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Thema: FSFE stellt Politiker-Antworten zu freier Software vor

47 Kommentar(e) || Alle anzeigen ||  RSS || Kommentieren
Kommentare von Lesern spiegeln nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wider.
Score: 3 Von Jo:rg Zweier am Mo, 21. September 2009 um 18:03 #
An der Stelle wäre es mal interessant gewesen, die Piratenpartei etwas genauer zu untersuchen. Wenn ich ihre Ziele (insbesondere die Neuordnung des Urheberrechts) richtig verstehe, stehen sie im Widerspruch zu freien Lizenzen. Das, obwohl die meisten Piratenparteiwähler doch gerade der Linux-Welt entstammen...
  • Score: 3 Von catdog2 am Mo, 21. September 2009 um 19:01 #
    > Wenn ich ihre Ziele (insbesondere die Neuordnung des Urheberrechts) richtig verstehe, stehen sie im Widerspruch zu freien Lizenzen.
    Das muss ja nicht zwangsläufig so sein. Ich bin mir sicher man kann bei einer Neuordung des Urheberrechts freie Software entsprechend berücksichtigen.
    • Score: 3 Von mir am Mo, 21. September 2009 um 19:48 #
      Man könnte bei der Neuordnung des Urheberrechts Software generell berücksichtigen - nicht die die Freie!
      Eigentlich sollte die Neuordnung gar nicht stattfinden, aber das ist der einzige Punkt, bei dem ich dem Parteiprogramm widerspreche, also wähle ich sie trotzdem.

      Die anderen sind schlimmer.

    Score: 3 Von Neuer am Mo, 21. September 2009 um 19:16 #
    Hallo Du,

    mit Offenheit hat die Piratenpartei Nichts zu tun. Ich persönlich lehne alle ihre Ziele ab. Die Schnittmenge mit Linux findet man wohl nur bei solchen, die Linux für eine Raubkopie von Windows halten.

    Gruss,
    Kay

    • Score: 3 Von Karl M. am Mo, 21. September 2009 um 20:19 #
      Blödsinn, die meisten Leute in der Piratenpartei rekrutieren sich direkt aus CCC, LUGs usw.
      • Score: 3 Von catdog2 am Mo, 21. September 2009 um 20:29 #
        Vllt wären die kommentatoren, die sich negativ über die piratenpartei äussern mal so nett und würden und unwissenden mal genauer erklären, was sie zu dieser Haltung veranlasst?
        • Score: 3 Von Raubpornonazikindkopierterrori am Mo, 21. September 2009 um 21:46 #
          Alles Wallkampf.
          Score: 3 Von ohne sinn am Mo, 21. September 2009 um 21:59 #
          die piraten haben angst vorm bundestrojaner, der läuft allerdings nur auf windows, daraus schließe ich, dass sie windows benutzen.

          ne im ernst: die kritik ist hauptsächlich einfach ausm gefühl heraus. denke nicht, dass sich die kritiker wirklich mit der partei auseinander gesetzt haben. wer sich allerdings mal in versch. computerforen aufhält wird feststellen, dass unter den piraten viele sind, die linux nicht mal mit ner kneifzange anfassen würden. Ich denke aber, dass dieser anteiler bei anderen parteien auch nicht niedriger ist, sondern eher höher.

          Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 02:39 #
          Ich (im CCC-Dunstkreis aktiv) sehe diese Partei äußert kritisch (und wähle grün, soviel sei verraten), weil:

          1. Die Piratenpartei Wahlkampf nach Protestparteienmanier macht. Bei jeder Gelegenheit (und vor allem wenn man sie mal kritisiert) fallen Piraten permanent und penetrant durch Sätze wie „Schock für die etablierten Parteien“, „verarschen“ [des Wählers durch DIE etablierten Politiker] und „die Hosen gestrichen voll haben“ [dass diesen die Wähler davonlaufen] auf. Das sind alles O-Töne, kann man nach googlen. Man kann es aber auch bequem ganz offiziell von ihnen frei Haus haben: Brief an die Nichtwähler. Man schaue sich mal um, welche anderen Parteien mit exakt denselben Hetzsprüchen werben. Das sind Protestparteien und Protestparteien haben mit Lösungen rein garnichts zu tun, geschweige denn mit Schutz der Verfassung und der freien Gesellschaft ohne verdachtsunabhängige Überwachung.

