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So, 2. August 2009, 11:55

Software::Distributionen::Debian

Debian diskutiert Freeze-Termin

Nach der jüngsten Ankündigung des Debian-Projektes, Veröffentlichungen künftig alle zwei Jahre anzustreben, steht der ursprünglich angekündigte Dezember-Termin für das Einfrieren der Entwicklung zur Debatte.

Am 29. Juli hatte das Projekt verkündet, künftig alle zwei Jahre im Dezember den Stand der Entwicklung einfrieren zu wollen, um eine Veröffentlichung in der ersten Hälfte des darauffolgenden Jahres zu erreichen. Wie sich kurz darauf herausstellte, waren viele Debian-Entwickler von der durch das Veröffentlichungs-Team offenbar einseitig angekündigten Änderung überrascht. Zwar besitzt das Team die Befugnisse, Termine festzulegen, doch kann das nur in Abstimmung mit dem Rest des Projektes geschehen.

So schreibt nun Release-Manager Luk Claes in einer Mail an die Release-Mailingliste, dass eine Diskussion über den Dezember-Termin erwünscht sei und der Termin dementsprechend noch geändert werden könne. Er bezeichnet den Zweijahresabstand zwischen zwei Veröffentlichungen als den sinnvollsten, dieser steht allerdings auch kaum in der Kritik. Genau genommen beträgt nur der Abstand zwischen zwei Freeze-Terminen genau zwei Jahre. Die Debian-Entwickler haben nach dem Freeze immer noch einige Monate Zeit, die Distribution fertigzustellen und sie zu veröffentlichen, wenn sie »fertig« ist.

Claes plädiert für eine Veröffentlichung jeweils schon im ersten Quartal jedes zweiten Jahres, daher solle der Freeze im Dezember erfolgen. Er will vermeiden, dass ein Freeze während der Debian-Konferenz Debconf in Kraft ist, die immer im Sommer stattfindet. Dies wäre seiner Ansicht nach kontraproduktiv, daher müsse die Veröffentlichung vorher über die Bühne gehen. Ob stattdessen eine Verlegung der Konferenz in Frage kommt, ist noch nicht absehbar.

Dass der Dezember-Termin noch nicht endgültig ist, wird auch vom Debian-Projekt in einer weiteren offiziellen Mitteilung bestätigt. In dieser Mitteilung betont das Projekt, dass diese Ziele nicht zugunsten eines Termins aufgegeben werden, und gibt die bisherigen Ziele bekannt, die bei der Veröffentlichung von Debian 6.0 »Squeeze« erfüllt sein sollen. Darunter befinden sich die Unterstützung für mehrere Architekturen auf einem Rechner (Multiarch), womit die Mischung von 32- und 64-Bit-Software auf einem 64-Bit-System einfacher wird, die Integration von kFreeBSD, wodurch mit dem FreeBSD-Kernel erstmals ein nicht auf Linux beruhender Kernel in Debian verfügbar wird, ein schnelleres und zuverlässigeres Hochfahren mit dash als neue Standard-Shell und einem abhängigkeitsgesteuerten und parallelen Startvorgang, eine verbesserte Qualitätssicherung mit zahlreichen neuen automatisierten Prüfungen der Pakete, neue Paketformate mit höherer Kompression und anderen Verbesserungen, Entfernen veralteter Pakete, vollständige Unterstützung für IPv6, Unterstützung für sehr große Dateien, automatische Erzeugung von Debug-Paketen für die gesamte Distribution, Verschiebung der langen Paketbeschreibungen in eine »translated package list«, die die Übersetzung vereinfacht und den Platzbedarf, insbesondere auf eingebetteten Systemen, stark reduziert, bessere Integration von debtags, einem System, das jedes Paket anhand von passenden Tags klassifiziert, und Generierung von Paketen ausschließlich in der sicheren Umgebung der offiziellen Distributions-Server.

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Kommentare (Insgesamt: 53 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[4]: Wow! (fuffy, Di, 4. August 2009)
Re[2]: Schwarzer Tag für die Linux-Szene (Jörg Zweier, Mo, 3. August 2009)
Re: Schwarzer Tag für die Linux-Szene (TrollInc, Mo, 3. August 2009)
Re[2]: Schwarzer Tag für die Linux-Szene (Jörg Zweier, Mo, 3. August 2009)
Re[10]: Wow! (Andreas, Mo, 3. August 2009)
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