Ich bin nicht ganz sich ob du das Konzept der Piraten richtig verstanden hast.
Aber ist es nicht komisch, dass solange ich nicht bestimmen kann wann ich welche Musik höre, ich alles mögliche als "Jingles zum Anfixen" z.B. im Radio hören kann. Wenn ich selber bestimmen möchte wann ich was höre, dann werde ich zur Kasse gebeten?
Freiheit kommt einem teurer zu stehen als die meisten glauben. Musikalische Freiheit ist da noch recht bezahlbar. SCNR
habe ich nicht. Die maches es wegen des Geldes und es ist ja auch keine Kunst.
Bei Musik ist es aber so, dass es Leute gibt, die Musik aus Freude an der Sache machen, und die wollen dann, dass ich sie höre. Damit sind sie dann zufrieden sind. Und dass Leute, die Musik aus Liebe zur Musik machen, in der Regel besser sind.
Ich habe keine Lust darauf, dass wir alle den ganzen Tag z.B. im Radio von Leuten zugeduddelt zu werden, weil eine Musik-Industrie dafür bezahlt, die Leute anzufixen mit mehr oder weniger minderwertiger Musik.
BTW: Das ist vergleichbar mit proprietärer Software versus Free Software. Die einen machen es gerne, die anderen wegen des Geldes. Wessen Software ist mir lieber? Und welche ist immer öfter mit Abstand die Bessere?
Oh mein Gott, wie dumm und verblendet kann man sein? Glabust du allen Ernstes, die Dudelradio"musiker" sind allein auf der Welt? Es gibt genügend Musiker, die Musik machen, weil sie es lieben und trotzdem, oder gerade deswegen, ihre Musik nicht verschenken. Wenn man von Musik leben will, muss man sie verkaufen. Da kann man keine Serviceleistungen drumherum verkaufen. Entweder man nimmt Geld über Konzerte, oder über die Platten ein. Sonst gibt's da nichts.
Und dieses verblendete Free Software-Geblubbere. Die Qualität der Software hat nichts, aber auch gar nichts mit der Lizenz zu tun. Man findet überall zig Beispiele in die eine, wie in die andere Richtung. Und jemand, der sein Programm verkauft liebt seine Arbeit nicht? Noch blödere Verallgemeinerungen fallen dir nicht ein?
Und jemand, der sein Programm verkauft liebt seine Arbeit nicht? Noch blödere Verallgemeinerungen fallen dir nicht ein?
Ja, das ging mir auch durch den Kopf. Schon aberwitzig, welch eigentümliche, verkürzte Sichtweisen manche Leute haben. Es ist in vielen Fällen doch genau umgekehrt: Gerade wenn ich meine Arbeit liebe sehe ich mich doch mit der Frage konfrontiert, meine Berufung zu meinem Beruf zu machen, was aber nur geht, wenn ich auch meinen Lebensunterhalt damit bestreiten kann, sprich: Geld verdiene. Aber Geld verdienen an sich ist ja vielen offenbar grundsätzlich suspekt.
ich verdiene (inzwischen) mein Geld mit Freier Software, davor mit "Custom Software" wie ca. 95% aller Entwickler. Geld verdienen ist mir nicht suspekt.
Gerade im Bereich Software ist es doch offensichtlich, dass Proprietäre Software keinesfalls die einzige Methode ist, um Geld zu verdienen, wie RMS schon immer sagte.
Ich sage dazu, es ist auch keine wirklich sinnvolle. Viele kompetente Entwickler verdienen mit Freier Software viel mehr als solche Leute. Das kann kein Zufall sein.
Und wer von mir Geld dafür haben will, dass ich seine Software benutzen darf, kann sie halt behalten. Lieber nehme ich ein ein Postgresql als mir jemals wieder Oracle anzutun. Das einzige an Software wofür ich bezahlen würde, sind Spiele und das entsprechende Spiele-OS (deshalb habe ich z.B. ein Vista und Wii) und Dienstleistungen wie RHEL-Support.
Warum wollt ihr mir nicht erlauben, Dinge von denen zu nehmen, die sie mir unbedingt geben wollen? KDE und Gnome etwa wollen unbedingt, dass ich ihre Software benutze. Warum sollte ich da Windows-Entwickler subventionieren?
