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Do, 2. April 2009, 18:10

Software::Desktop::Gnome

GNOME 3.0 in einem Jahr

Das GNOME-Release-Team will im April 2010 anstelle von GNOME 2.30 die Version 3.0 veröffentlichen.

Einen ersten Plan dazu stellte Vincent Untz jetzt vor. In der Diskussion war GNOME 3.0 schon länger - zuletzt im Juli 2008. Laut Untz gibt es in der Gemeinschaft einen Wunsch nach einer größeren neuen Version, so dass das Festhalten an einer Version 2.x keine längerfristige Option mehr ist. Mit einer Version 3.0 sollten dann aber auch größere Änderungen kommen, insbesondere auch sichtbare Änderungen.

GNOME als Gesamtprojekt fehlt es laut Untz zur Zeit an einer Vision für die Zukunft. Zwar haben einzelne Entwickler durchaus Ideen für Neuerungen, aber diese werden nicht zu projektweiten Zielen gemacht. Die bisherigen Visionen seien in dem sehr gut laufenden Entwicklungsprozess von GNOME 2.x weitgehend umgesetzt worden, so dass wohl der Anreiz für neue Visionen etwas verloren ging. Die Änderungen der aktuellen Version gegenüber früheren 2.x-Versionen seien allerdings auch gewaltig gewesen. Eigentlich wäre es schon längst gerechtfertigt gewesen, die Versionsnummer auf 3.x oder 4.x hochzuzählen.

Drei wesentliche Punkte sollten mit GNOME 3.0 einhergehen: eine Erneuerung der Oberfläche, Entfernen von unnötigen Komponenten aus der Plattform und bessere Außendarstellung. Die Erneuerung der Oberfläche könnte auf zwei Komponenten beruhen, die bereits in Entwicklung sind: GNOME Shell und GNOME Zeitgeist. Die Shell soll Window Manager und Panel ersetzen und es einfacher machen, Aktivitäten zu beginnen und zwischen ihnen zu wechseln. Zeitgeist hingegen macht Schluss mit Dateien und Verzeichnissen und bietet dem Benutzer nur noch Dokumente an.

Diese beiden neuen Anwendungen, die nur noch fertigzustellen wären, könnten die Basis für GNOME 3.0 bilden, endgültig entschieden ist jedoch noch nichts. Es ist auch noch offen, ob die bisherige Arbeitsweise mit Panel und Dateisystem noch zusätzlich bestehen bliebe, wenn Shell und Zeitgeist akzeptiert werden.

Die GNOME-Plattform enthält inzwischen einige Bibliotheken und APIs, die kaum noch genutzt werden. Hier bietet sich laut Untz die Gelegenheit zum Aufräumen. Durch Entfernen dieser APIs werden die betroffenen Projekte dazu genötigt, ihren Code auf die neueren APIs umzustellen. Neue interessante Technologien, die bereits genutzt werden, könnten aufgenommen werden, beispielsweise 3D mit Clutter und die Verwendung von Geodaten mit GeoClue und libchamplain. Projekte, die genutzt werden sollen, aber noch nicht genügend Garantien bieten (Untz nennt GStreamer als Beispiel), könnten zunächst in einem Staging-Bereich auf ihre endgültige Integration warten.

Auch bei der Außendarstellung muss mehr getan werden. Hier war GNOME schon immer schwach, räumt Untz selbstkritisch ein. Ein verstärktes Marketing-Team sei ebenso wichtig wie eine Überarbeitung der GNOME-Webseiten. Die Überzeugung von Benutzern anhand des Desktops als Gesamtheit sei allerdings schwierig, es sei vielleicht besser, die einzelnen Anwendungen mehr hervorzuheben.

GNOME 3.0 soll im April 2010 erscheinen und der direkte Nachfolger von GNOME 2.28 werden, das im September 2009 herauskommen soll. Am Entwicklungsprozess will Untz nicht viel ändern, da er sich bewährt habe. Allerdings müssten die Entwickler rechtzeitig in der Lage sein, zu erkennen, ob GNOME 2.30 ausreichend Fortschritte gemacht hat, um 3.0 genannt zu werden. Notfalls sollte Version 2.30 beibehalten und GNOME 3.0 auf September 2010 verschoben werden.

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