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Mo, 10. November 2008, 16:57

Software::Systemverwaltung

Freier 3D-Treiber für Radeon R600 rückt näher

Matthias Hopf von Novell hat von Fortschritten bei der Unterstützung der neuesten ATI-Grafikchips im Treiber »RadeonHD« berichtet.

Mehr als ein Jahr ist es her, dass AMD mit der Offenlegung der Spezifikationen der ATI-Grafikchips begann. Mittlerweile soll die Unterstützung der Chips bis zur Serie R500/Rv500 in den freien Treibern recht gut sein. Die Dokumentation zu den Serien R600/Rv600 und R700/Rv700 wurde jedoch erst vor wenigen Monaten veröffentlicht. Dementsprechend unterstützen die freien Treiber in diesen Chips bisher nur Basisfunktionen.

Das könnte sich nun bald ändern. Wie Hopf in seinem Blog schreibt, versteht das Entwicklerteam des Treibers RadeonHD nun den Großteil der Register der Chips. In akribischer Arbeit wurde mit Hilfe der vorhandenen Dokumentation und mit Traces der Registerzugriffe von ATI-Entwicklerwerkzeugen Code erzeugt, der den größten Teil der Funktionalität abdeckt.

Noch nicht implementiert wurde die Cache-Behandlung, die laut Hopf zwar gut dokumentiert, aber sehr komplex ist. Dagegen ist das Programmierermodell der Chips jetzt für die Grundfunktionalität einschließlich Texturen und Renderern gut bekannt. Es wurde noch nicht mit allen Chips getestet, doch Hopf ist optimistisch, dass die Entwickler die Unterschiede zwischen den Chips sowie einige noch vorhandene Schwierigkeiten in den Griff bekommen werden.

Es dauerte lange, um überhaupt so weit zu kommen, wie Hopf schreibt. Das lag daran, dass zum einen die Dokumentation bei weitem nicht perfekt war, und zum anderen die Chips sehr empfindlich auf falsche Eingaben reagieren. Ein falsch gesetztes Bit kann bereits zum Absturz führen.

Der von drei Novell-Entwicklern mit Hilfe von AMD in Vollzeit entwickelte RadeonHD-Treiber steht in Konkurrenz zum ATI/Radeon-Treiber von X.org. Neben ideologischen Differenzen (die X.org-Entwickler verwenden das ATOM-BIOS, während die Novell-Entwickler die Nutzung dieser proprietären Codebibliothek ablehnen) halten die X.org-Entwickler den RadeonHD-Treiber mittlerweile auch für redundant und haben ihn aus dem Repositorium von X.org entfernt, was für zusätzliche Verstimmungen sorgte.

Weiterhin gibt es aber auf den Wiki-Seiten von X.org eine Übersicht über den Implementierungsstand der beiden Treiber, jetzt auch mit der Chipfamilie R700/Rv700. Demnach funktioniert der freie Radeon-Treiber für die Chips bis R400 nahezu anstandslos und dürfte sogar die bessere Alternative zu ATIs proprietärem Treiber darstellen. Diese Chips werden von RadeonHD nicht unterstützt. Für die R500/Rv500-Familie kann man die beiden freien Treiber bereits als Alternative zum proprietären Treiber zu nutzen versuchen. Bei den neueren Chips bietet jedoch der proprietäre Treiber zur Zeit die meisten Funktionen und die höchste Geschwindigkeit, und die freien Treiber sind nur für einfache 2D-Funktionen nutzbar.

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Kommentare (Insgesamt: 24 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: sagt mal ... (DuuDooooh, Di, 11. November 2008)
Powermanagement (Gorgone, Di, 11. November 2008)
Re: Neues Notebook mit ATI oder NVidia? (ich, Di, 11. November 2008)
Re[4]: sagt mal ... (LX, Di, 11. November 2008)
Re[3]: sagt mal ... (Jörg, Di, 11. November 2008)
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