Hasst ihr mich, weil mich das unabhängig macht? Habt ihr Angst davor, dass mehr Leute diese Prinzip auf Musik anwenden? Wollt ihr keine Freie Musik haben?
Du hast einfach keine Ahnung, was das Leben als freier Musiker bedeutet. Meine Exfreundin ist Musikerin und macht das aus Liebe zur Musik - und das ist ein verdammt harter Job, den sie überhaupt nur macht, weil sie es liebt. Und freie Musik ist totaler Humbug, denn davon kann niemand leben. Es ist so schon schwierig genug, und da kann man auf so verblendete Leute wie dich nur einen Hass entwickeln, die eine Forderungshaltung entwickeln von allen alles in den Arsch geschoben zu bekommen.
ich finde die Aussage es "gibt genügend Musiker, die Musik machen, weil sie es lieben und trotzdem, oder gerade deswegen, ihre Musik nicht verschenken. Wenn man von Musik leben will, muss man sie verkaufen" ebenfalls ziemlich engstiernig.
Als unbekannter Künstler ohne Plattenlabel kann man auf keine bessere Idee kommen, als seine Musik übers Internet zu verschenken und dabei andere für sich zu begeistern. Sonst teilt man das Schicksal von 90% aller Musiker: Man verdient mit seiner Musik kein Geld, braucht deshalb einen Nebenjob etc. Beispiele für Bands, die ihre Musik verschenken und als Newcomer trotzdem Geld verdienen, wären Arctic Monkeys oder Pornophonique. Den Tonträger von Pornophonique habe ich mir sogar extra gekauft, obwohl man ihre Musik frei herunterladen kann, weil er wirklich schön gestaltet ist (inkl. Wechselcover). Aber auch einer etablierte Band wie Nine Inch Nails macht es nichts mehr aus, ihre Musik zu verschenken, weil sie trotzdem noch Tonträger verkaufen und das meiste Geld sowieso über Konzerte eingespielt wird (was ja auch Dieter bei Johannes Kerner sagt).
Das man also nur Geld verdienen kann, in dem man seine Werk DRM schützt und es künstlich verknappt, indem man es auf Tonträger bannt, obwohl es beliebig reproduzierbar wäre, bleibt eine Mär der großen Plattenlabels. Denn mit den Verkauf der Tonträger verdienen eigentlich nur die Labels Geld, die meisten Musiker gehen leer aus. Vgl. z.B. "Courtney Love Does the Math" auf Salon.com
Am besten bringt es m.E. Sascha Blach auf den Punkt:
"Welcher Künstler bekannt wird, liegt künftig wieder mehr an ihm als an den Marketing-Maschinerien der Labels, und der Markt gewinnt an Eigendynamik. Denn die Frage ist doch, ob Band XY überhaupt jemand hören will. Ein gutes Lied online gestellt wird auch ohne großen Aufwand die Runde machen, ein schlechtes Lied wird trotz enormer Promotion-Aktivitäten kaum jemand hören wollen. In gewisser Weise ist dieser Machtzuwachs des Hörers ein Schritt zurück in die Zeit vor die ersten Aufnahmemöglichkeiten, wo Musik noch Service und Performance war, kein Produkt. Statt um den Verkauf von Plastikscheiben ginge es dann wieder mehr um Performance, emotionale Bindung und das direkte Erlebnis des Musikhörens. Damit Künstler jedoch langfristig überhaupt noch die Möglichkeit haben, qualitativ hochwertige Musik zu machen, die sie viel Zeit und Geld kostet, ist allerdings auch beim Konsumenten mehr Verantwortungsbewusstsein gefragt, denn von nichts kommt nichts, und wer für Musik kein Geld ausgibt, denkt schlichtweg egoistisch und kurzsichtig!"
"Als unbekannter Künstler ohne Plattenlabel kann man auf keine bessere Idee kommen, als seine Musik übers Internet zu verschenken und dabei andere für sich zu begeistern."
Du nimmst als Musiker Geld über Konzerte oder über Tonträger ein. Man mag den Tonträger als Werbung verschenken - das ändert nichts daran, dass man dann für die Konzerte Geld nehmen muss und die Musik eben so verkauft.
