Also, ich finds gut. Auch wenn der Treiber für Microsoft ein Mittel zum Zweck ist, so hätte man auch einfach eine verweigernde Haltung einnehmen können.
*traeum on* Wird Microsoft etwa vom Gedanken freier Software "angesteckt" ? *traeum off*
>... irgendwie stellen sich bei mir automatisch die Nackenhaare auf, bei dem Gedanken das MS-"Technologie" in den Linux-Kernel einfließt
Ich kann mir auch nicht vorstellen, warum das bei dir ist. Es ist doch gut, wenn eine Firma - wer auch immer es ist - OpenSource Software schreibt, oder? Wo ist das Problem? Auch bei Microsoft, werden jeden neue Leute eingestellt, die während ihrer Ausbildung/Studium mit OpenSource in Berührung gekommen sind. Manche von Ihnen werden in höhere Positionen aufsteigen und evtl. sogar OpenSource freundliche Entscheidungen treffen.
man sieht bei Microsoft Virtualisierung seit jeder nicht Open Source als Problem, sondern die "virale" Lizenz unter der GNU und weite Teil der Open Source inzwischen stehen. Mit BSD-Code hatten die jedenfalls noch nie Probleme und haben es oft erfolgreich für sich genutzt.
Dass sie mit dem Code-Release unter GPLv2 in Linux implizit auch ein Patentversprechen abgeben ist natürlich sehr gut.
Von Christopher Roy Bratusek am Mi, 22. Juli 2009 um 07:45 #
Naja, dank der viralen GPL kann Windows "unseren" Netzwerkstack nicht für sich beanspruchen ("who copied whom"), die BSD-Lizenz, welche es M$ erlaubt BSD Code zu verwenden, ohne in als BSD Code weiter zu geben, erhöht die Qualität dieses Fensters um 3000%, ist also völlig kontraproduktiv.
Komisch, ich sehe die Verbesserung von Software als Resultat von FOSS nicht als kontraproduktiv an. Aber vielleicht bin ich zu viel Techniker, und zu wenig Philosoph.
Von Christohper Roy Bratusek am Mi, 22. Juli 2009 um 13:58 #
>> Software als Resultat von FOSS nicht als kontraproduktiv an
Hmmmja, kommt drauf an, M$ z.B. behauptet immer wir klauen und dann das mit dem Netzwerkstack, so eine Farce wäre mit der GPL nicht passiert. Abseits von solchen Trottelfirmen wie M$ ist mir das Wurst.
>> Aber vielleicht bin ich zu viel Techniker, und zu wenig Philosoph.
Sorry, aber wenn ich als Entwickler explizit und wissentlich eine Lizenz wähle, die es Firmen erlaubt, den Code in ihre geschlossenen Produkte aufzunehmen, dann ist es nicht "kontraproduktiv", wenn eine Firma dies auch macht, sondern eben normale Nutzung entsprechend der Lizenz. Dann das Heulen anzufangen und über "Trollel" und "M$" (diese Schreibweise alleine sagt schon genug über den Schreiber aus) ist albern.
Ist ja irgendwie lustig. Microsoft vermengte also bei der Programmierung des Treibers eigene Entwicklungen mit GPL Code und dann muss jemand mit Microsoft darüber verhandeln ob das Ergebnis unter der GPL veröffentlicht wird?
Aber mal davon abgesehen: Hat jemand eine Ahnung ob sich in diesem Treiber von Microsoft patentierte Technologie befindet (Alleine schon der Begriff "patentierte Technologie" klingt bei Software irgendwie komisch / falsch)? Und wenn ja, sind diese Patente überhaupt noch geschützt, wenn der Patentinhaber diese in GPL Software einbaut?
Jein, wenn es Patente von Microsoft sind, die in diesem Code verwendet werden, dann haben sie diese der Verwendung unter der GPL mit diesem Code drop freigegeben. Oder sie wuerden gegen ihre "eigene" Lizences verstossen.
Nein. Die v2 der GPL beinhaltet keine implizite Patent-Lizenz. Was sie genau über Patente sagt (bzw welchen Bestand das vor Gericht hätte), weiss nichtmal die FSF. Das war ein Grund für die v3.
Das was ich in der GPLv2 über Patente fionden konnte war folgendes:
7. [...] For example, if a patent license would not permit royalty-free redistribution of the Program by all those who receive copies directly or indirectly through you, then the only way you could satisfy both it and this License would be to refrain entirely from distribution of the Program. [...]