          2. Wenn man „nur“ EIN Thema hat gründet man eine Aktionsplattform und keine Partei und versucht über diese Aktionsplattform so viele Personen und Gruppen, deren sonstige Interessen vermutlich extrem divergent sind, für dieses eine Ziel zusammenzuschweißen und deren sonstige Kontakte für das Aktionsbündnis optimal zu nutzen. Eine Parteigründung kann in diesem Fall nur spaltend, lähmend und extrem vom Thema ablenkend sein. Etliche Netzaktivisten haben dies thematisiert - ganz abgesehen davon, dass es ein Leben neben dem Internet und weitere wichtige Themen gibt - so zum Beispiel exemplarisch http://julia-seeliger.de/warum-ich-nicht-zu-den-piraten-gehe/.

          3. Viele, zu viele Piraten/Piratenunterstützer treten anmaßend, arrogant, belehrend auf und schütten über jeden der nicht 100% ihre Linie ist oder von anderem Dingen des Lebens mehr Ahnung als vom Internet hat beißende Hähme aus. Selber hingegen sind sie extrem dünnhäutig, wenn man sie kritisiert. Schau dir ein x-beliebiges Blog an, wo die Piraten auch nur leise kritisiert werden. Was da an Fefe'scher Verschwörungstheoretik, Unterstellungen und Beleidigung und so weiter verbreitet wird ist unter aller Sau. Ich will mich ganz einfach nicht von Leuten vom Schlage Fefe im Bundestag vertreten wissen, die vielleicht von Bits-und-Bytes Ahnung haben, aber ansonsten durch ihre mangelhafte Diskussionsfähigkeit und stereotype Denke auffallen.

          4. Viele Piraten drehen so frei, dass ihnen eine klare Kante zu Nazis abhanden gekommen ist. Das ist hier kein Godwin, das ist Fakt. Wer meint zur Freiheit gehöre es mit Nazis normal zu argumentieren, der hat scheinbar auch noch nie etwas für Diskussionsregeln auf Mailinglisten und im Usenet übrig gehabt, welche sich Nerds gegeben haben, damit die Freiheit und Vielfalt der Meinungen nicht am geistigen Müll zugrunde geht. Nerdorganisationen wie der CCC haben schon vor Jahren klar Position gegenüber Menschenverachtenden Ideologien bezogen, ohne dass der CCC deswegen die Freiheit verraten hätte: Farbe bekennen gegen Rechts. Darüber hinaus wird vom Piratenumfeld offen argumentiert "Lieber eine Nazistimme für die Piraten, als für die Nazis". Ja Himmel genauso hat Franz Josef Strauss mit seiner CSU argumentiert. Fischen am rechten Rand. So mancher ist dabei schon vom Fisch ins Wasser gezogen worden. FH hat es gut zusammengefasst: beissreflexe-einer-mailingliste.

          Alles zusammen ein bischen zuviel für die Piraten, als dass sie glaubwürdig Politik machen könnten und man sie somit wählen könnte (die Gründe warum ich mich auch in Netzthemen von den Grünen sehr gut vertreten fühle ein anderes mal, ist schon lang genug hier ;-).

          • Score: 3 Von irgendwer am Di, 22. September 2009 um 08:40 #
            Sehr guter Text, auch einige Links sind sehr informativ.

            Dennoch schafft es Frau Seeliger nicht, den Vergleich der Piratenpartei mit den Anfängen der Grünen zu zerstreuen. Die Grünen sind mittlerweile erwachsen, aber deren Jugend sah wohl wirklich nicht anders aus als die Piratenpartei jetzt. Ganz im Gegenteil, die Grünen sind das Thema Ökologie in den 70ern sogar noch ideologischer (also ohne wissenschaftlichen Hintergrund) angegangen als heute die Piratenpartei die Themen Freiheit und Internet. Des weiteren betrifft das Thema Freiheit nicht nur das Internet, auch Überwachung außerhalb des Internets gehört, soweit ich weiß, zum Thema der Piratenpartei. Wenn sich die Grünen früher an Punkt zwei gehalten hätten, gäb es sie heute nicht. Dann gäb es somit schlicht eine der bestwählbaren Parteien heute nicht (auch wenn sie für mich aus verschiedenen Gründen schlecht wählbar sind)

            Dennoch sind ihre Gründe, die für sie für die Grünen sprechen, gut dargelegt und plausibel. Ich kann Ihre Meinung verstehen.