Im Übrigen hat hier niemand etwas von DRM gesagt. Man kann Musik auch DRM-frei verkaufen.
Ich bin weder dumm noch verblendet, auch nicht blöd. Du scheinst damit Deine "Argumente" verstärken zu wollen, was wohl auch nötig wäre.
Wenn Du gesehen hättest, was Dieter Bohlen zu sagen hat, wüsstest Du dass keiner mehr nennenswerte Zahlen an CDs/Platten verkauft und deshalb alle Altstarts auf Tournee gehen müssen, oder eben keine Einnahmen mehr haben.
Die Live-Performance ist das, was alle Musiker seit jeher immer gemacht haben. Die Konserve für Geld ist eine temporäre Erscheinung, die offenbar schon vorbei ist. Gegen Musiker, die Konzerte geben wollen, habe ich ja auch Nichts.
Jemand der sein Programm verkauft, liebt es nicht so sehr Anwender zu haben, als dass er es als Freeware rausgäbe. Solche Leute gibt es auch, und die machen auch oft deutlich bessere Sachen. Die haben halt eher davor Angst, dass ihnen jemand die Kontrolle entreissen könnte, aber sie mögen ihre Anwender.
Wenn ich über die beste Software nachdenke, die ich kenne, dann komme ich nicht umhin, dass nur sehr wenig proprietäre Software dabei ist. Die wenigen Ausnahmen finden sich in Nischen, wo sehr viel Geld pro Kopie gezahlt wird. Die ganz grosse Menge proprietäre Software saugt einfach nur, und das aus Lieblosigkeit. Während Freie Software vielleicht nur auf jemand wartet, der genug Liebe investiert, um was draus zu machen, wird es dort mit Sicherheit nicht passieren.
Du weißt schon, dass es viele Firmen gibt, die auch abgespeckte Freeware Versionen ihrer Programme rausbringen? Also lieben sie dann ihre Freeware Nutzer und die anderen nicht, oder wie muss ich das verstehen?
Welche Art von Software entwickelst du denn, wenn ich fragen darf? Davon hängt es unter anderem auch ab, ob man damit Geld ohne Lizensverkauf machen kann oder nicht.
Denn ein Spielehersteller z. B. kann kaum groß Geld mit Support usw drumrum verdienen. Bei Red Hat und Co geht das sehr gut (evtl. deshalb ein Grund, warum man kein Interesse hat Linux einfacher zu gestalten).
Der Hauptgrund, warum Red Hat, Novell usw. Entwickler bezahlen ist der, dass sie dann sagen können: Schaut! Wir haben ja so viele Entwickler im Kernelteam. Wir sind einfach die kompetentesten, um Support anzubieten.
Das Hauptproblem ist doch, dass du und auch andere glaubst, dass die Leute freiwillig genug spenden werden, damit man davon leben kann, ich glaube das nicht. Und während man bei Musik ja noch anmerken kann, dass sie ihr Geld auch mit Konzerten verdienen können, so geht das bei Buchautoren und Softwareentwicklern nicht.
abgespeckte Freeware ist natürlich nur dazu da, um Aufmerksamkeit anzuziehen, nicht für die User. Ich meinte jetzt Leute, die ihre Software nur als Freeware rausgeben. Das wusstest Du aber vermutlich schon.
Ich selbst entwickle Software für sicherheitskritische Bereiche. Ohne Support ist ein Einsatz nicht denkbar. Die Software gehört in der Regel dem Auftraggeber. Zur Zeit arbeite ich an einem Projekt, dass explizit als Freie Software in der Branche als gemeinsame Basis verwendet werden soll.
Zum Thema Spiele gebe ich Dir absolut Recht. Ein Spiel muss man kaufen (mache ich auch) und es stellt eine kreative Leistung dar, die enorme Kosten in der Entwicklung verursacht und die Beteiligung sehr verschiedener Leute über sehr lange Zeit benötigt. Das gilt für Musik in der Konserve im Grunde überhaupt nicht mehr. BTW: Dennoch mag ich Battle of Wesnoth oder Freeciv nicht missen. Das sind aber totale Ausnahmen und ich erwarte sowas auch nicht.
