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Sa, 20. Dezember 2008, 14:20

Software::Distributionen::Debian

Debian-Sekretär tritt zurück

Der Sekretär des Debian-Projekts, Manoj Srivastava, ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten.

Die Durchführung der noch bis morgen laufenden Abstimmung über nicht freie Firmware in der Distribution hatte ungewöhnlich viel Kritik hervorgerufen. Die Möglichkeit, zwischen nicht weniger als sieben Optionen wählen zu müssen, wurde ebenso kritisiert wie die als willkürlich oder inkonsistent empfundene Regelung, dass einige Optionen nur als angenommen gelten, wenn sie eine 3:1-Mehrheit gegenüber der Standard-Option (»weitere Diskussion«) erhalten.

Manoj Srivastava räumt in diesem Zusammenhang eigene Fehler ein und bezeichnet einige der Kritiken als durchaus berechtigt. Doch hätten die Entwickler vor dem Beginn der Abstimmung genug Zeit gehabt, ihre Einwände geltend zu machen; stattdessen begann die Kritik erst nach dem Beginn der Abstimmung. Srivastava hat nach eigenen Angaben in seiner mehrjährigen Amtszeit immer versucht, die Abstimmungen im Sinne der Debian-Verfassung durchzuführen, wobei auch die derzeitigen Einschränkungen der Abstimmungs-Software zu berücksichtigen waren. Die teilweise irreführenden Titel der einzelnen Optionen der Abstimmung stammen nach seinen Angaben von den Initiatoren dieser Optionen, die er nur unverändert übernommen habe.

Die Kritik an seiner Person hat laut Srivastava eine solche Heftigkeit erreicht, dass er nun seinen sofortigen Rücktritt bekanntgegeben hat. Die notwendige Vertrauensbasis sei zerstört. Einige Entwickler wollten angeblich gar eine Petition starten, um ihn aus dem Amt zu entfernen. Etliche Enwickler reagierten bestürzt auf diese Nachricht und drückten ihre Solidarität mit Srivastava aus. Offiziell wurde jedoch noch keine solche Petition eingereicht und es handelte sich vielleicht nur um leere Worte.

Srivastava hätte nach eigenen Angaben sowieso nicht mehr lange amtieren wollen, doch die aktuelle Entwicklung mache es für ihn sinnlos, weiter im Amt zu bleiben. Besonders fühlte er sich von Vorwürfen getroffen, die unterstellten, dass er die Abstimmungen manipuliere, um die Ziele zu erreichen, die er selbst befürwortet. Diese Vorwürfe hätten immer mehr zugenommen. Auch beklagt er die zunehmende Feindlichkeit auf den Mailinglisten. Früher konnte man seiner Ansicht nach einen Flamewar führen und sich danach wieder versöhnen und freundschaftlich weiterarbeiten.

Unabhängig vom Ausgang der laufenden Abstimmung bereitet sich das Release-Team auf die Veröffentlichung von Debian 5.0 vor. Die größte Hürde stellt derzeit der noch ausstehende zweite Veröffentlichungskandidat des Debian-Installers dar.

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