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Thema: OpenOffice.org startet Kampagne gegen Download-Abofallen

13 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Phisiker am Di, 15. September 2009 um 14:28 #
... so dass solche Aktionen mit dieser Software untersagt werden. Ein Hebel könnte effektiv die "Rufschädigung" sein. Man kann auch grundsätzlich mal einen Denkzettel verpassen (das sorgt auch für mehr negative Publicity), denn der Quelltext wird von jenen nicht mitgeliefert (GPL-violations?).

Was Florian Effenberger im Linux-Magazin schreibt, stimmt nur teilweise. Es liegt eine Täuschung vor, und genau hier kann man schon ansetzen. Man kann sozusagen die Erlaubnis zum Verkauf an die Einhaltung der gesetzgeberischen einwandfreien Bedingungen für einen Kaufvertrag binden. Bin kein Jursit, aber ich denke, da liesse sich schon etwas machen.

  • Score: 3 Von André Schnabel am Di, 15. September 2009 um 14:50 #
    Eine Lizenz-Anpassung ist leider keine Lösung (außer man wechselt zu einer proprietren Lizenz).

    Den Quelltext mitzuliefern kostet die Abzocker ein müdes Lächeln (sie "Verkaufen" ja nur einen Download - als müssen sie auch die Quellen nur zum Download anbieten). Selbst, wenn eine Lizenzverletzung vorliegen würde, ist es extrem schwer, diese einzuklagen, denn diese Firmen sind schwieriger zu greifen, als ein Aal im Ölbad.

    Last not least - ob eine Täuschung im rechtlichen Sinne vorliegt oder nicht, steht uns nicht zu, zu beurteilen. Ich habe dazu eine private Meinung, eine Tatsachenfestellung kann aber nur ein Gericht vornehmen. Und bis das passiert wird fröhlich weiter abgezockt.

    • Score: 3 Von klm am Di, 15. September 2009 um 15:24 #
      Diese Leute sind auffindbar, man muß nur lange genug recherchieren.
      Am Besten wäre wohl ein entsprechender TV-Beitrag in einem TV-Magazin mit großer Reichweite. Da gibt es verantwortliche und kühl vorgehende Leute, die sich kein Stück scheuen, bei solchen Typen auch einmal unangemeldet aufzukreuzen und die Bude zu "stürmen".
      Da sich bestimmt genügend abgezockte Leute bei Euch melden, dürfte es auch kein Problem sein, einen oder mehrere Protagonisten zu finden.
      Ihr müßt IMHO alles tun, dass dieser Sachverhalt rund um die Abzocke mit OpenOffice einem Massenpublikum bekannt wird, also auch Leuten, die gar nicht wissen, was Linux oder prolinux.de ist.
      • Score: 3 Von André Schnabel am Di, 15. September 2009 um 15:45 #
        > Am Besten wäre wohl ein entsprechender TV-Beitrag

        Deren gab es schon so einige. RTL (Akte 09 ...), ZDF, WDR .. hatten alle schon entsprechende Beiträge und standen vor Briefkästen, leeren Wohnungen und Büros oder auf dem Flughafen nach Dubai.

        Es gibt glücklicherweise auch Ermittlungen gegen einige Abzocker.


        Aber auf einen, gegen den ermittelt wird, kommen drei, die Ihr tun weiter betreiben (und auch fleißig im Internet werben).

        Ein Teilerfolg war immerhin, dass einige PC-Magazine auf das Thema hinweisen und in Ihren Online-Angeboten entsprechende Werbelinks unterdrücken. Beschwerden bei Google haben bisher nur zu sehr bescheidenem Erfolg geführt.

        > Ihr müßt IMHO alles tun,

        OpenOffice.org ist ein freies Projekt - und jeder, der erkannt hat, dass etwas getan werden muss, darf sich auch gerne beteiligen und etwas tun.

        • Score: 3 Von klm am Di, 15. September 2009 um 15:53 #
          O.K., dann habt Ihr ja schon sehr, sehr viel versucht.

          "> Ihr müßt IMHO alles tun,

          OpenOffice.org ist ein freies Projekt - und jeder, der erkannt hat, dass etwas getan werden muss, darf sich auch gerne beteiligen und etwas tun."

          Diese reflexartige Bemerkung finde ich in diesem konkreten Zusammenhang völlig deplaziert.

