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Mo, 7. September 2009, 13:45

Software::Distributionen::Debian

Debian wechselt zu Upstart

Die kommende Version 6.0 von Debian GNU/Linux soll Upstart als Standard-Init-System enthalten.

Wie Petter Reinholdtsen in einer Ankündigung schreibt, wurde das Hochfahren des Systems zunehmend fehleranfällig, besonders dann, wenn komplexere Abhängigkeiten ins Spiel kommen wie das Booten von einem Netzlaufwerk oder frühes Einbinden von USB-Medien. Während der Linux-Kernel in der frühen Bootphase längst von sequentiellen Operationen weg ist und viele Initialisierungen ereignisgesteuert und parallel ausführt, ist die Parallelität des sysv-Init-Systems begrenzt, insbesondere kann es Ereignisse, die der Kernel erzeugt, nicht verarbeiten. Dies führt laut Reinholdtsen zu einer Reihe von Fehlern, die mit dem bestehenden System nicht sinnvoll zu beheben sind.

Das alternative Init-System Upstart ist laut Reinholdtsen eine Option, die dauerhafte Abhilfe verspricht und daher für Debian 6.0 implementiert werden soll. Upstart kann Kernel-Ereignisse verarbeiten, die Ausführung von Startskripten parallelisieren und gestartete Daemonen überwachen und gegebenenfalls neu starten. Upstart wurde 2006 von Ubuntu entwickelt und in Ubuntu 6.10 erstmals eingesetzt. Fedora stellte mit Version 9 eineinhalb Jahre später auf Upstart um, und auch in Debian ist es verfügbar, allerdings nur als Option.

Zwar macht Upstart den Startvorgang selbst noch nicht schneller, es legt aber die Grundlagen dafür. Eine zweite Grundlage ist die Änderung der Init-Skripte mit der Definition von Abhängigkeiten. Abhängigkeiten ermöglichen es dem Init-System, voneinander unabhängige Skripte parallel zu starten. Diese Arbeit wurde in Debian schon 2006 begonnen und in Debian 5.0 für viele Skripte umgesetzt. Da es in Debian aber rund 850 Pakete mit Init-Skript gibt und noch nicht alle geändert wurden, ist das Init-System auch weiterhin in der Lage, nicht angepasste Skripte zu verarbeiten. Auch die Kompatibilität mit der LSB erfordert, traditionelle Init-Skripte verarbeiten zu können.

Die Umstellung auf Upstart wird laut Reinholdtsen noch einige Anpassungen erfordern. Zwar ist Upstart weitgehend rückwärtskompatibel, es soll in Debian aber auch die Datei /etc/inittab nutzen, um die Migration von sysv-Init zu Upstart zu erleichtern. Eine vollständige Umstellung wird sich für Debian 6.0 voraussichtlich nicht erreichen lassen. Die Skripte, die am Anfang der Bootphase laufen, werden daher wahrscheinlich erst nach Debian 6.0 umgestellt. Die wichtigsten Probleme werden nach dem derzeitigen Plan bis Debian 6.0 gelöst, eine vollständige Lösung wird es aber erst danach geben.

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