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Mi, 15. April 2009, 19:12

Software::Entwicklung

Diskussion um GTK+3-Funktionen beginnt

Mit der Veröffentlichung eines ersten Vorschlags für die kommende Generation der GTK+-Bibliothek läuten die Entwickler eine Diskussionsrunde ein.

Das Toolkit GTK+ bildet die Basis der grafischen Oberflächen von GNOME und vielen weiteren Programmen. Trotz einiger recht einschneidender Änderungen wurde die Programmierschnittstelle seit der Version 2.0 kompatibel gehalten, so dass ältere Programme quellcode- oder gar binärkompatibel bleiben. Es erklangen allerdings bereits Stimmen, wonach die momentane Funktionalität von GTK+ nicht mehr für künftige Entwicklungen ausreiche und das Team sich einer neuen Generation des Toolkits widmen sollte.

Als einer der größten Befürworter von GTK+3 gilt Nokia. 2007 beklagte sich das Unternehmen, dass verschiedene gewünschte Funktionen mit der aktuellen Version von GTK+ nur schwer zu realisieren seien. Zwar gebe es immer wieder Möglichkeiten, Probleme mit Hilfe externer Bibliotheken oder anderer Methoden umgehen, doch wäre es für Nokia sinnvoller, alle benötigten Funktionen in GTK+ zu integrieren. Da dies wohl ohne Änderung des APIs nicht möglich sein wird, erhoben Nokia-Entwickler bereits recht früh die Forderung nach einem GTK+ 3.0.

Mitte 2008 gab Kristian Rietveld erste Pläne für GTK+ 3.0 bekannt. Dabei war es bereits von Anfang an klar, dass die neue Generation lange auf sich warten lassen würde. Neun Monate später stehen nun die ersten geplanten Funktionen zur Diskussion bereit. Dabei handelt es sich allerdings keinesfalls um ein in Stein gemeißeltes Diktat, sondern nur um geplante Funktionalität.

Der wohl wichtigste Schritt zur neuen Generation von GTK+ wird die Unterteilung der Entwicklung in drei Prioritätslisten sein. Während sich das Core-Team um die Kernfunktionen kümmern wird, sollen vor allem externe Programmierer Zusatzfunktionalität beisteuern. Dabei will das Team zwischen den Funktionen unterscheiden, die für GTK+ 3 erheblich sind, und denen, die erst in den kommenden Versionen implementiert werden können.

So soll bereits in der ersten Version von GTK+ 3 das auch für die kommende Version von Gtk+ 2.x geplante Full-Offscreen-Rendering eingebaut sein. Damit sollen sich auch Animationen jenseits der normalen Widgets erstellen lassen. Ferner sollen alle öffentlichen Strukturenfelder aus dem Toolkit entfernt werden. Zu den weiteren geplanten Funktionen gehört eine vereinfachte Erstellung von Widgets, leichtere Handhabung von Drag- und Drop und ein neues Transparenz-API. Ferner soll GTK+ 3 auflösungsunabhängig agieren, ein Wunsch, den viele Hersteller bereits früher geäußert haben. In der Zukunft sollen sich mit GTK+ nicht nur UI-Elemente skalieren lassen, sondern auch die dazugehörenden Schriften, Bilder und Layoutinformationen.

Neben den zwingend notwendigen Funktionen behält sich der Entwicklerstamm vor, weitere Funktionen in das Toolkit einzubinden. Der Grad der Unterstützung hängt allerdings einzig und allein von der Gemeinschaft ab. Zu den wichtigsten Neuerungen gehören unter anderem animierte Container, kinetische Physik-Funktionen wie Strecken oder Magnetismus und Effektfunktionen wie Überblendungen oder Schatten. Ferner soll die Erstellung von Layouts vereinfacht werden. Unter anderem sollen automatische Tests des Layouts das Leben der Programmierer erleichtern. Zu den weiteren geplanten Erweiterungen gehören »Label-Styles« ähnlich derer in Mac OS X und Unterstützung für Multipointer- und Multitouch-Geräte.

Die Beschreibung der Funktionalität soll in Kürze in ein neues Wiki überführt werden. Vorerst erwarten die Entwickler allerdings Diskussionen über den Umfang der Neuerungen. Dementsprechend stehen noch keine konkreten Veröffentlichungsdaten fest. Mit einer stabilen Version ist allerdings erst nach Abschluss der Arbeiten an der Kernfunktionen zu rechnen.

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