          • Score: 3 Von Flying Circus am Mi, 16. September 2009 um 17:28 #
            Diese reflexartige Bemerkung finde ich in diesem konkreten Zusammenhang völlig deplaziert.

            Dein Anspruchsdenken finde ich in diesem Zusammenhang völlig deplaziert.

            Die OOo-Jungs sind Softwareentwickler, keine Anwälte.

            Woher Du die Denke nimmst, sie hätten auch noch Typen, die ein schmieriges Geschäft betreiben, das Handwerk zu legen, ist mir ein Rätsel. Mach doch selbst.

            • Score: 3 Von klm am Sa, 19. September 2009 um 19:57 #
              Ich bin ebenfalls kein Softwareentwickler und ich bin auch kein Anwalt.
              Sollen nun aber Privatpersonen wie ich z.B. www.openoffice.de kaufen, damit zukünftigen OpenOffice-Nutzern weniger passiert?
              OpenOffice kann hier (hoffentlich) ganz konkret etwas tun, etwas, was ich in diesem konkreten Zusammenhang nicht vermag.
              Zurück zu www.openoffice.de:
              Die Domain gehörte vor kurzem noch anscheinend dem Autoren des Debiananwenderhandbuches und ist demzufolge vor kurzem (wahrscheinlich direkt an die DENIC) abgegeben worden.
              Das Ganze geht mich insofern natürlich nichts an, es sind aber nicht meine Fehler (wenn es im Hinblick auf diese Domain denn überhaupt welche gibt) bzw. nicht mein Pech und die oben von mir als "reflexartig" titulierte Bemerkung thematisierte in diesem konkreten Zusammenhang den Freien Software-Gedanken und das war meiner persönlichen Meinung nach deplaziert.
              Meine Mitarbeit könnte die Abzocke z.B. über openoffice.de nicht verhindern. Dafür müßte man eine Stange Geld ausgeben, vielleicht ganzseitige Anzeigen in Tageszeitungen schalten und eben auf der Hand liegende Domains aufkaufen. Nur: Wer soll das bezahlen?
              Das OpenOffice-Team tut natürlich Einiges, dafür haben sie meine vollste Anerkennung.
              Die zwei Kumpels, die in meinem Bekanntenkreis als letzte Verbliebene noch Windows benutzen, kennen das Problem mittlerweile auch. Mehr kann ich nicht tun.
              Die ganze Kampagne, so wichtig und gut sie ist, verliert stark an Wert, wenn solche auf der Hand liegende Domains wie www.openoffice.de in der Hand von Leuten sind, die dort offensichtlich Links auf Abzockerseiten zum Anklicken anbieten.
              Das ist wirklich ein Riesenpech für OpenOffice.org.
          Score: 3 Von klm am Di, 15. September 2009 um 16:07 #
          Ihr habt aber auch viel Pech:
          Wenn ich - so wie ich das bei einem unbedarften Nutzer erwarten würde - www.openoffice.de eingeben, lande ich leider nicht bei http://de.openoffice.org, sondern auf einer anderen, etwas merkwürdigen (?) Seite.
          Wurde openoffice.de bis vor kurzem nicht von dem Autoren des Debiananwenderhandbuches mitbenutzt? Auf dessen openoffice.de-Seite gab es jedenfalls immer einen Link auf Euer echtes OpenOffice.de-Angebot und eine Abzockerwarnung.
          • Score: 3 Von André Schnabel am Di, 15. September 2009 um 16:54 #

            > Wurde openoffice.de bis vor kurzem nicht von dem Autoren des Debiananwenderhandbuches mitbenutzt?

            Ja, war bisher so. Und wir kennen auch die (ehemaligen?) Inhaber. Dass die Domain an einen anderen Inhaber gewechselt ist, war mir neu - aber ich versuch mich, drum zu kümmern.

      Score: 3 Von Phisiker am Di, 15. September 2009 um 23:57 #
      das mit dem Quellcode ist ja erst mal dazu da, Geld von den Betrügern abzufischen. Bis dahin sollte das andere auf dem Wege sein. Bei aller Lückenhaftigkeit der deutschenGesetzgebng sollte es für eine Verurteilung dennoch reichen. Hinter den ganzen Untaten steckt angeblich kein Vorsatz (???):
      - verstecken des Preises
      - Verzicht auf Widerruf im Häckchen zur Akzeptanz der AGBs
      - Verstecktes Impressum
      - Drohungen
      - offenbar z.T. auch Erstellung einer "Anmeldung" durch den Betreiber selbst aufgrund recherchierbarer Daten.

