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Do, 14. Mai 2009, 14:29

Kritik an der Linux-Strategie des Kantons Solothurn

Die Linux-Migration des Kantons Solothurn dauert länger als erwartet und kämpft immer noch mit Software, die nicht für Linux konzipiert wurde.

Nach einem Bericht der Berner Zeitung wird die Kritik an der Migration nun immer lauter. Im Dezember 2001 hatte das Parlament von Solothurn beschlossen, zu Linux zu migrieren. Damit sollten etwa eine Million Franken jährlich an Lizenzgebühren eingespart werden. Die Migration begann entsprechend im Jahr 2002. Sie sollte eigentlich 2007 abgeschlossen sein, ist es aber immer noch nicht.

Die Schwierigkeiten liegen offenbar wie meist bei derartigen Projekten in den bestehenden Anwendungen, die exklusiv für Windows geschrieben wurden und alle einzeln ersetzt werden müssen. Beispielsweise verwendet das Amt für Umwelt (AfU) rund 30 dieser Fachverfahren. Um das Personal nicht zusätzlich zu belasten, wurde vor einem halben Jahr eine auf drei Jahre befristete 50-Prozent-Stelle geschaffen, damit die Umstellung auf Linux einigermaßen reibungslos funktioniert, meldet die Zeitung. Dies bedeute zusätzliche Kosten von 150.000 Franken. Weitere Mehrkosten entstehen durch die Umstellung oder Ersetzung der anderen Fachverfahren, ihre Höhe wird auf mehrere 100.000 Franken geschätzt.

Da die Rechner der Behörden auf dem veralteten Windows NT beruhen, wäre zumindest ein Teil dieser Kosten aber ohnehin fällig geworden. In den Gerichten beklagen sich der Zeitung zufolge aber inzwischen einige Mitarbeiter über nicht mehr richtig funktionierende Software, weil auf wichtige Updates verzichtet werde. Hier solle die Justizsoftware Juris durch das auf Linux lauffähige Konsul ersetzt werden, welches jedoch noch nicht fertig sei. Eine Webseite, von der unklar ist, wer sie betreibt, beschreibt die angeblichen Missstände der Linux-Migration aus Mitarbeitersicht. Bis zur Fertigstellung von Konsul wird nun offenbar ein Windows-Terminalserver eingesetzt.

Die Kritik, der sich auch einige Politiker anschließen, bezieht sich auch darauf, dass bisher keine Kosten der Migration veröffentlicht wurden. Daher will sich die kantonale Finanzkontrolle ab diesem Jahr die Kosten genau ansehen. Der Chef des für die Migration verantwortlichen Amtes für Informatik und Organisation (AIO), Kurt Bader, hält an Linux fest, das nach seiner Ansicht sehr gut funktioniert.

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Kommentare (Insgesamt: 78 || Alle anzeigen || Kommentieren )
nxOKwBgpEao (probable, Do, 22. Oktober 2009)
Re[3]: Solothurner Käsblatt (Werner, Do, 28. Mai 2009)
Re[4]: Lügner! (M wie Meikel, So, 17. Mai 2009)
Re[2]: Solothurner Käsblatt (norbo, So, 17. Mai 2009)
Re: Solothurner Käsblatt (norbi, So, 17. Mai 2009)
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