Es scheint mir, als würde Microsoft, wenn sie später eine Patentverletzung durch Microsoft-Code, der von RedHat verteilt wird, einklagen wollten, nur sehr schwache Argumente zur Verfügung haben. Denn laut 7. dürfen sie solchen Code gar nicht erst selbst unter der GPLv2 verteilen. D.h. durch die Verteilung des Codes haben sie jedem die Erlaubnis gegeben, eventuelle Patentrechte für diesen Code zu verletzen.
Das hat natürlich keine Auswirkungen darauf, ob RedHat für die Verletzung von VFAT Patenten belangt werden kann. Solange nicht Microsoft selbst einen Linux-Kernel weitergibt, der den (patentverletzenden) VFAT Code beinhaltet, hat man leider immer noch keine VFAT Patentlizenz.
Ich kenne den Abschnitt, aber ich spreche nicht genug US-amerikanisches Legalese, um das wirklich interpretieren zu können.
Deshalb vertraue ich auf die Interpretation der FSF -- und dort liest sich das etwas anders, siehe z.B. GPL FAQ. Die FSF weiss es also selbst nicht, und es ist zudem noch länderabhängig. Das deckt sich mit meinem sonstigen Informationsstand ("Frag 10 Anwälte, was die GPLv2 zu Patenten sagt, und du bekommst 15 unterschiedliche Antworten").
Die Rechtslage bei Patenten und GPLv2 ist also alles andere als klar.
dann schenk ich dir eine Tafel Schokolade und verklage dich anschliessend, wenn du die gegessen hast.
Sicher ist dies keine aktive Patentübertrag. Nur stellt MS ein Stück Software zur freien Nutzung anderen unter die GPL. Wenn jetzt jemand dies nutzt. Nun kann MS aber nicht hintenrum durch Patente dies einschränken. Sonst wäre die Lizenz nicht in ihrem Umfang nutzbar. Es handelt sich eben nicht um einen Nachbau wie Mono, sondern um das originale Stück von MS selbst.
Es ist völlig egal, wer wessen Nachbau ist. Die GPLv2 beinhaltet keine Patent-Lizenz. Selbst die FSF sieht das so. Da kannst du noch so viel über Schokoladen reden.
Früher war ich nicht ganz einverstanden damit, dass soviele Entwickler an einem sauberen Kernel festhalten (man denke nur an ATI/AMD und nVidia-Grafiktreiber).
Aber das ist wohl ein Resultat daraus, dass man so am GPL festgehalten hat. Und ich begrüße es.
Ich arbeite für ein größeres Systemhaus. Eine produktive Maschine mit Hyper-V ist mir bisher nicht untergekommen, größere Virtualisierungsprojekte werden hier in der Gegend quasi nur mit VMWare ESX gemacht.
3 Hyper-V Hosts laufen hier bisweilen seit einem halben Jahr produktiv - in einer MS-dominierten Umgebung. Gerade für die Kollegen, die aus der MS-Ecke kommen, hatte es den Vorteil, nicht völlig fremd wie ESX(i) zu sein.
Das Budget für grosse ESXe (Edu-Bereich) hätten wir nicht gehabt. Und ESXi war uns wiederum zu eingeschränkt, besonders was die Aktualisierung anbelangt. Damals war KVM noch nicht genug weit und bei Xen habe ich den Eindruck, dass man nicht weiss, ob, von wem und wie es weitergehen soll (als offene Version).
Sobald die Unterstützung für das Netzwerkinterface usw. besser wird, können es dann bald auch mehr als die 1-2 Debian-VMs für Monitoring / Indianer werden *hoff*.