Die Redhat ist was Kernel-Support angeht sehr kompetent. Das ist ein Wert für uns, und Grund genug auf RHEL zu setzen. Die können uns halt eine Kernel-Funktion wie audit mit Patches so aufbohren, dass wir sie für unsere Zwecke einsetzen können. Damit sind sie ihr Geld wert, zumindest aus meiner Sicht.
Bei Musik sehe ich überhaupt nicht ein, dass jemand davon leben können soll, dass er Konserven veröffentlicht. Konzerte reichen mir als Möglichkeit von Musik zu leben aus.
Bei Buchautoren könnte man Lesungen und Talkshow-Auftritte anführen. Aber da ist es ja auch genau so. Es gibt Leute, die ihre Bücher unter relativ freie Lizenzen stellen, weil sie z.B. wollen, dass sie gelesen werden. Ein spontanes Beispiel wären die Bibel. Es gibt aber auch eine Reihe technischer Bücher von "Evangelisten", die einfach wollen, dass man sie liest, oder zumindest ihre Inhalte nicht verloren gehen.
Bei Software-Entwicklern geht es sehr gut. Machst Du "Custom Software", dann erstellst Du für einen Auftraggeber Software, die dann ihm gehört, auch im Quellcode. Sowas machen die meisten Leute. In Marktanteil sprechen wir von locker >90%. Die Fiktion man müsste Unfreie Software machen, um zu überleben, hat RMS schon vor 20 Jahren widerlegt. Wer dennoch unfreie Software macht, tut das nicht wegen der Brötchen, sondern entweder aus Dummheit (kriegt selbst nicht mehr) oder aus Gier.
Genau deine Custom Software ist eben nicht frei, weil der Auftraggäber kein Interesse daran hat diese zu veröffentlichen. Und somit widersprichst du dir hier auch, da Custom Software nur in den seltendsten Fällen Free Software ist. Open Source heißt eben nicht immer Free Software.
Zu deinem Beispiel mit den Büchern kann ich wie bei Software sagen, dass es Fälle gibt bei denen es funktionieren wird (z. B. Sachbücher, da wird sicher öfter der Author eingeladen werden.) Bei Romanen stelle ich mir das etwas schwer vor, vor allem bei Büchern, die nicht in den Beststeller Rängen sind, wie sollen die dann ihre Kohle verdienen?
Genauso gibt es Leute, die verkaufen Software, die auch nicht in hohen Stückzahlen abgesetzt wird und auch kein großartiges Supportpotential bieten (z. B. Lernsoftware, Wörterbücher usw).
und Du willst mir sagen, dass es dank BMG, Sony, etc. solchen Leuten gelingt von Musik zu leben?
Oder sind dort nicht eher Kinder aus Castings, denen Musik komplett egal ist, und die 0 Einfluss haben, was sie vorführen müssen. Und die nach 1-2 Jahren dann daran zugrunde gehen, dass sie im Grunde Nichts können?
Von zettberlin am Di, 1. September 2009 um 17:27 #
> Ich möchte nur Musik von Leuten hören, die wollen, dass ich sie höre. Wer es nur des Gelds wegen tut, sollte es lassen.
Schön und gut - aber:
1.) Musik ist keine Software, sie ist ein Endprodukt, auf das niemand angewiesen ist, der/die selbst etwas produktives tun will. Es ist sozial ganz anders zu bewerten, ob ein Werkzeug oder ein Endprodukt frei verfügbar ist.
2.) Im Gegensatz zu den meisten Softwareprojekten kostet das Produzieren von Musik ganz konkret Geld. Eine Band, die ein Jahr probt und dann ein Album aufnimmt, hat zwischen 3000 und 10000 E ausgegeben. Und dabei rede ich nicht von Instrumenten, es geht nur um das, was es die Band kostet, ihre Musik zu produzieren.
Wenn jemand mittelmäßige, gefällige Musik nur wegen des Geldes veröffentlicht, soll er/sie auch von mir aus verschwinden. Wer mittelmäßige, gefällige Musik nur aus Geltungsgeilheit kostenlos ins Netz stellt, sollte solchen Spam genauso für sich behalten.
