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Mi, 8. April 2009, 11:08

Software::Kernel

Linux-Kernel 2.6.30 tritt in die Testphase ein

Linux-Initiator Linus Torvalds hat die Kernel-Version 2.6.30-rc1 freigegeben, die weitere neue Dateisysteme enthält.

Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

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Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels

Der Testpatch ist so groß wie der für Linux 2.6.29. Wie Torvalds anmerkt, ist allerdings ein Drittel dieser Änderungen auf neue experimentelle Treiber zurückzuführen, die aus dem staging-Kernelbaum übernommen wurden. Diese Treiber, liebevoll als »Crap« bezeichnet, sind nicht zur allgemeinen Nutzung empfohlen, sollen aber durch die frühe Aufnahme in den Kernel mehr Tests und Korrekturen erfahren.

Von den sonstigen bisherigen Änderungen sind nochmals ein Drittel neue oder aktualisierte Treiber. Neue Dateisysteme beginnen allmählich zu einer Tradition zu werden, und so wird Linux 2.6.30 zum einen das Dateisystem nilfs2 enthalten, das eine Log-Struktur aufweist und Snapshots unterstützt. exofs hingegen ist ein Dateisystem, das auf einen externen Objektspeicher, eine neue Art von SCSI-Geräten, aufsetzt, nicht auf ein traditionelles Blockgerät. exofs wurde von einer älteren Version von ext2 abgeleitet. Ferner wurde eine Infrastruktur für einen Dateisystem-Cache geschaffen, die es ermöglicht, Dateien von Netzwerk-Dateisystemen lokal zwischenzuspeichern und dadurch die Geschwindigkeit zu erhöhen. NFS und AFS können von dieser bereits Gebrauch machen.

Updates gab es auch bei btrfs, das weniger Platz auf dem Stack benötigen soll, reiserfs und anderen. Im Dateisystem ext3 wurde die Standard-Mount-Option für die Daten-Schreibreihenfolge auf »data=writeback« gesetzt und eine Konfigurations-Option für das Beibehalten der bisherigen Verhältnisse hinzugefügt. »data=writeback« bringt die höchste Geschwindigkeit, kann aber bei einem Ausfall dazu führen, dass Daten noch nicht geschrieben wurden. Das Zeitfenster beträgt bei ext3 jedoch nur fünf Sekunden. Gleichzeitig wurden die lange bemängelte Geschwindigkeit des fsync-Aufrufs verbessert sowie weitere Optimierungen implementiert, die aus einer langwierigen Diskussion resultierten, die nach der Freigabe von Linux 2.6.29 nochmals intensiviert wurden. Die damit in Zusammenhang stehenden Datensicherheits-Probleme bei ext4, bei dem bei ähnlichem Verhalten das Zeitfenster 120 Sekunden lang ist, wurden reduziert. Ein Aufruf von rename oder close setzt die verzögerte Allozierung von Blöcken unter bestimmten Bedingungen außer Kraft.

Eine weitere Änderung ist, dass die Mount-Option »relatime« nun die Standard-Option ist. Sie verhindert, dass die Zugriffszeiten auf eine Datei bei jedem Zugriff aktualisiert werden. Ohne die Option hat jeder Lesezugriff auch einen Schreibzugriff durch die Aktualisierung des Inodes zur Folge. Doch es gibt so gut wie keine Anwendung, die diese Information benötigt, so dass diese lediglich eine Verschwendung von Ressourcen und Energie darstellt. Mit »relatime« wird die Information nur noch aktualisiert, wenn ohnehin Schreibzugriffe stattfinden, aber mindestens einmal am Tag.

Unter den vielen weiteren Änderungen befindet sich eine Integritätsverwaltung, die TPM-Hardware nutzt und mit der unter anderem die Integrität von Dateien sichergestellt werden kann. Das Sicherheitsmodul TOMOYO Linux, das ähnlich wie AppArmor arbeiten, wurde aufgenommen. Die Zusammenführung des 32- und 64-Bit-Codes der x86-Architektur ging weiter. Zahlreiche Treiber kamen hinzu und viele Aufräumarbeiten wurden vorgenommen.

Kernel, Patch- und Änderungslog-Dateien sind von zahlreichen Spiegelservern von kernel.org herunterzuladen.

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