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Thema: Debian künftig alle zwei Jahre

1 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von --- am Mo, 3. August 2009 um 05:07 #
"Da besteht kein Diskussionsbedarf."

Doch, der besteht.
Siehe die neuesten Newsmeldungen auf debian.org und auch hier auf Prolinux.

"Es geht darum, das du nicht willst, das Debian sich mit Ubuntu synchronisiert und andere Distributionen auf Debian leicht aufbauen können."

Es geht darum, dass Debian schon jetzt im Zwei-Jahres-Zyklus veröffentlicht. Mit dem Freeze droht eine Verkürzung auf knapp über die Hälfte. Ob in viereinhalb Monaten die in http://www.pro-linux.de/news/2009/14519.html beschriebenen Squeeze-Ziele zu erreichen sind, wird sich zeigen. Ich bin da skeptisch.

"Dann kann man sich ja gut vergleichen."
Das bezog sich ja auf KDE 3.5.
Debians kde-core in Kubuntu ist im Gegensatz zu kubuntu-desktop (kde-core + kubuntu-settings samt vielen in Upstream nicht vorhandenen Abhängigkeiten) im Hinblick auf schwere Fehler praktisch bugfrei.

"Ich zitiere deine kranke Denke nochmal:
Wenn Debian diese Entscheidung des Release-Teams tatsächlich umsetzen sollte, werden wahrscheinlich neue Distros entstehen, die Ubuntu selbst als Debianabkömmlinge im Server- bzw. Firmenbereich Konkurrenz machen werden, angelockt durch den nun festen zweijährigen Freeze-Modus von Debian."

Das hat nichts mit krank zu tun. Das verbitte ich mir auch.
Das ist ein Faktum, mit dem Canonical als Ubuntus kommerzieller Arm kurzfristig rechnen muß. Canonical will mit Debian synchronisieren, um weniger Arbeit mit LTS-Releases zu haben, das wird auch anderen zugute kommen. Letztlich kommt man nur durch eigenen Fleiß zum kommerziellen Erfolg, nicht durch das überwiegende Übernehmen der Arbeit anderer. Canonical wird so kaum etwas verkaufen können, was nicht auch andere schon haben. Selbst der kommerzielle Support, der schon von deutschen Firmen, die u.a. Debianentwickler beschäftigen, im Stile von RHEL-ähnlichen Unterstützungszeiten angeboten und verkauft wird, ist hier um Längen besser und vor allem präsenter.

Du hast im übrigen treffend zitiert:
"Debian welcomes and encourages organisations that want to develop new distributions based on Debian. However, in the spirit of Debian's social contract, we ask them to contribute their work to the main distribution so that ultimately, all users can benefit from improvements."

Das Problem ist nur, das kaum etwas zurückfließt. Und das würde sich durch eine mögliche Synchronisation auch nur wenig ändern (punktuelle Zusammenarbeit gibt es übrigens auch jetzt schon, auch ohne "Zwangs-Freeze").
Unter "Zurückfließen" würde ich z.B. verstehen, dass Kubuntu KDE 4.3 fertigstellt und Debian diesen fast unverändert nach Squeeze übernimmt. Das wäre doch einmal was.
Mit dem Problem des "Nicht-Zurückfliessens" sind wir auch schon bei Xandros. Sich nur an die GPL halten, erachte ich als zu wenig. Xandros hat sich auch genauso wie Novell bei seinem Pakt mit Microsoft an die GPL (v.2) gehalten. Toll, nicht?
Meines Wissens ist von den ganzen, zum Teil sehr durchdachten Xandros-KDE-"Addons" anscheinend kein einziges in Richtung Debian oder KDE zurückgeflossen, warum auch immer.
Das gilt leider auch für ein kleines Programm von Xandros, mit dem man, wie von Windows her gewohnt, ganz einfach Bildschirmauflöung, -frequenz und Farbtiefe individuell einstellen konnte. An der Möglichkeit, in der GUI die Farbtiefe individuell einstellen zu können, scheitert bis dato - außer OpenSuse, die das mit Sax2 ermöglichen - jedes Ubuntu.
Aber vielleicht liege ich ja auch völlig falsch und die Linuxcommunity wollte die Xandros-Errungenschaften einfach nicht übernehmen. :-)

"Wenn Debian sich festen Freeze-Zeiten verpflichtet"

Wie schon oben gesagt, hat Debian schon feste Zeiten, gerade, was die Veröffentlichungen anbelangt: Sarge kam 2005 heraus, Etch 2007 und Lenny 2009. Das ist nach Adam Riese ein fester Release-Zyklus von zwei Jahren. Das ist alles, was Debian braucht. Von einem Lenny and a half-Release als nicht vollwertigen Debian-Release mit Namen Squeeze in 2010 hat Debian nur wenig.

So, das Wichtigste hast Du allerdings scheinbar immer noch nicht registriert:
Die Hauptkritik entzündete sich an der Art und Weise, wie dieser angebliche Beschluss durchgedrückt werden sollte. Und genau hier ist das Release-Team zurückgerudert. Debian ist demokratisch verfasst und Entwickler-Demokratie heisst hier nur eines: Diskussion muß möglich sein, bevor solche Beschlüsse endgültig gefasst werden und vor allem Dingen werden es die einzelnen Entwickler-Teams sein, die in ihrer Gesamtheit darüber befinden werden, ob sie diese Ziele im Rahmen eines solchen frühen Freezes erreichen können. Denn nur dann, wenn diese Entwickler-Teams die Ziele, die vom Release-Team ausgegeben wurden, auch aller Wahrscheinlichkeit nach fast alle erreichen werden, macht ein Freeze überhaupt Sinn.

Fazit:
Die Entscheidung über den Zeitpunkt des Freezes ist noch nicht gefallen. Sie fällt endgültig wahrscheinlich erst Anfang September.
Lies bitte http://www.debian.org/News/2009/20090730:
"(...) In the light of these goals and also in consideration of the Debian community's feedback to the release team's initial announcement during the keynote of this year's DebConf in Caceres, Spain, the Release Team has additionally decided to revisit its decision on December 2009 as the proposed freeze date. A new timeline will be announced by the Debian Release Team in early September. (...)"
und http://www.pro-linux.de/news/2009/14519.html.

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