Aber ich hätte gern Berufsmusiker, die ihr Talent ganz auf insprierte, interessante Platten konzentrieren können und die müssen irgendwie finanziert werden. Meine Strategie: ich kaufe mir ihre LP und wenns sein muss auch mal eine CD und gehe zu Konzerten.
DRM-freie Musik als FLAC für einen angemessenen Preis würde ich auch kaufen, wenn es ein gutes, anonymes Micropayment-System gäbe.
Von zettberlin am Di, 1. September 2009 um 22:02 #
Für 30-40 cent/song auf einer hübsch gestalteten Webseite auf der ich die Stücke erst mal gestreamed hören kann - Ja.
Tauschbörsen sind nervig - immer wieder fakes, sehr viele Sachen findet man gar nicht, manche Stücke hören sich an, als wären Sie schon mehr als einmal encoded. Für bequeme Downloads auf einer freundlichen Webseite würde ich gern bezahlen.
Naja zumindest kann man als Linuxer ja mittlerweile auch Musik kaufen. (saturn-download/musikload)
Ich würde mir daher wünschen, dass Leute, die ihre Musik mir nicht geben wollen, DRM so effektiv benutzen, dass ich sie NIE höre.
Gruss,
Kay
Aber ist es nicht komisch, dass solange ich nicht bestimmen kann wann ich welche Musik höre, ich alles mögliche als "Jingles zum Anfixen" z.B. im Radio hören kann. Wenn ich selber bestimmen möchte wann ich was höre, dann werde ich zur Kasse gebeten?
Freiheit kommt einem teurer zu stehen als die meisten glauben. Musikalische Freiheit ist da noch recht bezahlbar. SCNR
Bye
Robert
Gruss,
Kay
habe ich nicht. Die maches es wegen des Geldes und es ist ja auch keine Kunst.
Bei Musik ist es aber so, dass es Leute gibt, die Musik aus Freude an der Sache machen, und die wollen dann, dass ich sie höre. Damit sind sie dann zufrieden sind. Und dass Leute, die Musik aus Liebe zur Musik machen, in der Regel besser sind.
Ich habe keine Lust darauf, dass wir alle den ganzen Tag z.B. im Radio von Leuten zugeduddelt zu werden, weil eine Musik-Industrie dafür bezahlt, die Leute anzufixen mit mehr oder weniger minderwertiger Musik.
BTW: Das ist vergleichbar mit proprietärer Software versus Free Software. Die einen machen es gerne, die anderen wegen des Geldes. Wessen Software ist mir lieber? Und welche ist immer öfter mit Abstand die Bessere?
Gruss,
Kay
Und dieses verblendete Free Software-Geblubbere. Die Qualität der Software hat nichts, aber auch gar nichts mit der Lizenz zu tun. Man findet überall zig Beispiele in die eine, wie in die andere Richtung. Und jemand, der sein Programm verkauft liebt seine Arbeit nicht? Noch blödere Verallgemeinerungen fallen dir nicht ein?
Ja, das ging mir auch durch den Kopf. Schon aberwitzig, welch eigentümliche, verkürzte Sichtweisen manche Leute haben. Es ist in vielen Fällen doch genau umgekehrt: Gerade wenn ich meine Arbeit liebe sehe ich mich doch mit der Frage konfrontiert, meine Berufung zu meinem Beruf zu machen, was aber nur geht, wenn ich auch meinen Lebensunterhalt damit bestreiten kann, sprich: Geld verdiene. Aber Geld verdienen an sich ist ja vielen offenbar grundsätzlich suspekt.
ich verdiene (inzwischen) mein Geld mit Freier Software, davor mit "Custom Software" wie ca. 95% aller Entwickler. Geld verdienen ist mir nicht suspekt.
Gerade im Bereich Software ist es doch offensichtlich, dass Proprietäre Software keinesfalls die einzige Methode ist, um Geld zu verdienen, wie RMS schon immer sagte.
Ich sage dazu, es ist auch keine wirklich sinnvolle. Viele kompetente Entwickler verdienen mit Freier Software viel mehr als solche Leute. Das kann kein Zufall sein.
Und wer von mir Geld dafür haben will, dass ich seine Software benutzen darf, kann sie halt behalten. Lieber nehme ich ein ein Postgresql als mir jemals wieder Oracle anzutun. Das einzige an Software wofür ich bezahlen würde, sind Spiele und das entsprechende Spiele-OS (deshalb habe ich z.B. ein Vista und Wii) und Dienstleistungen wie RHEL-Support.