            Dass die Piratenpartei den Anschein einer Protestpartei macht, ist auch verständlich. Wenn man mit der Politik der großen Parteien unzufrieden ist, wird man natürlich gerne als eben so etwas abgestempelt. Und man muss ja auch zugeben, zu vielen Themen der großen Parteien hat die Piratenpartei schlicht noch kein Programm. Keine Frage. Das macht aber noch lange keine schlichte Protestpartei aus ihr. Auch wenn der Aufruf an die Nichtwähler vielleicht etwas ungünstig formuliert ist, so gehen andere Parteien dort nicht anders vor. "Wer nicht wählt, wählt rechts" ist schlicht Quatsch. Der Anteil der Nichtwähler, der - sollte er doch wählen gehen - aus Protest schlicht Rechts wählt, ist wohlmöglich gar höher als der, der dann SPD wählt... die großen Volksparteien rechnen bloß damit, dass der Anteil der Rechten nicht zu sehr steigt, eine höhere Wahlbeteiligung aber ihre Legitimation erhöht.

            Dass man in Foren viele Piratenparteisympathisanten findet, die allgemein noch weit weltfremder sind als der ältere Herr von nebenan, der bei "The Sims" nur an "Das ist doch so ein Simulationsspiel am Computer!? Killerspiele - Verboten gehört sowas!!!" denkt, ist auch klar. Schließlich findet der größte Zulauf im Bereich Jugendlicher oder Jungerwachsener statt, die einfach noch nicht so lebenserfahren sind. Und wie man ja weiß, sind es oft die unwissenden, die am lautesten schreien und daher am meisten auffallen.

            Wie schnell Meinungsmache stattfindet, sieht man an folgendem Zitat zum Thema "Junge Freiheit" vs. Andreas Popp: "Die wollen die Freiheit, das wollen wir, die Piraten, auch, und jung sind wir obendrein. Was also sollte dabei schon schiefgehen?". Es steht bei der taz noch als "mag sich der Interviewte gedacht haben". Anderswo findet man es schon als "Zitat des Sprechers der Piraten". Des weiteren der Link zur original-Entschuldigung: Auf spiegel.de wird gleich schonmal festgelegt, was der Leser zu finden hat und unter welchem Hintergrund er das zu betrachten hat. Da wird nicht dafür gesorgt, dass der Leser sich seine Meinung bildet, sie wird ihm vorgegeben. Nicht anders bei taz.de zu dem Thema, es werden Zusammenhänge geknüpft, die mir bislang völlig fremd waren und von denen ich mir sicher bin, dass dies Andreas Popp nun wirklich nicht im Hinterkopf hatte.

            Was also die Piratenpartei lernen muss ist, dass Politik ein Geschäft ist, ein mitunter fieses Geschäft, das nur von Politikprofis erfolgreich betrieben werden kann ;-)
            Es kann einem schlicht jedes Wort im Mund rumgedreht werden. Es zählt nicht zu sagen was man denkt, was man für richtig hält. Man muss seine Wort mit bedacht wählen und immer an die Wähler denken, "was könnte ich jetzt wie ausdrücken, so dass es beim Wähler möglichst ein wohliges Gefühl auslöst". Worin das endet, sieht man ja: Langweilige Wattebauschschlachten im Fernsehen zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und SPD und Wahlversprechen, deren Wahrheitsgehalt von einem anderen Stern kommt. Danke, ich verzichte...

            • Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 11:51 #
              Die Piraten werden mit den Anfängen der Grünen verglichen in Sachen Ein-Themen-Partei usw. Der Vergleich ist falsch. Die Piraten treten offiziell als Ein-Themen-Partei auf, die Grünen hingegen waren schon bei ihrer Gründung eine bunte Truppe, die sich im wahrsten Sinne des Wortes zusammengerauft hat:

              "An der Wiege standen die unglücklichen Eltern: zum einen Helmut Schmidt, ohne dessen Politik es die Grünen wohl nicht gegeben hätte, und zum anderen die Fünf-Prozent-Hürde, ohne die so viele verschiedene Gruppen sich wohl nicht unter ein Dach zusammengezwängt hätten." (Zitat von Michael Vesper)

              Exemplarisch seien hier die Schwulen- und Lesbenbewegung genannt, die Umweltschutz und Anti-AKW-Bewegung (die schon immer stark von kirchlichen Gruppen getragen wurde), Kommunarden und Spontis, Feministinnen. All das waren ganz verschieden sozialisierte Menschen, die trotzdem lange Zeit und nicht nur auf dem Gründungsparteitag kontrovers auch über das Parteisein an sich stritten. Man kann den Gründungs-Grünen vielleicht mehr Glauben als Wissen (und somit Ideologie) vorwerfen, aber in Sachen Wahlchancen hatten die eine deutlich realistischere Einschätzung und Zielsetzung als die Piraten heute.

              Ich kann nur für mich sprechen, aber den Begriff Protestpartei wende ich vorsichtig an und möchte niemand leichtfertig damit abstempeln. Ein Beispiel: Die Freien Wähler in Bayern sind für mich keine Protestpartei, trotz dass sie von vielen gewählt wurden, die mit der CSU äußerst unzufrieden waren, einfach weil sie nicht mit Protestwahlkampf und damit verbundenen Stereotypen aufgetreten sind. Es geht also auch anders.

              Spiegel usw. hab ich bewusst nicht als Quelle zu diesem Thema genommen, weil ich mich zwar dabei ertappe ihn häufig zu lesen, ich aber dabei wegen seiner alles psychologisierenden Meinungsmache stets ein ungutes Gefühl habe und im Zweifel stets das Gegenteil dessen glaube, was der Autor sich dort zusammenreimt. ;-)

            Score: 3 Von zassel am Di, 22. September 2009 um 13:36 #
            Schöner Post! Polemik vom Feinsten! Strohmanargumentation wie im Schulbuch.
            Beispiele? Gerne:
            >>Viele Piraten
            >>100%
            >>Bei jeder gelegenheit
            >>permanent und penetrant
            >>rein garnichts
            >>geschweige denn
            >>nur spaltend, lähmend und extrem
            >>das ist Fakt
            >>sind sie extrem
            (extrem allerdings nur 3 mal verwendet, da geht sicher mehr)

            Hat sich wirklich schön weggelesen und wirkt in sich auch schön schlüssig :)
            Auch die Auswahl der Links ist super!
            Grünenwerbung von Julia Seeliger und einen Lawblog wo man den Piraten Lernresistenz vorwirft, weil sie anderen Lernresistenz vorwerfen :)
            Nazis ins Spiel bringen war ein bischen langweilig. Geht zwar immer wie geschnitten Brot aber schmeckt auch so faad. Gut war dagegen,
            aufklärende Links diesbezüglich wegzulassen ;)

            Mehr davon!

            • Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 19:20 #
              Ich benenne überprüfbare Kritikpunkte an den Piraten, wie sie zurecht vom Oberposter eingefordert wurden und was machst du? Anstatt aufs Thema einzugehen verfälschst du meine Worte und bastelst dir daraus eine Aussage, die ich nicht gemacht habe, um auf diese Weise dann auch die Sachkritik beseite zu wischen.

              Ich sagte "viele Piraten" nicht "alle Piraten", ja noch nichtmal "die Mehrheit der Piraten". Es gibt zu jedem piratenkritischen Post im Internet eine signifikante lautstarke Piratenunterstützergruppe, die meint wer am lautesten schreit hat am meisten Recht. Und genau diese Personen, die auch mein Internet und mich ganz für sich vereinahmen wollen gehen mir gehörigst auf den Zeiger. Und auf genau diese Gruppe war "100%", "Bei jeder Gelegenheit", "permanent und penetrant" gemünzt. Ich werfe die Piraten nicht in einen Topf.