Meinste wohl nicht ganz so wie dus geschriebven hast, aber ums mal auszuschreiben, genau genommen bieten sie ja eher durch die Virtualisierung Linux für Windows an, sie sorgen nur dafür, dass Linux unter Windows auf richtig läuft. Demnach bieten sie eher Linux-Software für Windows an. Sollte es aber mal MS Office für Linux geben, dann hätte Linux wirklich gewonnen =)
Es wäre auch zu schön gewesen: Microsoft hatte zuvor eine GPL-Verletzung begangen. Ein Netzwerktreiber in Microsofts HyperV benutzt u.a. Code, der unter der GPL steht. Dieser Code wurde statisch zu Closed-Source-Binaries gelinkt, was laut GPL verboten ist. Novell und Microsoft haben dieses Problem anscheinend unter der aktiven Vermeidung von allzu viel Tam-Tam gelöst: http://www.osnews.com/story/21882/ Microsoft_s_Linux_Kernel_Code_Drop_Result_of_GPL_Violation und http://linux-network-plumber.blogspot.com/2009/07/ congratulations-microsoft.html
Nur zur Ergänzung: http://www.heise.de/open/Microsofts-GPL-Infekt--/artikel/142495 Das Kuriose an dieser GPL-Verletzung ist anscheinend, dass GPL-Code gewissermaßen Microsofts eigenen proprietären Treiber - also Microsofts eigenen Code - "infiziert" hat. Microsoft hat aber letztendlich logisch und vorbildlich reagiert und die betreffenden Treiber unter der GPL-Lizenz freigegeben. Das ist nun ein ganz anderes Verhalten als das, was NVidia und AMD/ATI im Hinblick auf ihre proprietären Kernel-Blobs bisher zeigen. Gerade in dieser Hinsicht ist das eine sehr spannende Begebenheit.
Microsoft ist übrigens anderer Meinung: http://port25.technet.com/ archive/2009/07/23/the-linux-integration-component-drivers.aspx Microsoft hat demnach freiwillig die GPL-Lizenz für seinen Code gewählt, was wohl heissen soll, dass es keine GPL-Verletzung gegeben habe. Das ganze Genörgle in der Linuxwelt über die GPL-Kontribution Microsofts ist schlichtweg unangebracht. Sieh es doch positiv: Die GPL hat ihren Zweck wieder einmal erfüllt. Eine sehr gute Lizenz. In diesem Fall sogar für Microsoft.
lg
Erik
*traeum on*
Wird Microsoft etwa vom Gedanken freier Software "angesteckt" ?
*traeum off*
dienase
... irgendwie stellen sich bei mir automatisch die Nackenhaare auf, bei dem Gedanken das MS-"Technologie" in den Linux-Kernel einfließt
ich kann das nicht rational begründen, aber mir schaudert es bei dem Gedanken
hoffentlich wissen alle beteiligten Linuxer, was sie tun
Ich kann mir auch nicht vorstellen, warum das bei dir ist. Es ist doch gut, wenn eine Firma - wer auch immer es ist - OpenSource Software schreibt, oder? Wo ist das Problem? Auch bei Microsoft, werden jeden neue Leute eingestellt, die während ihrer Ausbildung/Studium mit OpenSource in Berührung gekommen sind. Manche von Ihnen werden in höhere Positionen aufsteigen und evtl. sogar OpenSource freundliche Entscheidungen treffen.
Wie z.B. diese hier.
Grüße!
mo
man sieht bei Microsoft Virtualisierung seit jeder nicht Open Source als Problem, sondern die "virale" Lizenz unter der GNU und weite Teil der Open Source inzwischen stehen. Mit BSD-Code hatten die jedenfalls noch nie Probleme und haben es oft erfolgreich für sich genutzt.
Dass sie mit dem Code-Release unter GPLv2 in Linux implizit auch ein Patentversprechen abgeben ist natürlich sehr gut.
Gruss,
Kay
Hmmmja, kommt drauf an, M$ z.B. behauptet immer wir klauen und dann das mit dem Netzwerkstack, so eine Farce wäre mit der GPL nicht passiert. Abseits von solchen Trottelfirmen wie M$ ist mir das Wurst.
>> Aber vielleicht bin ich zu viel Techniker, und zu wenig Philosoph.
In dem Fall: Ja
Aber mal davon abgesehen:
Hat jemand eine Ahnung ob sich in diesem Treiber von Microsoft patentierte Technologie befindet (Alleine schon der Begriff "patentierte Technologie" klingt bei Software irgendwie komisch / falsch)? Und wenn ja, sind diese Patente überhaupt noch geschützt, wenn der Patentinhaber diese in GPL Software einbaut?
7. [...] For example, if a patent license would not permit royalty-free redistribution of the Program by all those who receive copies directly or indirectly through you, then the only way you could satisfy both it and this License would be to refrain entirely from distribution of the Program. [...]
Es scheint mir, als würde Microsoft, wenn sie später eine Patentverletzung durch Microsoft-Code, der von RedHat verteilt wird, einklagen wollten, nur sehr schwache Argumente zur Verfügung haben.
Denn laut 7. dürfen sie solchen Code gar nicht erst selbst unter der GPLv2 verteilen. D.h. durch die Verteilung des Codes haben sie jedem die Erlaubnis gegeben, eventuelle Patentrechte für diesen Code zu verletzen.