Warum wollt ihr mir nicht erlauben, Dinge von denen zu nehmen, die sie mir unbedingt geben wollen? KDE und Gnome etwa wollen unbedingt, dass ich ihre Software benutze. Warum sollte ich da Windows-Entwickler subventionieren?
Hasst ihr mich, weil mich das unabhängig macht? Habt ihr Angst davor, dass mehr Leute diese Prinzip auf Musik anwenden? Wollt ihr keine Freie Musik haben?
Gruss,
Kay
ich finde die Aussage es "gibt genügend Musiker, die Musik machen, weil sie es lieben und trotzdem, oder gerade deswegen, ihre Musik nicht verschenken. Wenn man von Musik leben will, muss man sie verkaufen" ebenfalls ziemlich engstiernig.
Als unbekannter Künstler ohne Plattenlabel kann man auf keine bessere Idee kommen, als seine Musik übers Internet zu verschenken und dabei andere für sich zu begeistern. Sonst teilt man das Schicksal von 90% aller Musiker: Man verdient mit seiner Musik kein Geld, braucht deshalb einen Nebenjob etc. Beispiele für Bands, die ihre Musik verschenken und als Newcomer trotzdem Geld verdienen, wären Arctic Monkeys oder Pornophonique. Den Tonträger von Pornophonique habe ich mir sogar extra gekauft, obwohl man ihre Musik frei herunterladen kann, weil er wirklich schön gestaltet ist (inkl. Wechselcover). Aber auch einer etablierte Band wie Nine Inch Nails macht es nichts mehr aus, ihre Musik zu verschenken, weil sie trotzdem noch Tonträger verkaufen und das meiste Geld sowieso über Konzerte eingespielt wird (was ja auch Dieter bei Johannes Kerner sagt).
Das man also nur Geld verdienen kann, in dem man seine Werk DRM schützt und es künstlich verknappt, indem man es auf Tonträger bannt, obwohl es beliebig reproduzierbar wäre, bleibt eine Mär der großen Plattenlabels. Denn mit den Verkauf der Tonträger verdienen eigentlich nur die Labels Geld, die meisten Musiker gehen leer aus. Vgl. z.B. "Courtney Love Does the Math" auf Salon.com
Am besten bringt es m.E. Sascha Blach auf den Punkt:
"Welcher Künstler bekannt wird, liegt künftig wieder mehr an ihm als an den Marketing-Maschinerien der Labels, und der Markt gewinnt an Eigendynamik. Denn die Frage ist doch, ob Band XY überhaupt jemand hören will. Ein gutes Lied online gestellt wird auch ohne großen Aufwand die Runde machen, ein schlechtes Lied wird trotz enormer Promotion-Aktivitäten kaum jemand hören wollen. In gewisser Weise ist dieser Machtzuwachs des Hörers ein Schritt zurück in die Zeit vor die ersten Aufnahmemöglichkeiten, wo Musik noch Service und Performance war, kein Produkt. Statt um den Verkauf von Plastikscheiben ginge es dann wieder mehr um Performance, emotionale Bindung und das direkte Erlebnis des Musikhörens. Damit Künstler jedoch langfristig überhaupt noch die Möglichkeit haben, qualitativ hochwertige Musik zu machen, die sie viel Zeit und Geld kostet, ist allerdings auch beim Konsumenten mehr Verantwortungsbewusstsein gefragt, denn von nichts kommt nichts, und wer für Musik kein Geld ausgibt, denkt schlichtweg egoistisch und kurzsichtig!"
http://www.gulli.com/news/zillo-die-musikindustrie-im-2009-08-04/
Du nimmst als Musiker Geld über Konzerte oder über Tonträger ein. Man mag den Tonträger als Werbung verschenken - das ändert nichts daran, dass man dann für die Konzerte Geld nehmen muss und die Musik eben so verkauft.
Im Übrigen hat hier niemand etwas von DRM gesagt. Man kann Musik auch DRM-frei verkaufen.
