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Mi, 11. Februar 2009, 16:07

Gesellschaft::Politik/Recht

Kombination von GPL und proprietärer Software in Mobilgeräten

Bruce Perens hat in einem Artikel eine Übersicht und Hinweise zur Kombination von freier und proprietärer Software in eingebetteten Geräten präsentiert.

Die Aussagen von Perens beziehen sich hauptsächlich auf eingebettete Systeme. In zahllosen eingebetteten Systemen ist Linux im Einsatz, und alle Hersteller, die Linux in ihren Geräten an die Kunden weitergeben, sind verpflichtet, das unter den Bedingungen der GPL zu tun. Oft enthalten diese Systeme zusätzliche proprietäre Software. Perens will mit seinem Artikel Ratschläge geben, wie man dies rechtlich einwandfrei handhabt.

Es ist bekannt, dass es immer wieder zu Copyright-Verletzungen im Zusammenhang mit dem Einsatz von Linux kam. Meist entstehen diese Probleme laut Perens bereits bei den Zulieferern, wo sich die Entwickler wenig Gedanken um die Bedingungen der GPL machen und ihren Kunden keine Informationen über die Lizenzbedingungen geben.

Perens fordert daher eine bessere Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Rechtsabteilungen. Dabei muss sich die Rechtsabteilung im Klaren sein, dass die Entwickler oft unter großem Zeitdruck stehen, und ihre Beratung daher schnell sein muss. Die Betrachtung der Software unter rechtlichen Gesichtspunkten soll früh im Entwicklungsprozess stattfinden, wenn die Kosten für Änderungen noch gering sind.

Nicht jede Software kann oder soll unter freien Lizenzen veröffentlicht werden. Laut Perens gibt es zwei Gründe, warum Software geschlossen bleibt: Wenn diese Software einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellt, oder wenn man nicht Eigentümer der Software ist. Perens zeigt sich überrascht, dass beispielsweise der GSM-Stack der Mobilfunkanbieter durchweg proprietär ist, obwohl er bei allen die gleiche Funktionalität aufweist. Hier wurden Milliarden für eine unnötige vielfache Parallelentwicklung ausgegeben, so Perens.

Der eindeutige Trend sei aber, solche nicht geschäftskritische Software in offene Projekte auszulagern, um sich die Entwicklungskosten zu teilen, wie bei Android oder Symbian. Daher sei der nächste logische Schritt, auch den GSM-Stack zu einem freien Projekt zu machen. Was an unfreier Software bleibt, ist solche, die aus Geschäftsgründen oder wegen gesetzlicher Vorschriften geschlossen bleiben muss. Es gibt nun verschiedene Möglichkeiten, diese mit freier Software, die unter der GPL steht, zu kombinieren. Beispielsweise kann die unfreie Software auf einem separaten Prozessor laufen, was mit dem GSM-Stack oft so gehandhabt wird. Kein Problem gibt es mit Anwendungen, die als normale Prozesse laufen. Diese sind von der Kernel-Lizenz nicht berührt. Eine weitere, momentan eher noch theoretische Alternative wäre die Ausführung eines proprietären Systems in einer virtuellen Maschine.

Perens rät davon ab, proprietäre Kernel-Module zu verwenden, da deren rechtlicher Status zweifelhaft sei. Die Hersteller sollten auch nicht versuchen, Schlupflöcher in den freien Lizenzen zu finden und für ihre Zwecke auszunutzen. Dies würde zumindest ein schlechtes Licht auf den Hersteller werfen.

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Kommentare (Insgesamt: 6 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: mobiles freie Softwareproblem (thebohemian, Do, 12. Februar 2009)
Re[2]: Also, viel Neues sagt er ja nun nicht... (Sebalin, Do, 12. Februar 2009)
mobiles freie Softwareproblem (thebohemian, Do, 12. Februar 2009)
Re: Also, viel Neues sagt er ja nun nicht... (Flying Circus, Do, 12. Februar 2009)
Re: Also, viel Neues sagt er ja nun nicht... (Anonymous, Mi, 11. Februar 2009)
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