              Und in welchem Zusammenhang sprach ich von "spaltend lähmend und extrem"? Ich sagte nicht, dass die Piraten selber dies sind, sondern, dass ein bestimmter Umstand dies ist. Nämlich der Umstand, dass es eine Partei statt Aktionsplattform, Lobbygruppe etc. ist. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Die größte Verfälschung meiner Worte machst du aber mit "sind sie extrem". Ich habe NIRGENDS behauptet Piraten seien Extremisten. Ich sagte "Selber hingegen sind sie [die Gruppe der lautstarken Piraten und Unterstützer] extrem dünnhäutig". Setzen! 6!

              Was meinst du mit "Strohmannargumentation"? Etwa, dass ich meine eigenen Gedanken zusätzlich durch ähnliche Gedanken anderer als mehr als bloße Einzelansicht untermauere?

              "Grünenwerbung von Julia Seeliger" ist ja auch so ein Vorwurf, der an mir abprallt. Ich habe ihr persönliches Statement verlinkt und keine Zeitungsartikel. Was kann Julia Seeliger dafür, dass sie von Piraten solange zur Mitgliedschaft bedrängt wurde, bis sie sich genötigt sah ihre politischen Ansichten klarzustellen? Diese Vereinahmung durch die Piraten ist auch etwas, was mich stört. Des weiteren hab nicht ich Nazis ins Spiel gebracht. Das taten Piraten schon selber. Im Übrigen habe ich hier als erster Links und Sachpunkte ins Spiel gebracht. Mir hier vorzuwerfen, ich habe dies nicht korrekt getan, aber selber nix tun außer frotzeln ist bezeichnend.

              So und jetzt noch ein Schmankerl zum Abschluss. Wenn du Polemik hören willst dann geht das so:

              Woher soll ich denn wissen, wieviele Piraten genau auf politischer Geisterfahrt sind, wennn die Piratenpartei, welche die Geschlechterdiskriminierung von Geburt an überwunden hat, selber noch nichtmal weiß, ob sie einen Männeranteil 95% oder vielleicht auch "nur" 90% hat?

              Das ist Polemik.

              • Score: 3 Von Marveen am Di, 22. September 2009 um 19:52 #
                Und da hat er es wieder getan :)
                Score: 3 Von Stefan M. am Mi, 23. September 2009 um 12:59 #
                Woher soll ich denn wissen, wieviele Piraten genau auf politischer Geisterfahrt sind, wennn die Piratenpartei, welche die Geschlechterdiskriminierung von Geburt an überwunden hat, selber noch nichtmal weiß, ob sie einen Männeranteil 95% oder vielleicht auch "nur" 90% hat?

                Nunja, wenn sie die "Geschlechterdiskriminierung von Geburt an überwunden hat" ist es ja auch nicht verwunderlich, dass sie nicht diskriminieren bei der Erhebung ihrer Mitgliedsdaten.

                Btw. hab ich mich mal mit ein paar grün-symphatisierenden Frauen zu dem Thema unterhalten und wie das bei den Grünen tatsächlich abläuft. Ich fasse es mal kurz zusammen: Sie waren schockiert. Als Gleichberechtigung hat das niemand empfunden, sondern eher als eine Herabsetzung ihrer Leistung.

                Score: 3 Von zassel am Fr, 25. September 2009 um 09:32 #
                Nix kapiert^^
                Die genannten Beispiele sind alle Copy&Paste aus deinem Post und sollen lediglich darauf hinweisen mit welchen niederen Mitteln der Rhetorik hier versucht wird Überzeugungsarbeit zu leisten.
                Die einzelnen Punkte wurden von mir in keinen Zusammenhang gestellt, wie kommst du also auf: >>verfälschst du meine Worte<< ?
                Dass ein Dialog zum Thema an sich garnicht erwünscht ist sieht man leicht. Was ich auch nicht bezweckt habe.

