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Do, 30. Juli 2009, 12:58

Gesellschaft::Politik/Recht

GNU Emacs 23 mit vollständiger Unicode-Unterstützung

Die Free Software Foundation (FSF) hat die Veröffentlichung von GNU Emacs Version 23 bekannt gegeben, die unter anderem Unicode-Unterstützung bringt.

GNU Emacs als IDE mit dem GDB-Debugger

gnu.org

GNU Emacs als IDE mit dem GDB-Debugger

GNU Emacs stellt einen Texteditor dar, der eine Vielzahl von Funktionen enthält und durch seine Programmierschnittstelle mit beliebigen Erweiterungen ausgestattet werden kann. Er enthält Erweiterungen für so verschiedene Dinge wie das Kompilieren und Debuggen von Programmen, die Handhabung von E-Mail sowie Unterstützung des X Window System. Zum Spaß und zur Demonstration, was mit Emacs Lisp alles angestellt werden kann, enthält der Editor auch einen »Psychotherapeuten« sowie diverse Spiele. Zu Emacs gehören außerdem ein Lernprogramm sowie die Dokumentation. Ferner ist Emacs universell verwendbar und auch auf vielen anderen Plattformen verfügbar.

Über zwei Jahre nach der letzten Hauptversion steht nun auf der Seite des Projektes die Version 23 der freien »programmierbaren Textverarbeitung« zum Download bereit. GNU Emacs 23 kommt mit zahlreichen Neuerungen und Verbesserungen. Aus der Sicht der Anwender stellt eine der wichtigsten neuen Funktionen die Unterstützung von UTF-8 dar. Dazu haben die Entwickler die interne Kodierung auf Unicode umgestellt. Der früher benutzte »emacs-mule« ist allerdings weiterhin sowohl zum Schreiben als auch Lesen von Dateien verfügbar. Durch die Änderung können byte-compilierte Dateien mit Nicht-ASCII-Zeichen nicht mehr korrekt in früheren Versionen von Emacs gelesen werden. Dateien, die mit Emacs 20, 21 oder 22 erstellt wurden, sind aber weiterhin mittels »emacs-mule« auch in Emacs 23 lesbar.

Eine weitere Neuerung von Emacs 23 stellt die Umstellung der Anbindung von Schriften dar. Emacs kann verschiedene Schrift-Backends nutzen und setzt auf Freetype und fontconfig auf. Die Umschaltung der verschiedenen Backends kann mit der Option »FontBackend« gesetzt werden. Ist die nicht vorhanden, versucht die Applikation alle vorhandenen Backends zu erkennen und einzubinden. Für Antialiasing sorgt in Emacs 23 die Xft-Bibliothek.

Neu in der aktuellen Version ist auch die Möglichkeit, sowohl den X-Server als auch Konsolen in einer Sitzung zu nutzen. Dazu muss zuvor allerdings der Emacs-Server gestartet werden. Neue Client-Anwendungen können fortan ihre Frame-Sitzungen an den Server übermitteln. Darüber hinaus kann Emacs mit der Option »--daemon« im Hintergrund als Server gestartet werden.

Eine weitere Änderung stellen der neue DocView-Modus zur Anzeige von PDF-, PostScript- und DVI-Dateien und Modi zur Anbindung an D-Bus und GNU Privacy Guard (EasyPG) dar. Neu sind ebenfalls eine GNUstep- und eine Mac OS X-Portierung. Damit haben die Entwickler allerdings die alte Carbon-Portierung eingestellt. Ferner planen die Entwickler, in den kommenden Versionen alte libc5-Linux-Versionen, COFF-basierte FreeBSD-, NetBSD- und OpenBSD-Varianten, Solaris 2.6, Solaris für IBM RS6000 Systeme, alte UNIX System V und nicht x86-basierte Unixware-Plattformen nicht mehr zu unterstützen. Eine sehr ausführliche Liste aller Änderungen kann der NEWS.23.1-Datei entnommen werden.

GNU Emacs kann ab sofort aus den Savannah-Repositorien oder per FTP bezogen werden. Ferner stehen die Quellen auch auf den zahlreichen Mirror-Servern des Projektes zum Download bereit.

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