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Mi, 17. Dezember 2008, 12:13

Software::Distributionen::Debian

Abstimmung über Debian 5.0

Die Debian-Entwickler sind aufgerufen, bis zum 21.12. über die Beibehaltung von Firmwaredateien ohne Quellcode in Debian 5.0 abzustimmen.

Wie schon vor der Veröffentlichung früherer Debian-Versionen sind die Debian-Entwickler wieder zu einer Entscheidung über die Veröffentlichungsstrategie aufgefordert. Die Abstimmung soll die Release-Manager ermächtigen, Debian 5.0 »Lenny« auch dann freizugeben, wenn einige enthaltene Firmwaredateien nicht frei im Sinne von Debian (DFSG-frei) sind.

Die Beseitigung von unfreier Software aus dem Hauptzweig von Debian ist dem Projekt schon seit Jahren ein Anliegen. Völlig durchgeführt werden konnte es noch nicht, da beispielsweise der Linux-Kernel einige Firmwaredateien ohne Quellcode enthält. Eine Verletzung der GPL liegt hierbei nicht vor, aber es ist eine Frage des Standpunktes, ob man diese Firmwaredateien, die Programmcode für Peripherie-Prozessoren darstellen, als unfrei ansieht oder nicht.

Die Abstimmung in diesem Jahr kommt im Unterschied zu früheren Abstimmungen recht spät im Release-Zyklus, auch wenn von einer Freigabe von Debian 5.0 noch im Dezember nicht mehr auszugehen ist. Vom Ausgang der Abstimmung hängt es jedoch ab, ob die neue Debian-Version, die bereits seit 28. Juli im Feature-Freeze ist, bald veröffentlicht werden kann oder noch länger auf sich warten lässt. In vergangenen Abstimmungen haben sich die Entwickler immer zugunsten einer schnellen Veröffentlichung ausgesprochen. Sie betonten zwar die Gültigkeit des Debian-Gesellschaftsvertrags, erlaubten jedoch bezüglich der Firmware Ausnahmen, die später bearbeitet werden sollten.

Die Abstimmung begann am 14. Dezember. Alle Debian-Entwickler können über sieben Optionen abstimmen, die sie mit Zahlen von 1 bis 7 in der Reihenfolge ihrer Präferenz bewerten können. Die Optionen, die eine Mehrheit der Entwickler auf sich vereinigen können, gelten als angenommen.

Die sieben Optionen, die zur Wahl stehen, sind die Bekräftigung des Gesellschaftsvertrags (einschließlich der Verzögerung von Lenny bis zur Beseitigung aller unfreien Komponenten), die Freigabe von Lenny mit proprietärer Firmware, die Freigabe von Lenny mit bekannten Verletzungen der Richtlinien für freie Software, die Delegation der Entscheidung über die Firmware an das Release-Team, die Freigabe von Lenny mit proprietärer Firmware, sofern diese eine GPL-kompatible Lizenz hat, die Forderung nach Quellcode für die Firmware komplett fallenzulassen, oder die Entscheidung zu vertagen. Die zweite, dritte, vierte und sechste Option benötigen eine 3:1-Mehrheit, um angenommen zu werden. Die zweite, dritte und fünfte Option unterscheiden sich in ihrer Formulierung nicht sehr.

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