Ein schöner Überblick über die Vorgeschichte von Linux.
Ein paar Sachen sind mir aber beim Lesen aufgefallen:
- Xenix: das war nicht wirklich weniger kompatibel als andere Derivate. Das ursprüngliche Xenix stammt von V7 ab, 1BSD und 2BSD z.B. stammen noch von V6 ab. Spätere Xenix-Versionen haben auch immer wieder Teile von System V und BSD übernommen, genauso wie andere Unix-Abkömmlinge aus der Zeit.
http://www.levenez.com/unix/
Ich würde den Satz und die relativierende Fußnote komplett streichen.
Microsoft hat Xenix nur sehr kurze Zeit selber vermarktet, genauer bis zu dem Zeitpunkt, an dem IBM auf der Suche nach einem Betriebssystem bei ihnen fündig wurde. Angeblich gab es da starke Animositäten zwischen IBM und AT&T, dass IBM nicht wollte, dass sein primärer Betriebssystem-Lieferant noch ein anderes Betriebssystem im Programm hat, ebenfalls. Oder Microsoft wollte alle Kräfte auf das lukrativste Projekt (MS-DOS) konzentrieren.
Dass Microsoft die Entwicklungskosten nicht einfach so abschreiben will, ist wohl verständlich. Deswegen ist Xenix an SCO und andere Firmen lizenziert worden. Auch hat Bill Gates noch mehrere Jahre Unix als "next big thing" bezeichnet und einige der neuen Features in MS-DOS 2.x sind an Unix angeleht, z.B. Pipes, Directories oder Filehandles. All das gab es in CP/M nicht.
- BSD
Die Gruppe, die BSD heraus gebracht hat, war die Computer Systems Research Group (CSRG). Beim MIT wird ja auch das AI-Lab erwähnt.
- AT&T
SunOS, HP-UX und Ultrix waren vom Kern her BSD-Abkömmlinge. Die zu erwähnen würde eher in das Kapitel "Weiterentwicklung von BSD" passen. Auch weil einige der Entwicklungen nicht bei der CSRG oder BTL/AT&T/USL entstanden, sondern z.B. NFS, NIS oder RPC bei Sun.
Minix ist 1987 entstanden, also 7 Jahre nach der Lizenzänderung von V7. Im Text klingt das, als würde das zeitlich enger in Relation stehen.
- "Das einzige freie Betriebsystem für 32-Bit-PCs war Minix"
Minix war nicht "freie Software", auch wenn Minix mit dem vollen Source geliefert wurde. Erst wesentlich später (2000?) wurde Minix unter eine "freie" Lizenz gestellt.
http://en.wikipedia.org/wiki/MINIX
Auch lief Minix 1.x im real mode des 8088/8086, d.h. kein virtueller Speicher, kein Speicherschutz.
Minix war aber immerhin relativ günstig, ein weiterer günstiger Unix-Clone (allerdings ohne Source) für den PC war Coherent. Unix-Derivate für den PC gab es damals auch reichlich, die wohl bekanntesten waren von SCO (SCO Xenix, SCO Unix) oder Interactive (386/ix).
> - Xenix: das war nicht wirklich weniger kompatibel als andere Derivate. Das ursprüngliche Xenix stammt von V7 ab, 1BSD und 2BSD z.B. stammen noch von V6 ab. Spätere Xenix-Versionen haben auch immer wieder Teile von System V und BSD übernommen, genauso wie andere Unix-Abkömmlinge aus der Zeit.
Nun, die Quellen die ich gefunden habe legen aber genau das nahe, dass Xenix im wesentlichen auf einer älteren Unix-Version basiert während sich Unix anders weiterentwickelt hat wodurch die Inkompatibilitäten zu den System V und BSD-Versionen ins Spiel kamen.
Xenix was based on AT&T's older System III operating system, although Microsoft and SCO had updated it throughout the 1980s, adding some new features, but not others.
und weiter unten
The first two versions of Unix to merge were Xenix and AT&T's System V. The resulting version, Unix System V/386, Release 3.12, incorporated all the functionality of traditional Unix System V and Xenix. It was released in August 1988 for 80386-based computers.
oder
http://tinyurl.com/u8dmr Later in 1987 Microsoft became worried that AT&T's newly-developed personal computer version of Unix might not run software applications originally written to run under Microsoft XENIX, so they asked AT&T to add some XENIX code to AT&T Unix in order to assure future compatibility. A deal was struck between the companies: AT&T agreed to include the Microsoft code, and to pay Microsoft a royalty for its use. The resulting version, UNIX System V/386, release 3.l2, incorporated all the functionality of traditional UNIX System V and XENIX.
Aber es stimmt, man könnte die Zeile auch streichen, andere Unixe waren auch nicht sonderlich kompatibel. Den Link der direkt darauf beharrte, dass Xenix so auffällig nicht-kompatibel ist finde ich im Moment nicht...
> Die Gruppe, die BSD heraus gebracht hat, war die Computer Systems Research Group (CSRG). Beim MIT wird ja auch das AI-Lab erwähnt.
Stimmt, die Zeile sollte man noch einfügen.
> > - "Das einzige freie Betriebsystem für 32-Bit-PCs war Minix" > > Minix war nicht "freie Software", auch wenn Minix mit dem vollen Source geliefert wurde. Erst wesentlich später (2000?) wurde Minix unter eine "freie" Lizenz gestellt.
"frei" bezieht sich hier auf "frei von AT&T-Code und damit frei von AT&T-Lizenzen, nicht hinsichtlich freier Software". Das sollte man vielleicht durch eine Fußnote verdeutlichen. Aber ich denke es wird später im Text noch klar, dass Minix keine "freie Software" war.
