der Prozessoren relativiert sich nun die von e17 ausgesprochene Maxime, eine Umgebung für leichtgewichtige Geräte zu sein. Zwar könnte e17 in der Tat einen Platz in Nettops finden, doch vorerst will kein Hersteller darauf zurückgreifen. GOs, das in den ersten Versionen e17 enthielt, setzt mittlerweile auf GNOME. Zwar bindet der Hersteller immer noch Teile der Bibliotheken von Enlightenment ein, die komplette Umgebung will Good OS LLC vorerst aber nicht nutzen.

Nun will e17 eine Nische in dem mobilen Markt finden. Rasterman startete dazu ein neues Projekt und demonstrierte im letzten Monat die Lauffähigkeit von e17 auf dem Neo FreeRunner und Palm Treo650. Fraglich ist allerdings auch hier, ob die neue Richtung der Entwicklung die gewünschten Resultate bringen wird. Rastermans neues »Elementary«-Widget stellt eine angepasste Version der Enlightment Foundation Libraries (EFL) für mobile Geräte dar. Der Entwickler selbst nennt Elementary ein »super-einfach zu nutzendes Widget für eingebettete Touchscreen-Telefone. »Es sieht nett aus und ist komplett veränderbar. Im Kern ist es allerdings sehr ähnlich zur EFL-API«. Ähnlich verläuft allerdings auch die Entwicklung. Seit der Vorstellung vor einem Monat tat sich wenig im SVN des Projektes. Ob ein ernsthafter Hersteller auf eine so sporadisch aktualisierte Umgebung setzen wird, ist deshalb fraglich.

E17, das mittlerweile acht Jahre in Entwicklung ist, krankt immer noch am Anspruch der Entwickler, eine perfekte Umgebung abliefern zu wollen. Applikationen wie eclair oder enthropy sehen zweifelsohne beeindruckend aus, doch weisen sie allesamt dieselben Symptome auf - nachdem sie eine durchaus stabile Version erreicht haben, werden sie regelmäßig auseinandergenommen und in nie endende Baustellen verwandelt. Währenddessen verabschieden sich die meisten Anwender der einstigen »sexy Software«.

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