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Fr, 10. April 2009, 10:12

Hardware::Netbooks

Disput um Windows-Marktanteil an Netbooks

Der von Microsoft proklamierte Erfolg von Windows auf Netbooks wird von verschiedener Seite angezweifelt.

Microsoft-Manager Brandon LeBlanc hatte vor einer Woche behauptet, dass Windows mittlerweile auf 96% aller Netbooks vorinstalliert sei, bezogen auf Marktzahlen für den Februar. Zudem wiederholte er die früher von MSI aufgestellte Behauptung, dass die Linux-Netbooks eine viermal höhere Rückgabequote als die Windows-Netbooks hätten.

Joe Wilcox von eWeek weist die Zahl 96% zurück. Sie bezieht sich nur auf die USA, die zusammen mit Asien und dem Rest Amerikas nur 20% des Weltmarkts für Netbooks darstellen. 80% der Netbooks werden in Europa verkauft. Allerdings seien in vielen Läden nur die Windows-Ausführungen zu finden.

Auch Chris Kenyon von Canonical widersprach. Einig sei man sich mit LeBlanc nur in dem Punkt, dass die Kunden eine Wahl haben wollen. Nach den Zahlen des Dell Inspiron Mini 9 entscheidet sich ein Drittel der Netbook-Käufer bei identischer Hardware eher für Ubuntu als für Windows XP. Im Gegensatz zu Windows sei Ubuntu sicher, frei von Viren und Antivirensoftware, die alles lahmlege, schnell hochgefahren und auch nach Jahren noch ohne Geschwindigkeitseinbußen nutzbar.

Die angeblich höheren Rückgabequoten von Linux seien lediglich FUD. Bei einer guten Integration von Linux sei die Rückgabequote nicht höher als bei Windows. Dies steht im Einklang mit Aussagen anderer Hersteller, die bei Linux keine höhere Rückgabequote haben. Laut Chris Kenyon zeichnet sich eine gute Linux-Integration dadurch aus, dass sie den Adobe-Flashplayer vorinstalliert enthält sowie eine grundlegende Menge von Multimedia-Codecs. Das Funktionieren der Hibernate- und Aufwachfunktion müsse durch intensive Tests sichergestellt werden.

Kenyon räumt auch ein, dass eine solche Qualität der Linux-Integration, die die Kunden zu Recht fordern, nicht automatisch komme. Die Hersteller müssten entsprechende Qualitätssicherung betreiben und erst einmal lernen, wie sie das mit Linux machen. Das dauere seine Zeit, daher sei nicht zu erwarten, dass jeder Hersteller Linux anbietet. Die Zahl der Hersteller werde jedoch wachsen.

Auch die von Microsoft behauptete gute Hardwareunterstützung zieht Kenyon in Zweifel. Linux unterstütze tausende von Druckern und Kameras in der Standardkonfiguration. Im Gegensatz dazu müsse man bei Windows etliche Treiber von CD oder von dubiosen Webseiten nachinstallieren.

Die angeblich viermal höhere Rückgabequote von Linux-Netbooks war ohnehin eine Lüge, behauptet Matthew McKenzie im ANTenna Blog. Die Zahl wurde bereits ermittelt, als MSI noch gar keine Linux-Netbooks anbot, und beruhte auf den Ergebnissen einer Marktforschungs-Firma. Wie hoch dann die tatsächliche Rückgabequote war, ist unbekannt. Als sicher gilt aber, dass MSI keine Anstrengungen unternahm, Linux an seine Hardware anzupassen, im Gegensatz zu den meisten anderen Anbietern.

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