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Do, 2. April 2009, 15:18

Gemeinschaft::Personen

Bruce Perens über den Patentstreit zwischen Microsoft und TomTom

Die Einigung von TomTom mit Microsoft ist für Bruce Perens keinerlei Fortschritt bezüglich FAT und Softwarepatenten.

Laut Perens sind die Verlierer in der Einigung die Software-Industrie, Linux und die Gerechtigkeit. Die Gerechtigkeit hat verloren, da die FAT-Patente nicht auf den Prüfstand eines Gerichts gestellt wurden und Microsoft bis auf weiteres die Industrie damit bedrohen kann. Alle acht Patente seien in anderen Ländern wie Deutschland für ungültig erklärt worden und es sei sehr fraglich, ob sie die nächste gerichtliche Prüfung in den USA überleben würden.

Das Problem an solchen Verfahren seien jedoch die Kosten. Es hätte möglicherweise mehr als zehn Millionen US-Dollar gekostet, das Gerichtsverfahren durchzustehen, und wahrscheinlich lagen die Lizenzforderungen von Microsoft, zumindest nach der Einigung, deutlich darunter. Vielleicht war es auch nur ein Dollar, doch es wird schwer sein, dies genau zu ermitteln.

Der eigentliche Zweck von Microsofts Angriff war auch nicht das Geld, so Perens, sondern die Unterstützung von TomTom, um Furcht in anderen Linux-Firmen aufzubauen. Insbesondere seien Firmen im Visier, die ähnlich wie TomTom Mobilgeräte herstellen. Die Einigung könnte einige Firmen davon abhalten, Linux einzusetzen.

Indem TomTom ein ähnliches Patentabkommen wie Novell abgeschlossen hat, zeigt es nach Perens seine Geringschätzung der Entwickler, deren Arbeit es so freizügig nutzt. Das Abkommen verstoße zwar nicht gegen den Wortlaut, aber sehr wohl gegen den Geist der GPLv2. Aber vielleicht war es für TomTom die einzige Chance, einer Übernahme durch Microsoft zu entgehen. Microsoft hingegen zeigte wieder einmal, dass alle Reden über Interoperabilität lediglich Reden waren. Gegenüber Microsoft-Technologien von FAT über Open XML,.NET, Silverlight und Microsofts Beteiligung an Standardisierungs-Komitees sollte die Gemeinschaft misstrauisch bleiben. Früher oder später werde man für die Nutzung dieser Technologien verklagt.

Die Zeit sei nun mehr als reif, um FAT durch ein lizenzfreies Dateisystem zu ersetzen. Größere Geräte sprengen ohnehin die Kapazitätsgrenzen von FAT32. Da die Hersteller dies erkannt haben, sind sie, wie die SD Card Association, dabei, auf ExFAT umzustellen, wiederum von Microsoft und mit vielen Patenten vermint. Es sei Zeit für eine Kampagne »Get the FAT Out«.

Neben der leichtfertigen Akzeptanz von Microsoft-Technologien beklagt Perens auch das Verhalten Linux Foundation und des Open Invention Network. Beide bieten keine echte Lösung des Patentproblems. Ein Fortschritt wurde erzielt, als die Free Software Foundation, offenbar finanziell unterstützt von der Shuttleworth Foundation, mithalf, Patente einzuschränken. Doch das Verfahren wird in Revision gehen und sich noch Jahre hinziehen. Die wahre Lösung müsse vom Gesetzgeber kommen.

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Kommentare (Insgesamt: 14 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[2]: Verständnis und andere Katastrophen (sys0, Fr, 3. April 2009)
Re[2]: neues FS (Reinhard, Fr, 3. April 2009)
Re[3]: neues FS (LH, Fr, 3. April 2009)
Re[2]: neues FS (o13, Do, 2. April 2009)
Re[2]: neues FS (jscurtu, Do, 2. April 2009)
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