Ein paar Sachen sind mir aber beim Lesen aufgefallen:
- Xenix: das war nicht wirklich weniger kompatibel als andere Derivate. Das ursprüngliche Xenix stammt von V7 ab, 1BSD und 2BSD z.B. stammen noch von V6 ab. Spätere Xenix-Versionen haben auch immer wieder Teile von System V und BSD übernommen, genauso wie andere Unix-Abkömmlinge aus der Zeit.
http://www.levenez.com/unix/
Ich würde den Satz und die relativierende Fußnote komplett streichen.
Microsoft hat Xenix nur sehr kurze Zeit selber vermarktet, genauer bis zu dem Zeitpunkt, an dem IBM auf der Suche nach einem Betriebssystem bei ihnen fündig wurde. Angeblich gab es da starke Animositäten zwischen IBM und AT&T, dass IBM nicht wollte, dass sein primärer Betriebssystem-Lieferant noch ein anderes Betriebssystem im Programm hat, ebenfalls. Oder Microsoft wollte alle Kräfte auf das lukrativste Projekt (MS-DOS) konzentrieren.
Dass Microsoft die Entwicklungskosten nicht einfach so abschreiben will, ist wohl verständlich. Deswegen ist Xenix an SCO und andere Firmen lizenziert worden. Auch hat Bill Gates noch mehrere Jahre Unix als "next big thing" bezeichnet und einige der neuen Features in MS-DOS 2.x sind an Unix angeleht, z.B. Pipes, Directories oder Filehandles. All das gab es in CP/M nicht.
- BSD
Die Gruppe, die BSD heraus gebracht hat, war die Computer Systems Research Group (CSRG). Beim MIT wird ja auch das AI-Lab erwähnt.
- AT&T
SunOS, HP-UX und Ultrix waren vom Kern her BSD-Abkömmlinge. Die zu erwähnen würde eher in das Kapitel "Weiterentwicklung von BSD" passen. Auch weil einige der Entwicklungen nicht bei der CSRG oder BTL/AT&T/USL entstanden, sondern z.B. NFS, NIS oder RPC bei Sun.
Minix ist 1987 entstanden, also 7 Jahre nach der Lizenzänderung von V7. Im Text klingt das, als würde das zeitlich enger in Relation stehen.
- "Das einzige freie Betriebsystem für 32-Bit-PCs war Minix"
Minix war nicht "freie Software", auch wenn Minix mit dem vollen Source geliefert wurde. Erst wesentlich später (2000?) wurde Minix unter eine "freie" Lizenz gestellt.
http://en.wikipedia.org/wiki/MINIX
Auch lief Minix 1.x im real mode des 8088/8086, d.h. kein virtueller Speicher, kein Speicherschutz.
Minix war aber immerhin relativ günstig, ein weiterer günstiger Unix-Clone (allerdings ohne Source) für den PC war Coherent. Unix-Derivate für den PC gab es damals auch reichlich, die wohl bekanntesten waren von SCO (SCO Xenix, SCO Unix) oder Interactive (386/ix).
http://en.wikipedia.org/wiki/Coherent_(operating_system)
Nun, die Quellen die ich gefunden habe legen aber genau das nahe, dass Xenix im wesentlichen auf einer älteren Unix-Version basiert während sich Unix anders weiterentwickelt hat wodurch die Inkompatibilitäten zu den System V und BSD-Versionen ins Spiel kamen.
Z.B.: http://docstore.mik.ua/orelly/other/puis3rd/0596003234_puis3-chp-2-sect-1.html
Xenix was based on AT&T's older System III operating system, although Microsoft and SCO had updated it throughout the 1980s, adding some new features, but not others.
und weiter unten
The first two versions of Unix to merge were Xenix and AT&T's System V. The resulting version, Unix System V/386, Release 3.12, incorporated all the functionality of traditional Unix System V and Xenix. It was released in August 1988 for 80386-based computers.
oder
http://tinyurl.com/u8dmr
Later in 1987 Microsoft became worried that AT&T's newly-developed personal computer version of Unix might not run software applications originally written to run under Microsoft XENIX, so they asked AT&T to add some XENIX code to AT&T Unix in order to assure future compatibility. A deal was struck between the companies: AT&T agreed to include the Microsoft code, and to pay Microsoft a royalty for its use. The resulting version, UNIX System V/386, release 3.l2, incorporated all the functionality of traditional UNIX System V and XENIX.
Aber es stimmt, man könnte die Zeile auch streichen, andere Unixe waren auch nicht sonderlich kompatibel. Den Link der direkt darauf beharrte, dass Xenix so auffällig nicht-kompatibel ist finde ich im Moment nicht...
> Die Gruppe, die BSD heraus gebracht hat, war die Computer Systems Research Group (CSRG). Beim MIT wird ja auch das AI-Lab erwähnt.
Stimmt, die Zeile sollte man noch einfügen.
> > - "Das einzige freie Betriebsystem für 32-Bit-PCs war Minix"
>
> Minix war nicht "freie Software", auch wenn Minix mit dem vollen Source geliefert wurde. Erst wesentlich später (2000?) wurde Minix unter eine "freie" Lizenz gestellt.
"frei" bezieht sich hier auf "frei von AT&T-Code und damit frei von AT&T-Lizenzen, nicht hinsichtlich freier Software". Das sollte man vielleicht durch eine Fußnote verdeutlichen. Aber ich denke es wird später im Text noch klar, dass Minix keine "freie Software" war.