Das hat natürlich keine Auswirkungen darauf, ob RedHat für die Verletzung von VFAT Patenten belangt werden kann. Solange nicht Microsoft selbst einen Linux-Kernel weitergibt, der den (patentverletzenden) VFAT Code beinhaltet, hat man leider immer noch keine VFAT Patentlizenz.
Deshalb vertraue ich auf die Interpretation der FSF -- und dort liest sich das etwas anders, siehe z.B. GPL FAQ. Die FSF weiss es also selbst nicht, und es ist zudem noch länderabhängig. Das deckt sich mit meinem sonstigen Informationsstand ("Frag 10 Anwälte, was die GPLv2 zu Patenten sagt, und du bekommst 15 unterschiedliche Antworten").
Die Rechtslage bei Patenten und GPLv2 ist also alles andere als klar.
> eventuelle Patentrechte für diesen Code zu verletzen.
Die Rechtslage ist bestenfalls unklar. Deshalb gibt es übrigens die GPLv3.
Sicher ist dies keine aktive Patentübertrag. Nur stellt MS ein Stück Software zur freien Nutzung anderen unter die GPL. Wenn jetzt jemand dies nutzt. Nun kann MS aber nicht hintenrum durch Patente dies einschränken. Sonst wäre die Lizenz nicht in ihrem Umfang nutzbar. Es handelt sich eben nicht um einen Nachbau wie Mono, sondern um das originale Stück von MS selbst.
Der Omega13.
Aber das ist wohl ein Resultat daraus, dass man so am GPL festgehalten hat. Und ich begrüße es.
Das Budget für grosse ESXe (Edu-Bereich) hätten wir nicht gehabt. Und ESXi war uns wiederum zu eingeschränkt, besonders was die Aktualisierung anbelangt. Damals war KVM noch nicht genug weit und bei Xen habe ich den Eindruck, dass man nicht weiss, ob, von wem und wie es weitergehen soll (als offene Version).
Sobald die Unterstützung für das Netzwerkinterface usw. besser wird, können es dann bald auch mehr als die 1-2 Debian-VMs für Monitoring / Indianer werden *hoff*.
Sobald Microsoft Software für Linux anbietet, weiß er, dass er gewonnen hat. Oder so ähnlich.
Demnach bieten sie eher Linux-Software für Windows an.
Sollte es aber mal MS Office für Linux geben, dann hätte Linux wirklich gewonnen =)
Microsoft hatte zuvor eine GPL-Verletzung begangen.
Ein Netzwerktreiber in Microsofts HyperV benutzt u.a. Code, der unter der GPL steht. Dieser Code wurde statisch zu Closed-Source-Binaries gelinkt, was laut GPL verboten ist.
Novell und Microsoft haben dieses Problem anscheinend unter der aktiven Vermeidung von allzu viel Tam-Tam gelöst:
http://www.osnews.com/story/21882/
Microsoft_s_Linux_Kernel_Code_Drop_Result_of_GPL_Violation
und
http://linux-network-plumber.blogspot.com/2009/07/
congratulations-microsoft.html
Nur das eigentliche Faktum war IMHO nicht korrekt benannt worden.
http://www.heise.de/open/Microsofts-GPL-Infekt--/artikel/142495
Das Kuriose an dieser GPL-Verletzung ist anscheinend, dass GPL-Code gewissermaßen Microsofts eigenen proprietären Treiber - also Microsofts eigenen Code - "infiziert" hat.
Microsoft hat aber letztendlich logisch und vorbildlich reagiert und die betreffenden Treiber unter der GPL-Lizenz freigegeben.
Das ist nun ein ganz anderes Verhalten als das, was NVidia und AMD/ATI im Hinblick auf ihre proprietären Kernel-Blobs bisher zeigen.
Gerade in dieser Hinsicht ist das eine sehr spannende Begebenheit.
http://port25.technet.com/
archive/2009/07/23/the-linux-integration-component-drivers.aspx
Microsoft hat demnach freiwillig die GPL-Lizenz für seinen Code gewählt, was wohl heissen soll, dass es keine GPL-Verletzung gegeben habe.
Das ganze Genörgle in der Linuxwelt über die GPL-Kontribution Microsofts ist schlichtweg unangebracht.
Sieh es doch positiv: Die GPL hat ihren Zweck wieder einmal erfüllt. Eine sehr gute Lizenz. In diesem Fall sogar für Microsoft.