      Wenn man denen nicht einem nach dem anderen den Prozess machen kann, liegt das nicht am nicht können sondern am nicht wollen. Beim einem kürzlichen Versuch hat das Strafgericht offenbar kläglich versagt: Es habe sich so eingebürgert mit Verstecken und Verschleierung Personen über den Tisch zu ziehen. Damit liege das Verhalten im üblichen und der Anwender müsse sich sonst ja auch zruechtfinden.

      Ich habe es jetzt etwas lax ausgedrückt, aber das Urteil ist nicht weit davon entfernt.

      Es müsste nur noch so Strafanzeigen hageln, dann käme man auch irgendwann durch, denn die Gerichte könnten das dann nicht mehr ignorieren. Bequemlichkeit gibt auch dort vielen Dingen die Bahn vor.

      Score: 3 Von --- am Mi, 16. September 2009 um 13:35 #
      "Eine Lizenz-Anpassung ist leider keine Lösung (außer man wechselt zu einer proprietren Lizenz)."

      Wäre denn nicht ein Zusatz zur Lizenz erlaubt, der besagen würde, dass im Rahmen eines wie auch immer gestalteten Download-Angebotes der Downloadlink der OpenOffice-Hauptseite (insofern vorhanden) klar und deutlich lesbar angegeben werden muß?
      Chip.de z.B. gibt hier im Rahmen seiner kostenlosen Downloads ein gutes, freiwilliges Beispiel:
      http://www.chip.de/downloads/OpenOffice_13004346.html
      (Werbelinks habe ich jetzt nicht gecheckt.)

      Wie sieht es denn mit dem Markenrecht aus? Vielleicht ließe sich ja auf diese Weise eine Seite wie www.openoffice.de aus dem Verkehr ziehen oder übernehmen.

      • Score: 3 Von André Schnabel am Mi, 16. September 2009 um 14:37 #

        > Wäre denn nicht ein Zusatz zur Lizenz erlaubt, der besagen würde, dass im Rahmen eines wie auch immer
        > gestalteten Download-Angebotes der Downloadlink der OpenOffice-Hauptseite (insofern vorhanden) klar und
        > deutlich lesbar angegeben werden muß?

        Nein - die (L)GPL lässt solche Einschränkungen der Rechte nicht zu.

        > Wie sieht es denn mit dem Markenrecht aus? Vielleicht ließe sich ja auf diese Weise eine
        > Seite wie www.openoffice.de aus dem Verkehr ziehen oder übernehmen

        Das Markenrecht wäre eine Möglichkeit - und daran wird auch gearbeitet. Aber auch das hat ein paar Haken:


        • konkret www.openoffice.de hat uns bis vor kurzem nicht gestört. Die Inhaber hatten die Domain schon zu Zeiten, da war OOo im deutschen Raum eher unbekannt, sie haben uns keinen Schaden zugefügt, sie haben auf unserer Seiten weitergeleitet. Auf Markenrechte pochen wäre da eher kontraproduktiv gewesen. (Wie das jetzt aussieht, prüfen wir gerade.)

        • Wenn man genau hinschaut benutzen die dubiosen Anbieter die Marke "OpenOffice.org" nicht. Wir versuchen zwar trotzdem gegene "Open Office" vorzugehen .. ist aber schwierig. (Werbung bei google mit der Marke "OpenOffice.org" ist im Übrigen nichtmer zugelassen - bzw. muss von uns genehmigt werden)

        • Eine zu restriktive Markenpolitik ist sehr heikel, da diese sehr leicht den Ideen freier Software entgegenläuft. Portable Apps und auch Debian bekommen das z.B. für alle Mozilla Applikationen zu spüren. Es wäre nicht wirklichin unserem Sinne, wenn Debian demnächst kein "OpenOffice.org" mitliefert.

        Unabhängig davon ist der Zeitraum, der zwischen der Feststellung eines Markenrechtsverstoßes, einleiten der entpsrechenden Schritte und wirksam werden dieser recht lang - in der Zwischenzeit wurden einige 1000 Anwender abgezockt und ein par 100.000 EUR "verdient".

        Wirklich helfen kann sich nur jeder selbst - aber dazu muss man sich der Gefahr bewußt sein (und deshalb die Aktion).

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