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Mi, 29. April 2009, 13:34

Minix 3 wird weiter gefördert

Andrew Tanenbaums Minix-Betriebssystem, vor einem Jahr in Version 3 vorgestellt, erhält weitere Fördergelder der EU.

Minix 3 ist nach Angaben der Entwickler um Informatikprofessor Andrew Tanenbaum bereits seit über einem Jahr reif für den praktischen Einsatz. Die Entwicklung wurde als Forschungsprojekt für ein hoch zuverlässiges, sicheres und sich selbst heilendes Betriebssystem begonnen und von der Europäischen Union mit 2,5 Mio. Euro gefördert. Nun wurde diese Förderung um weitere 2,5 Mio. Euro aufgestockt, von denen drei Wissenschaftler und zwei Entwickler für fünf Jahre bezahlt werden. Die Zusammenfassung des Forschungsprojekts ist als PDF-Datei verfügbar.

Minix 3 beruht nach Projektangaben nur locker auf den früheren Versionen von Minix. Wie Minix 1 und Minix 2, die von Andrew Tanenbaum ausschließlich für die Lehre an Informatik-Fakultäten entwickelt wurden, besteht das System aus einem extrem kompakten Microkernel, der nur 30 Systemaufrufe und 5.000 Codezeilen umfasst. Treiber und Dienste laufen vollständig im Userspace und erhalten nur die Privilegien, die sie zum Ablauf benötigen. Eine Komponente namens Reincarnation Server überwacht die Systemprozesse (nicht jedoch die Anwendungen) und startet sie bei einem Absturz neu. Selbst fehlerhafte Treiber sollen Minix 3 nicht zum Absturz bringen, und Benutzer sollen von einem Neustart normalerweise gar nichts bemerken. Aus diesem Grund wird das System als selbstheilend bezeichnet.

Anders als seine Vorgänger, die noch 16-Bit-Systeme waren, ist Minix 3 für moderne Prozessoren gemacht und soll bereits produktiv einsetzbar sein. Das System ist POSIX-konform und soll X11 und die auch unter Linux bekannten Tools ausführen können. Die Anforderungen an Prozessorleistung und RAM sollen gering sein (16 MB RAM), allerdings legt das Projekt mehr Wert auf Sicherheit und Korrektheit als auf Geschwindigkeit. Minix 3 läuft auf x86-Prozessoren und wird zur Zeit auf Xscale und PowerPC portiert. Da noch kein Framework zur Verwendung von Linux- oder BSD-Treibern existiert, dürfte der Mangel an Treibern derzeit die größte Hürde für den praktischen Einsatz von Minix 3 darstellen.

Nachdem Minix 2 im Jahr 2000 unter die BSD-Lizenz gestellt und damit erstmals freie Software wurde, ist Minix 3 von Anfang an frei unter der BSD-Lizenz erhältlich. Mögliche Einsatzgebiete sind nach den Vorstellungen des Projekts hochzuverlässige Systeme, preisgünstige Laptops für die Entwicklungsländer, eingebettete Systeme, Ausbildung sowie Anwendungen, in denen die GPL als zu restriktiv empfunden wird.

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