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Do, 13. August 2009, 18:14

Gesellschaft::Politik/Recht

Michael Widenius über duale Lizenzen

Der MySQL-Mitgründer Michael Widenius hat in seinem Blog beschrieben, wie seiner Ansicht nach duale Lizenzen gehandhabt werden sollten.

MySQL war eine der ersten Firmen, die die duale Lizenzierung zum Geschäftsmodell machten. Vorbild war laut Widenius Aladdin Software mit GhostScript. Das jeweilige Produkt wurde zum einen unter die GPL für die freie Benutzung und Weiterentwicklung für alle gestellt. Für Kunden, die die Einschränkungen der GPL umgehen, also beispielsweise modifizierte Versionen ohne den Quellcode verkaufen wollten, war eine kommerzielle Lizenz verfügbar.

Widenius nimmt eine vermeintliche Änderung in der MySQL-OEM-Lizenz (PDF) zum Anlass, seine Ansichten zu dualen Lizenzen zu formulieren. Ob die Lizenz tatsächlich nach der Übernahme von MySQL durch Sun geändert wurde, ist unklar. Kaj Arnö von Sun widerspricht dem in einem Kommentar.

Widenius, der Sun längst verlassen hat, um einen Fork von MySQL zu entwickeln und daraus ein Geschäft aufzubauen, kritisiert an der Sun-Lizenz, dass sie keinerlei Modifikationen am Code erlaube, Nutzung von Forks verbiete, nur für die aktuelle Version von MySQL Enterprise gelte, Einschränkungen bei der Nutzung mache und den Weiterverkauf der Lizenz verbiete.

Angesichts solcher Einschränkungen sollten sich Kunden überlegen, ob sie unter diesen Bedingungen Lizenzen erwerben. Das sei nicht gegen Sun gerichtet, schreibt Widenius, sondern gelte für jeden Anbieter. Auf jeden Fall solle man versuchen, mit Sun die Einzelheiten des Lizenzvertrags zu verhandeln.

Nach Ansicht von Widenius sollte eine duale Lizenz wesentlich liberaler sein. Sie sollte Änderungen am lizenzierten Code erlauben und es einfach machen, den Code mit anderen Produkten zu verwenden. Sie sollte die Weitergabe des Codes ermöglichen. Nicht einmal Forks sollten ausgeschlossen sein, denn sie vergrößern den Markt und jeder, der eine Lizenz für einen Fork erwerben wolle, müsse auch eine vom Originalhersteller kaufen. Die Lizenz sollte nicht auf eine Version beschränkt sein und vom Kunden weiterverkauft werden können. Die Verwendung des Produkts sollte in keiner Weise eingeschränkt sein.

Die Mitglieder der Gemeinschaft, die Code zu solcher dual lizenzierter Software beitragen wollen, sollten laut Widenius entsprechende Überlegungen anstellen. Ob Widenius' Gedanken Einfluss auf andere Projekte und Hersteller haben wird, bleibt abzuwarten.

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