                >>"Grünenwerbung von Julia Seeliger" ist ja auch so ein Vorwurf, der an mir abprallt. Ich habe ihr persönliches Statement verlinkt und keine Zeitungsartikel.
                Stimmt! Nur als >>Zeitungsartikel<< wäre es Werbung. Als Blog ist es automatisch ein sachlicher und unbefangener Tatsachenbericht.
                Hast du dir den Artikel auch ausgedruckt zum lesen?

                So und jetzt noch ein Schmankerl zum Abschluss. :)
                >>Die größte Verfälschung meiner Worte machst du aber mit "sind sie extrem". Ich habe NIRGENDS behauptet Piraten seien Extremisten.<<
                Wo hast du denn das reininterpretiert? XD remember: Copy&Paste

                • Score: 3 Von Arnomane am Fr, 25. September 2009 um 14:08 #
                  Sagt dir der Begriff "Emser Depesche" etwas? Wenn nicht, dann mach dich SOFORT in Wikipedia darüber schlau. Genau dasselbe machst du hier. Du nimmst meine Worte und verkürzt sie und machst dadurch aus ihnen eine verfälschte Aussage. Deinen Taschenspielertrick gibt es nicht erst seitdem du das Urheberrecht auf "neutrales" Copy & Paste erfunden hast.
                  • Score: 3 Von zassel am Di, 29. September 2009 um 11:10 #
                    Hm hatte ich nicht deutlich gemacht, mich NICHT auch deine Aussage zu beziehen?
                    Sondern nur auf den Stiel? Ich denke schon. Kurz nochmal nachdenken.... und klick gemacht?
                    Ggf. sollte man die Finger von Fachlichkeiten lassen, die man nur aus der Wikipedia kennt.
                    Aber mach ruhig, mir gefällt ganz gut was du hier treibst. :)
                    Würde normalerweise auch nicht mehr antworten, aber du bereicherst meinen Büroalltag ungemein :)
                    Danke!
                    • Score: 3 Von Junker am Di, 20. Oktober 2009 um 12:48 #
                      Hörst du bitte sofort auf mit billigsten Unterstellungen eine sachliche Diskussion zu unterbinden?
                      Zitieren ohne Bezug zur eigentlichen Aussage bringt nichts, da grober Unfug. Danke.
    Score: 3 Von asd am Mo, 21. September 2009 um 19:52 #
    den einzigen den ich persönlich kenne, der die piraten wählt, ist selber windows user und hat den gedanken von freier software nicht verstanden. ich und ein anderer freund von mir benutzen beide linux und wählen die grünen. piraten schaffen eh nicht die 5 %.
    • Score: 3 Von bla am Mo, 21. September 2009 um 19:59 #
      Das ich hier solche Äußerungen höre verwundert mich doch sehr.
      Man sehe sich nur den Absatz über Open Access des Parteiprogramms der Piratenpartei an.
      Open Access in der öffentlichen Verwaltung

      Wir fordern die Einbeziehung von Software und anderen digitalen Gütern, die mit öffentlichen Mitteln produziert wird, in das Open-Access-Konzept. Werke, die von oder im Auftrag von staatlichen Stellen erstellt wird, soll der Öffentlichkeit zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt werden. Der Quelltext von Software muss dabei Teil der Veröffentlichung sein.

      Dies ist nicht nur zum direkten Nutzen der Öffentlichkeit, sondern auch die staatlichen Stellen können im Gegenzug von Verbesserungen durch die Öffentlichkeit profitieren (Open-Source-Prinzip/Freie Software). Weiterhin wird die Nachhaltigkeit der öffentlich eingesetzten IT-Infrastruktur verbessert und die Abhängigkeit von Softwareanbietern verringert.

      Score: 3 Von Hgx am Mo, 21. September 2009 um 20:42 #
      Ich find die grüne Pest unwählbar, Piraten ebenso.
      • Score: 3 Von Ed am Mo, 21. September 2009 um 22:01 #
        > Ich find die grüne Pest unwählbar,

        Wie wahr, wie wahr...

        > Piraten ebenso.

        Wollen die sich mit den Grünen verbinden?

        Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 01:10 #
        Geht es noch ein bischen gröber? Was macht denn die Grünen in deinen Augen zur unwählbaren Pest? Lass uns doch mal an deinen Gründen teilhaben. Und wenn alles nur unwählbar ist, dann hilft nur eins: Selber politisch aktiv werden oder einfach mal die Klappe halten, aber krakelen und selber den Arsch nicht hochkriegen, das geht nicht.
        • Score: 3 Von MichaelS am Di, 22. September 2009 um 12:01 #
          Seit dem die Grünen in Hamburg mit der CDU ins Bett gestiegen sind, sind sie für mich auch nicht mehr wählbar, denn

          - eine grüne Umweltsenatorin hat das Kohlekraftwerk Moorburg genehmigt,

          - der Plan, eigene Stadtwerke zu gründen (um den Wählern Moorburg schmackhaft zu machen), kosten den Steuerzahler nicht nur Milliarden - er zielt auch noch direkt auf die bereits aktiven Ököstromanbieter. Vattenfall wird sich ob dieser grünen Dämlichkeit schlapp lachen.

          - statt die vorhandene Gesamtschulstruktur konsequent auszubauen, wird sie mit der geplanten Primarschule zerstört.

          Brauchst Du noch mehr Gründe?

          • Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 12:26 #
            Und was hätte die grüne Umweltsenatorin machen können deiner Meinung nach? Leichtfertig ein Gerichtsverfahren von Vattenfall inkauf nehmen, bei dem Hamburg zu Milliardenentschädigungen wegen Verletzung von Verträgen verdonnert worden wäre plus zwangsweise Genehmigung dieses Kraftwerks von Vorgestern per Gericht? Nö. ich finde die Nachkartelnstrategie der Hamburger Grünen über Umweltauflagen ganz richtig und wir wollen doch mal sehen ob Vattenfall mit seinem Versenken von Milliarden in asbach-uralt-Technik (und Kraftwerke), nicht doch noch von seinen eigenen Aktionären gestoppt wird. Ist garnicht mal so unwahrscheinlich, dass die Strategie aufgeht und ist obendrein ohne großes Risiko für die Staatskasse.

            Zu den anderem Themen hab ich zu wenig Detailwissen, weil ich nicht in Hamburg wohne und weil es das schlimmste ist wenn man über was redet von dem man keine Ahnung hat, schweig ich dazu.

            • Score: 3 Von MichaelS am Di, 22. September 2009 um 13:21 #
              1. Hätte sie im Wahlkampf ihre große Klappe halten soll. Das ein Ausstieg nicht so leicht ist, war schließlich auch schon vor der Wahl bekannt. Dennoch hat sie vollmundig getönt, Moorburg auf keinen Fall zu genehmigen. Den PR-Schaden hat sie sich selbst zuzuschreiben.

              2. Ob es Milliardenentschädigungen gegeben hätte, ist reine Spekulation. Vattenfall hat schließlich schon mit dem Bau begonnen, obwohl es noch gar keine endgültige Genehmigung gab.

              3. Machen die Auflagen den Betrieb des Kraftwerks unrentabel. Da sie rein politisch motiviert sind, werden sie - sofern sie überhaupt den Klagen von Vattenfall standhalten - ebenfalls Schadensersatzansprüche nach sich ziehen.

              BTW: Warum sollten die Aktionäre Vattenfall stoppen? Kern-und Kohlekraftwerke sind schließlich die Cash-Kühe der Energie-Riesen.

      Score: 3 Von Karl M. am Mo, 21. September 2009 um 20:46 #
      Die Grünen mögen die 5% Hürde schaffen, aber sie werden NICHTS vernünpftiges in Sinne von Netz-/Open Source Themen umsetzen selbst, wenn sie in die Regierung kommen sollten. Man sollte nie vergessen, dass sie das auch bereits schon 1998 in ihrem Wahlprogramm drin hatten un weder von 1998-2002, noch von 2002-2005 da irgendwas vernünftiges passiert ist... - die Grünen haben 20 Jahre lang meine Stimme bekommen, irgendwann ist jede Liebe vorbei und ob ich jetzt eine Stimme verschenken oder sie verschenke ist doch eigentlich egal. Abgesehen davon wird sich zeigen ob die Piratenpartei die %5 Hürde schaffen oder nicht, in Sachsen hatten sie bereits 1,9% obwohl das der schwächste Landesverband ist. In den letzten Wochen ist viel im Wahlkampf gelaufen und die Fehlermargen der Umfragen lassen einige Überraschungen grade bei den kleinen Parteien möglich erscheinen.

