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Fr, 12. Juni 2009, 14:32

Software::Büro

Microsoft und ODF - FUD-Kampagne und Zusammenarbeit

Rob Weir von IBM sieht eine neue FUD-Kampagne von Microsoft gegen das Open Document Format (ODF) im Gange, zugleich scheint sich das Unternehmen aber auch an der Verbesserung des ODF-Standards zu beteiligen.

Als Chefarchitekt des Open Document Format (ODF) bei IBM ist Rob Weir mit dem Format sowie der Standardisierung, die bei OASIS sowie im technischen Komitee ISO/IEC JTC 1 SC 34 bei der ISO/IEC stattfindet, bestens vertraut.

In einem Blog-Eintrag diese Woche schreibt Weir über verschiedene Aussagen von Microsoft-Vertretern in öffentlichen Medien, die ODF in ein schlechtes Licht stellen wollen. So wurde »in einer baltischen Republik« kürzlich für die Anerkennung des zwar von der ISO/IEC standardisierten, aber praktisch gescheiterten OOXML geworben. Dabei wurde die Behauptung vorgebracht, dass keine Software ODF verwende, so wie es standardisiert worden sei. Diese sei allerdings falsch und längst widerlegt.

Gestützt wurde die Behauptung durch einen Verweis auf einen Wikipedia-Eintrag, der von Microsoft-Mitarbeiter Alex Brown stammt. Dieses Muster wiederholt sich laut Weir mehrfach: FUD von Microsoft werde über Mittelsmänner in Medien wie Wikipedia eingebracht, später wird auf diese Einträge als »Fakten« verwiesen.

Weitere Behauptungen von Microsoft, die Weir als Lügen bezeichnet, sind, dass der ODF-ISO-Standard derzeit nicht gepflegt werde und über 100 Fehler seit drei Jahren nicht korrigiert würden, und dass IBM selbst ODF Version 1.1 nicht empfehle, sondern ODF 1.2, das offiziell noch gar nicht existiert. Für Weir ist die augenscheinlich zur Zeit laufende Kampagne unter anderem ein Versuch, von der mehr als bescheidenen Umsetzung von ODF-Interoperabilität in MS Office 2007 SP2 abzulenken.

Außerdem seien 15 Verbesserungsvorschläge von Microsoft, die ODF betreffen, im Komitee abgelehnt worden, behaupteten Microsoft-nahe Quellen. Laut Weir jedoch wurde über diese Vorschläge nicht einmal abgestimmt, weil Microsoft sie gar nicht zur Abstimmung vorgelegt hätte. Dies sei eine alleinige Entscheidung von Microsoft gewesen.

Weir zieht aus der Konstellation zwischen Microsoft und von Microsoft bezahlten Beratern, die Einträge in der Wikipedia durch »FUD, Verzerrungen der Tatsachen und Lügen« manipulieren, den Schluss, dass man derzeit kein Vertrauen in Wikipedia-Artikel setzen dürfe, die sich mit ODF und OOXML befassen. Interessierte sollten sich aus offiziellen Quellen wie OASIS informieren.

Auf der anderen Seite scheint Microsoft auch an der Verbesserung von ODF für die nächste Version mitzuarbeiten. Alex Brown und Rick Jelliffe seien auf der Mailingliste von OASIS sogar so aktiv, dass sie alle anderen Beiträge in den Schatten stellen, heißt es in einem Kommentar zum Groklaw-Artikel. Während diese Flut von Beiträgen von einigen in Frage gestellt wird, weisen andere darauf hin, dass es sich tatsächlich um Hinweise handelt, wo es in ODF Unklarheiten gibt, also um eine aktive Mitarbeit zur Verbesserung des Standards.

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