Wenn Du gesehen hättest, was Dieter Bohlen zu sagen hat, wüsstest Du dass keiner mehr nennenswerte Zahlen an CDs/Platten verkauft und deshalb alle Altstarts auf Tournee gehen müssen, oder eben keine Einnahmen mehr haben.
Die Live-Performance ist das, was alle Musiker seit jeher immer gemacht haben. Die Konserve für Geld ist eine temporäre Erscheinung, die offenbar schon vorbei ist. Gegen Musiker, die Konzerte geben wollen, habe ich ja auch Nichts.
Jemand der sein Programm verkauft, liebt es nicht so sehr Anwender zu haben, als dass er es als Freeware rausgäbe. Solche Leute gibt es auch, und die machen auch oft deutlich bessere Sachen. Die haben halt eher davor Angst, dass ihnen jemand die Kontrolle entreissen könnte, aber sie mögen ihre Anwender.
Wenn ich über die beste Software nachdenke, die ich kenne, dann komme ich nicht umhin, dass nur sehr wenig proprietäre Software dabei ist. Die wenigen Ausnahmen finden sich in Nischen, wo sehr viel Geld pro Kopie gezahlt wird. Die ganz grosse Menge proprietäre Software saugt einfach nur, und das aus Lieblosigkeit. Während Freie Software vielleicht nur auf jemand wartet, der genug Liebe investiert, um was draus zu machen, wird es dort mit Sicherheit nicht passieren.
Gruss,
Kay
Welche Art von Software entwickelst du denn, wenn ich fragen darf? Davon hängt es unter anderem auch ab, ob man damit Geld ohne Lizensverkauf machen kann oder nicht.
Denn ein Spielehersteller z. B. kann kaum groß Geld mit Support usw drumrum verdienen. Bei Red Hat und Co geht das sehr gut (evtl. deshalb ein Grund, warum man kein Interesse hat Linux einfacher zu gestalten).
Der Hauptgrund, warum Red Hat, Novell usw. Entwickler bezahlen ist der, dass sie dann sagen können: Schaut! Wir haben ja so viele Entwickler im Kernelteam. Wir sind einfach die kompetentesten, um Support anzubieten.
Das Hauptproblem ist doch, dass du und auch andere glaubst, dass die Leute freiwillig genug spenden werden, damit man davon leben kann, ich glaube das nicht. Und während man bei Musik ja noch anmerken kann, dass sie ihr Geld auch mit Konzerten verdienen können, so geht das bei Buchautoren und Softwareentwicklern nicht.
abgespeckte Freeware ist natürlich nur dazu da, um Aufmerksamkeit anzuziehen, nicht für die User. Ich meinte jetzt Leute, die ihre Software nur als Freeware rausgeben. Das wusstest Du aber vermutlich schon.
Ich selbst entwickle Software für sicherheitskritische Bereiche. Ohne Support ist ein Einsatz nicht denkbar. Die Software gehört in der Regel dem Auftraggeber. Zur Zeit arbeite ich an einem Projekt, dass explizit als Freie Software in der Branche als gemeinsame Basis verwendet werden soll.
Zum Thema Spiele gebe ich Dir absolut Recht. Ein Spiel muss man kaufen (mache ich auch) und es stellt eine kreative Leistung dar, die enorme Kosten in der Entwicklung verursacht und die Beteiligung sehr verschiedener Leute über sehr lange Zeit benötigt. Das gilt für Musik in der Konserve im Grunde überhaupt nicht mehr. BTW: Dennoch mag ich Battle of Wesnoth oder Freeciv nicht missen. Das sind aber totale Ausnahmen und ich erwarte sowas auch nicht.
Die Redhat ist was Kernel-Support angeht sehr kompetent. Das ist ein Wert für uns, und Grund genug auf RHEL zu setzen. Die können uns halt eine Kernel-Funktion wie audit mit Patches so aufbohren, dass wir sie für unsere Zwecke einsetzen können. Damit sind sie ihr Geld wert, zumindest aus meiner Sicht.
Bei Musik sehe ich überhaupt nicht ein, dass jemand davon leben können soll, dass er Konserven veröffentlicht. Konzerte reichen mir als Möglichkeit von Musik zu leben aus.
