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Mi, 15. April 2009, 13:46

Gemeinschaft::Personen

Richard Stallman: GPLv3 erfüllt ihren Zweck

In einem Interview auf O'Reilly Community nimmt FSF-Gründer Richard Stallman Stellung zur GPLv3 und anderen Themen.

Das lange Interview deckt einige grundlegende Fragen wie die Definition von freier Software und das Verhältnis von GNU und Linux mit Stallmans bereits hinlänglich bekannten Antworten ab. Linux ist für ihn nicht mehr frei, da schon der Kernel unfreie Komponenten in Form von Firmware enthält, die nicht änderbar ist. Zudem sei kaum eine Linux-Distribution vollständig frei von proprietären Komponenten. Die FSF pflegt daher inzwischen eine eigene freie Version von Linux. In Linux Libre fehlen alle die von Stallman bemängelten Firmwaredateien. In Zukunft soll Linux Libre noch freier sein, denn auch Treiber, die ohne eine externe unfreie Firmware nicht funktionieren, sollen entfernt werden.

Das Hauptproblem mit unfreien Treibern sieht Stallman darin, dass sie verhindern, dass man den Quellcode studiert und die Software nach Belieben ändern kann. Wenn man die Software ändern kann, kontrolliert man sie. Wenn das nicht der Fall ist, wird man von der Software kontrolliert.

Das Unterzeichnen von Vertraulichkeits-Vereinbarungen (NDAs) zur Entwicklung von Treibern ist für Stallman nicht in jedem Fall abzulehnen. Es sei falsch, diese zu unterzeichnen, wenn dadurch nützliche technische Informationen zurückgehalten werden. In anderen Fällen könne der Nutzen überwiegen.

Stallman zeigt sich enttäuscht, dass Linux nicht zur GPLv3 gewechselt ist. Alarmierend sind für ihn Informationen, dass einige Projekte angeblich durch Zahlungen von Microsoft dazu bewegt wurden, bei der GPLv2 zu bleiben. Doch insgesamt seien bereits viele Projekte zur GPLv3 gewechselt, und die Lizenz habe sogar dazu beigetragen, dass einige Firmen ihren Quellcode öffneten. Insofern habe die GPLv3 ihren Zweck erfüllt. Ohnehin liege der Unterschied zwischen der GPLv2 und der GPLv3 nur in den Details. Beide verfolgten das Ziel, sicherzustellen, dass alle Kopien aller Versionen von GPL-Software frei bleiben. Die GPLv3 sei darin nur ein wenig besser.

Der Interviewer stellt die These auf, dass die meisten proprietären Betriebssysteme in den USA entwickelt wurden, möglicherweise weil die Gesetzeslage in den USA dies begünstigte. Stallman ist der Ansicht, falls dies zutreffe, sollten die Gesetze geändert werden. Er schließt aber aus, dass Softwarepatente dazu beigetragen haben, da sich diese frühestens 1990 auszuwirken begannen, als diese Betriebssysteme bereits verfügbar waren.

Als wichtigste Initiativen in der Geschichte der freien Softwarebewegung bezeichnet Stallman das GNU-Betriebssystem, die Erweiterungssprache Guile, die allerdings unbedeutend blieb, das Desktopsystem GNOME, den Flash-Ersatz Gnash, GNU PDF und die beiden freien Linux-Distributionen gNewSense und Ututo.

Seine weiteren Ausführungen zu Lizenzen Softwarepatenten und Initiativen enthalten wenig Neues. Insbesondere sein Standpunkt zu Open Source dürfte bekannt sein. Die Unterstützer von Open Source versuchen seiner Ansicht nach, die Existenz der freien Softwarebewegung zu verbergen.

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Kommentare (Insgesamt: 52 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re: Firmware-Files im Kernel (doppelt, Sa, 18. April 2009)
Re[3]: Frei Software (Michael Stehmann, Fr, 17. April 2009)
Re[2]: Frei Software (örxel one, Fr, 17. April 2009)
Re[2]: Weltfremder Fundamentalismus (Trollsocke, Fr, 17. April 2009)
Re[4]: Quellenangaben ? (Du_Guter, Do, 16. April 2009)
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