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Mo, 15. Juni 2009, 13:31

Unternehmen

Keine Beschwerde gegen Microsoft-Vergabe im Kanton Bern

Die Beschwerdefrist im Falle der publizierten freihändigen Vergabe des Kantons Bern an Microsoft ist abgelaufen, eine Beschwerde wurde allerdings nicht eingereicht, denn statt dessen beabsichtigen die Verwaltung und die Open-Source-Gemeinschaft eine engere Zusammenarbeit.

Nach Gesprächen zwischen der Swiss Open Systems User Group /ch/open und der Finanzdirektion des Kantons Bern haben die Open-Source-Dienstleister, welche gegen eine vergleichbare Vergabe des Bundes Beschwerde eingereicht hatten, auf eine Beschwerde gegen den Kanton Bern verzichtet. Zwar halten die Informatikverantwortlichen des Kantons am Microsoft-Auftrag fest, haben jedoch Interesse an einer engeren Kooperation mit der Open-Source-Gemeinschaft in den übrigen Bereichen der Kantonsinformatik signalisiert haben.

Wie Ende Mai bekannt wurde, hat der Kanton Bern die freihändige Vergabe eines Auftrags im Umfang von 27 Millionen Franken an Microsoft publiziert. Mit diesem Auftrag soll die bestehende Microsoft-Kantonslizenz 2005-2010 für die Jahre 2011-2017 verlängert werden. Die Enttäuschung auf Seiten der Open-Source-Dienstleisterfirmen war groß, wurde doch ein weiterer Millionenauftrag ohne öffentliche Ausschreibung für weitere sieben Jahre an Microsoft vergeben. Dementsprechend hoch war die Bereitschaft, auch in diesem Fall Beschwerde gegen die freihändige Vergabe einzureichen.

Durch Gespräche zwischen der im Kanton zuständigen Finanzdirektion und den Dienstleistern bzw. der Swiss Open Systems User Group /ch/open konnten die Fronten aufgeweicht werden. Nachdem der Kanton Bern zugesichert hat, dass er künftig intensiv mit der Open-Source-Gemeinschaft auf höchster Verwaltungsebene zusammenarbeiten und dort wo zweckmäßig den vermehrten Einsatz von Open-Source-Lösungen außerhalb der Microsoft-Betriebssystemumgebung fördern will, beschlossen die Open-Source-Dienstleister, auf eine Beschwerde zu verzichten. Nach wie vor sind sie allerdings der Überzeugung, dass freihändige Vergaben von Informatikaufträgen den Wettbewerb verzerren und damit fragwürdig sind hinsichtlich der Grundsätze des öffentlichen Beschaffungswesens.

Mit der Zusicherung der Verwaltung für eine engere Zusammenarbeit und für einen verstärkten Einsatz von Open-Source-Software in den übrigen Bereichen der Kantonsinformatik erhoffen sich nun die Open-Source-Dienstleister, ihre Anliegen auf einvernehmlichem Weg einbringen zu können. Diese Vereinbarung wird auch in der kommenden Antwort auf die Interpellation von EVP-Grossrat Marc Jost thematisiert, welche vom Grossen Rat in der Septembersession behandelt werden soll.

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