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Do, 22. Januar 2009, 22:17

Unternehmen

Vielleicht nationales Betriebssystem für Russland

Dem Nachrichtenportal CNews zufolge will die russische Informationsgesellschaft Präsident Medwedew vorschlagen, ein »nationales Betriebssystem« zu entwickeln, welches Windows ersetzen soll.

Die Idee dazu entstand Ende des letzten Jahres während einer Sitzung des »runden Tischs« auf Initiative des Duma-Abgeordneten Ilja Ponomarew, Leiter der Unterkommission »Technologische Entwicklung«.

Die Unterkommission machte sich die Mühe, die voneinander verschiedenen Ansichten der Sitzungsteilnehmer in Einklang zu bringen und das Ergebnis der Zusammenkunft für den russischen Präsidenten zusammenzufassen. An der Sitzung nahmen unter anderem Vertreter von Russoft (Programmierer), APKIT (Integratoren), NAIRU (Erfinder), ALT Linux (russische Linuxdistribution), Microsoft, der Präsidialverwaltung, des Ministeriums für Informationstechnologien und Kommunikation sowie des FSB teil. In dieser Woche sollen die Ergebnisse der Sitzung an die Teilnehmer gesandt und am 26. Januar Präsident Medwedew überreicht werden.

Der zu übergebende Antrag soll zusätzlich Informationen enthalten, welche Vorteile ein »nationales Betriebssystem« mit sich bringen würde. Da das System grundlegend freie Software sein soll, wird der Präsident auch über freie Software informiert werden, ohne dabei zu sehr auf Details einzugehen.

Aleksej Smirnow, Direktor der Distribution ALT Linux, äußerte zu der Idee: »Ein Betriebssystem kann man als national betiteln, wenn der Staat das Recht an dessen Verbreitung und Veränderung hat und die Nutzer Einfluss auf seine Entwicklung haben. Ein System, dass diesen Ansprüchen genügen kann, kann keine proprietären Programme enthalten.«

Oleg Sjutin, Direktor von Microsoft Russland, erklärte dagegen: »Russland braucht kein nationales Betriebssystem. Hier ist die Einarbeitung in schon bestehende Informationslösungen nötig. Man braucht kein Betriebssystem zu entwickeln, sondern muss nur bereits bestehende Lösungen an die Peripherien anbinden, mit dem Ziel, die Interoperatibilität und Infrastruktur sicherzustellen.«

Laut Smirnow muss man die Entwicklung eines nationalen Betriebssystems auch unter finanziellen Gesichtspunkten betrachten. Um Kosten zu sparen, könnte man auf bereits existierende, sehr gut entwickelte freie Software zurückgreifen, und nur neu entwickeln, was unbedingt neu entwickelt werden muss. So gibt Smirnow an, dass man als Grundlage beispielsweise den Linux-Kernel oder gar eine ganze Distribution verwenden könnte.

Russlands Schüler haben seit dem letzten Jahr zumindest in der Schule Kontakt mit dem freien Betriebssystem. Sollte Mütterchen Russland die Umsetzung es neuen Projekts gelingen und das »nationale Betriebssystem« angenommen werden, könnte es der erste Staat der Welt sein, der komplett auf freie Software setzt. China hatte 1999/2000 mit Red Flag Linux einen ähnlichen Versuch gestartet, Windows als Betriebssystem zu verdrängen, der aber bis heute nicht komplett geglückt ist.

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