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Mi, 12. August 2009, 13:01

Software::Distributionen::Canonical

Ärger um Multisearch-Plugin in Ubuntu

Ein neues Plugin für Firefox sammelte Daten der Anwender und sorgte kurzzeitig für Ärger im Ubuntu-Lager.

Mit der Vorstellung der letzten Alpha-Verison führte die Ubuntu-Distribution ein neues Plugin für Firefox ein. Das »Multisearch« getaufte Addon fügte dem Browser eine neue Suchfunktion hinzu, die das Auffinden von Inhalten für den Anwender einfacher machen sollte. Herausgekommen ist dabei allerdings eine Menge Ärger und Unmut, die schlussendlich zur Entfernung der Erweiterung aus dem Produkt mündeten.

Bereits am 22. Juni, vor der eigentlichen Veröffentlichung der mittlerweile dritten Testversion von Ubuntu, erstellte Ramy Eid einen ersten Fehlerbericht zu Multisearch. Er bemängelte, dass die Erweiterung die bisher gängige Funktionsweise der Suche ändert, so dass es nicht mehr möglich ist, durch die Eingabe eines Schlüsselworts direkt auf die Seite zu gelangen. Die Google-Funktion »Auf gut Glück!« sei damit wertlos, bemängelte Eid, denn anstatt der eigentlichen Suche leitete das neue Tool den Anwender auf eine Google-Partnerseite.

Zeitgleich beschäftigten sich auch die Anwender in ubuntuforums.org mit der neuen Erweiterung. Auch hier fiel der Tenor harsch aus und die Mehrzahl der Diskussionsteilnehmer wünschte sich die Entfernung von Multisearch. Unklar war zu diesem Zeitpunkt der Nutzen des Plugins für die Anwender, denn wirkliche Verbesserungen zu der bisherigen Suche brachte Multisearch nicht mit sich und das Changelog der Distribution hielt sich bedeckt.

Rick Spencer, Ubuntus zuständiger Manager für den Desktop, erklärte in seinem Blog deshalb die Funktionen genau und versicherte den Anwendern, dass Multisearch einzig zur Verbesserung der Suchresultate diene. Die Suchänderungen sollten darüber hinaus den Entwicklern bei der Verbesserung der Distribution helfen. Dazu sammelte der Hersteller allerdings die Daten der Anwender. »Diese Daten sind wichtig, weil sie uns helfen, Design- und Entwicklungsressourcen für neue Funktionen zu bündeln, und sie zur Gewinnerzielung genutzt werden können«, schrieb Spencer. »Die Generierung von Einnahmen, die das Projekt unterstützen, ist ein Feature und kein Bug«.

Es ist davon auszugehen, dass viele der Anwender für den Versuch, aus der Distribution Einnahmen zu generieren, Verständnis hätten. Die wenigsten waren allerdings davon begeistert, dass ihre Suchanfragen ausgewertet und vermarktet werden sollten. Da half die Beteuerung von Spencer wenig, wonach »dieselben Daten, die bereits zu Google und Mozilla gesendet wurden« genutzt werden.

Kaum verwunderlich, dass zunehmend die Wörter »Spyware« and »Persönlichkeitsrechts-Verletzungen« fielen. Vor allem stieß es den Anwendern übel auf, dass mit Multisearch eine nicht ganz unwichtige Änderung in der Distribution implementiert wurde, ohne dass es kommuniziert wurde. Denn, so der Tenor, ein solcher Eingriff in die Privatsphäre sollte nicht nur klar mitgeteilt werden, sondern auch einer Erklärung folgen, was mit den Daten passiere. Beide Punkte wurden missachtet.

Nun meldete sich seitens Ubuntu Alexander Sack zu Wort und versuchte die Sachlage aus der Sicht der Entwickler zu erklären. Laut Sack implementieren die Entwickler während des Entstehungsprozesses der Distribution immer wieder neue Funktionen. Auch Multisearch sei ein Test gewesen, der nicht automatisch zum Einzug in die Distribution führe. »Multisearch sollte nicht für immer bleiben - nicht in dieser Form«, so Sack. Darüber hinaus sollten die Anwender bedenken, dass es sich um eine Alpha-Version der Distribution handele. In dieser seien immer Änderungen zu erwarten und Anwender, die eine solche Version installieren, sollten sich auf Überraschungen einstellen. Sack räumte allerdings auch Fehler ein. Demnach wäre es auf heutiger Sicht gesehen besser gewesen, Multisearch als separates Paket zu installieren und nicht direkt in Firefox einzubinden.

Knapp drei Wochen später ist Multisearch in Ubuntu nun Geschichte. Wie einem neuen Commit entnommen werden kann, entfernte Sack die Erweiterung aus dem Repositorium von Ubuntu. »Good-bye Multisearch«, schrieb Sack als Changelog. »Wir entfernen unser Karmic Alpha3-Experiment Namens Multisearch«.

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