Bei Buchautoren könnte man Lesungen und Talkshow-Auftritte anführen. Aber da ist es ja auch genau so. Es gibt Leute, die ihre Bücher unter relativ freie Lizenzen stellen, weil sie z.B. wollen, dass sie gelesen werden. Ein spontanes Beispiel wären die Bibel. Es gibt aber auch eine Reihe technischer Bücher von "Evangelisten", die einfach wollen, dass man sie liest, oder zumindest ihre Inhalte nicht verloren gehen.
Bei Software-Entwicklern geht es sehr gut. Machst Du "Custom Software", dann erstellst Du für einen Auftraggeber Software, die dann ihm gehört, auch im Quellcode. Sowas machen die meisten Leute. In Marktanteil sprechen wir von locker >90%. Die Fiktion man müsste Unfreie Software machen, um zu überleben, hat RMS schon vor 20 Jahren widerlegt. Wer dennoch unfreie Software macht, tut das nicht wegen der Brötchen, sondern entweder aus Dummheit (kriegt selbst nicht mehr) oder aus Gier.
Gruss,
Kay
Zu deinem Beispiel mit den Büchern kann ich wie bei Software sagen, dass es Fälle gibt bei denen es funktionieren wird (z. B. Sachbücher, da wird sicher öfter der Author eingeladen werden.) Bei Romanen stelle ich mir das etwas schwer vor, vor allem bei Büchern, die nicht in den Beststeller Rängen sind, wie sollen die dann ihre Kohle verdienen?
Genauso gibt es Leute, die verkaufen Software, die auch nicht in hohen Stückzahlen abgesetzt wird und auch kein großartiges Supportpotential bieten (z. B. Lernsoftware, Wörterbücher usw).
und Du willst mir sagen, dass es dank BMG, Sony, etc. solchen Leuten gelingt von Musik zu leben?
Oder sind dort nicht eher Kinder aus Castings, denen Musik komplett egal ist, und die 0 Einfluss haben, was sie vorführen müssen. Und die nach 1-2 Jahren dann daran zugrunde gehen, dass sie im Grunde Nichts können?
Gruss,
Kay
Schön und gut - aber:
1.) Musik ist keine Software, sie ist ein Endprodukt, auf das niemand angewiesen ist, der/die selbst etwas produktives tun will. Es ist sozial ganz anders zu bewerten, ob ein Werkzeug oder ein Endprodukt frei verfügbar ist.
2.) Im Gegensatz zu den meisten Softwareprojekten kostet das Produzieren von Musik ganz konkret Geld. Eine Band, die ein Jahr probt und dann ein Album aufnimmt, hat zwischen 3000 und 10000 E ausgegeben. Und dabei rede ich nicht von Instrumenten, es geht nur um das, was es die Band kostet, ihre Musik zu produzieren.
Wenn jemand mittelmäßige, gefällige Musik nur wegen des Geldes veröffentlicht, soll er/sie auch von mir aus verschwinden. Wer mittelmäßige, gefällige Musik nur aus Geltungsgeilheit kostenlos ins Netz stellt, sollte solchen Spam genauso für sich behalten.
Aber ich hätte gern Berufsmusiker, die ihr Talent ganz auf insprierte, interessante Platten konzentrieren können und die müssen irgendwie finanziert werden. Meine Strategie: ich kaufe mir ihre LP und wenns sein muss auch mal eine CD und gehe zu Konzerten.
DRM-freie Musik als FLAC für einen angemessenen Preis würde ich auch kaufen, wenn es ein gutes, anonymes Micropayment-System gäbe.
Tauschbörsen sind nervig - immer wieder fakes, sehr viele Sachen findet man gar nicht, manche Stücke hören sich an, als wären Sie schon mehr als einmal encoded. Für bequeme Downloads auf einer freundlichen Webseite würde ich gern bezahlen.
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Also von der Musik von Scooter bekomme ich höchstens Alpträume.
(die "alte" Version, nicht die 2007er)
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*Räusper* Wo habe ich bloss letzthin die halbe "Kiste" hinverlegt, die ich schon lange loswerden wollte, ich finde sie grad nicht... *Such*
*SCNR*
Solchen Humor liebe ich und ist mit ein Grund warum ich prolinux immer wieder gerne lese
Lausi