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Fr, 1. Mai 2009, 22:16

»Russisches Windows« wird es nicht geben

Das zum Jahresanfang dem russischen Präsidenten vorgeschlagene »nationale Betriebssystem« wird es nicht geben.

Der Antrag des Duma-Abgeordneten und Leiters der Unterkommission »Technologische Entwicklung«, Ilja Ponomarew, wurde negativ beschieden. Die Idee, ein »Russisches Windows« zu schaffen, wurde im Vorfeld von 27 Vertretern aus 19 Organisationen diskutiert und ausgearbeitet. Ziel des nationalen Betriebssystems war die Unabhängigkeit von ausländischen Softwareanbietern.

Die Autoren der Antwort gaben an, dass »die nationale Entwicklung von großer Bedeutung« ist und »die Förderung freier Software in der staatlichen Politik Priorität hat«, aber ein nationales Betriebssystem nicht im Sinne der IT-Branche wäre. Zusätzlich werden in dem Schreiben hohe Kosten und Risiken sowie ein nicht zu beurteilender Erfolg als Gegenargumente aufgeführt. Das Ministerium schlug stattdessen vor, eine Sammlung freier Software zu schaffen, um die Interoperabilität der öffentlichen Informationen sicherzustellen und von etwaigen Softwaremonopolen unabhängig zu sein.

Ponomarew möchte sich jedoch nicht damit zufrieden geben. »Wenn sich das Minkomsvjaz (Ministerium für Netze und Massenkommunikation) nicht mit einer nationalen IT-Plattform beschäftigen möchte, haben wir alle Möglichkeiten, mit anderen Behörden zusammen zu arbeiten.«

»Alle Vorschläge des Minkomsvjaz stimmen auf der einen Seite mit unserem Apell überein, auf der anderen Seite führen die Begründungen in der Antwort zu Widersprüchen«, so Ponomarew weiter. »Ich kann die Einrichtung eines nationalen Repositoriums freier Software nur begrüßen, wenn es entstehen wird. Momentan existiert so etwas nicht.«

Die Parlamentarier sind davon überzeugt, dass sich das Minkomsvjaz nicht mit Investitionen im IT-Bereich beschäftigen und dessen Entwicklung lieber im Rahmen liberaler Theorien stimulieren möchte. »Alle massstäblichen High-Tech-Projekte entstanden durch indirekte Beteiligung des Staates. Unix, Internet - das alles waren Nebenprodukte von Regierungsprogrammen... Ich freue mich aber, dass das Ministerium die Notwendigkeit staatlicher Initiativen einsieht und unsere Vorschläge diskutiert.«

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