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Di, 11. August 2009, 15:03

Unternehmen

Nokia favorisiert Linux über Symbian

Nokia hat vor, in Zukunft viele seiner leistungsfähigsten Handys mit der Linux-Variante Maemo auszustatten, deren Entwicklung schon seit längerem im Bereich der Internet Tablets vorangetrieben wurde.

In Nokias derzeitiges Standard-Betriebsystem Symbian verliere der Hersteller das Vertrauen, berichtet die Financial Times Deutschland unter Berufung auf Informationen aus dem Unternehmensumfeld. Dass Nokia nach der Komplettübernahme von Symbian im letzten Jahr diesem Betriebssystem gänzlich den Rücken kehren wird, ist aber nicht wahrscheinlich. »Der Schachzug, Maemo im High-End-Bereich zu nutzen und für den Massenmarkt weiterhin auf Symbian zu setzen, würde absolut Sinn ergeben«, meint Gartner-Analystin Carolina Milanesi gegenüber pressetext.

Wenn Nokia Maemo-Smartphones lanciert, wäre das keine Überraschung. Schon im Mai waren Gerüchte über ein Maemo-Gerät im Smartphone-Format aufgekommen, das noch diesen Sommer starten könnte. Maemo wäre im Vergleich zum etwas in die Jahre gekommenen Symbian gerade für High-End-Smartphones als ausgereiftere Betriebssystem-Alternative attraktiv, bestätigt wiederum Milanesi. Für Pläne, Maemo breiter als bisher in der Tablet-Nische einzusetzen, sprechen auch Nokias eigene Aktivitäten. Im Juni ist man eine Entwicklungspartnerschaft mit Intel eingegangen, die unter anderem eine Zusammenarbeit bei Maemo und Intels Mobilgeräte-Linuxvariante Moblin umfasst. »Maemo im Smartphone-High-End-Bereich zu nutzen, würde auch einen möglichen Migrationspfad zu einem Netbook-Angebot zeichnen, wie es von Nokia-Präsident und CEO Olli-Pekka Kallasvuo mehrmals erwähnt wurde«, meint Milanesi.

Erst letztes Jahr hatte Nokia massiv darin investiert, das Unternehmen Symbian komplett aufzukaufen. Die Software wurde seither in die Symbian Foundation eingebracht, die bis 2010 Symbian in eine offene Plattform weiterentwickeln soll. Dass dennoch eine teilweise Abkehr von Symbian erfolgt, bewerten Analysten angesichts des größeren Potenzials modernerer Betriebssysteme als sinnvoll. Immerhin fußt Symbian auf Entwicklungen des Handheldcomputerbauers Psion aus den frühen 1990ern. Auch hat Symbian zuletzt sukzessive Marktanteile an Konkurrenten wie Apples iPhone und BlackBerry-Geräte von Research in Motion verloren. Hielt Symbian noch Anfang 2007 über 70 Prozent Marktanteil, lag dieser im ersten Quartal 2009 nach Gartner-Zahlen nur noch bei 49,3 Prozent.

Eine Komplettabkehr Nokias von seinem bisherigen Parade-Betriebssystem hält Milanesi dennoch für unwahrscheinlich. Bei den etwas leistungsschwächeren Handys für das Massenpublikum könnte Nokia durchaus weiterhin auf Symbian und gerade die 2010 startende offene Variante setzen. »Möglichweise würde ein neues User-Interface statt S60 helfen, denn es ist offensichtlich, dass S60 derzeit ein Problem ist«, so die Analystin. Bei der Symbian Foundation ist man jedenfalls zuversichtlich, dass Nokia weiterhin die Mehrheit seiner Handys mit Symbian ausliefern wird. (pte)

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