      Und mir ist kürtlich noch ein ganz extremes Beispiel eingefallen als 1996 die Landtagswahl in BaWue die Reps mit 4,5% prognostiziert wurden und am Ende bei 9,1% lagen...

      "Bei der Landtagswahl 1996
      in Baden-Württemberg erzielten die Republikaner einen Überraschungs-
      erfolg. Nach eigenen Angaben hatte das Institut für Demoskopie Allens-
      bach im Vorfeld der Wahl die errechneten Zahlen bewusst niedrig gehal-
      ten, um keine Stimmung für die Republikaner zu machen."

      Seite 25, http://tinyurl.com/llmr6u (das PDF File aus dem ich zitiere)

      Und zur Prognose hier ein Text:

      http://www.zeit.de/1998/40/199840.umfragen_.xml

      • Score: 3 Von asd am Mo, 21. September 2009 um 21:52 #
        hm ... stimmt du hast recht, sie könnten's wirklich schaffen. wie ich gehört habe liegen die prognosewerte allerdings noch unter 3%, ich halte es für unwahrscheinlich, dass sich da viel bewegt bei ner bundestagswahl.

        klar, parteien halten oft ihre wahlversprechen nicht ein oder setzen viele sachen ausm wahlprogramm nicht um. Aber warum sollte die piratenpartei da anders sein?

        • Score: 3 Von Karl M. am Mo, 21. September 2009 um 22:00 #
          Na, wenn es um diese Themen geht würden ihnen die Mitglieder schon die Hölle heiss machen. Wobei es erstmal wichtig wäre Opposition im Parlament zu sein, damit bekommt man mehr Medienaufmerksamkeit und Redezeit im Bundestag. Damit wäre der Sache an sich schonmal um ein vielfaches geholfen, denn wer sonst kann diese Themen sonst in die Öffentlichkeit bringen und damit auch echten Druck ausüben, viel mehr als jede Petition oder ausserparlamentarische Opposition.
Score: 3 Von ich am Mo, 21. September 2009 um 18:06 #
Also bei der CDU schien ja auch einiges an fertigen Textblöcken die Runde zu machen... naja. Eine hat wenigstens zugegeben keinen Plan zu haben und will sich wenigstens kundig machen (ist ja schonmal ein Anfang).
Aber auch hier wird erkenntlich, daß in den "jüngeren" Parteien da mehr Motivation und Engagement drinsteckt was freie SW angeht. (Grüne, Links, Piraten sowieso)
Natürlich ändert das alles nicht viel an meiner Entscheidung was ich kommendes WE wähle. Arrrrrr!
Score: 3 Von neue ära am Mo, 21. September 2009 um 19:22 #
die richtung ist doch gut die die piraten haben.
so kommt offene software wenigstens ins gespräch der otto normal verbraucher die keine ahnung haben.
Arrr.... klarmachen zum ändern. ich geh wählen.
Score: 3 Von Hayab am Mo, 21. September 2009 um 19:28 #
Wenn man den angschriebenen Politker in dem Schreiben klar machen wuerde, das Bind DNS server auch frei ist und mit diesen kann man die Sperrgesetzblacklists Umgehen. Wuerde die Antwort schon duetlich negativer ausfallen.

Wenn man noch weiter gehen wuerde, dass Freenet, I2P, The Onion (TOR) u.s.w. auch zu den freien Software gehoeren und diese Software fuer ihre Ueberwachunsphantasien reines Gift sind. Wuerden die schon nach einen Verbot schreien.

  • Score: 3 Von Gedankenketten am Mo, 21. September 2009 um 21:57 #
    Zudem:

    Was wird zum Kinderporno gucken verwendet? Firefox!
    Worunter läuft Firefox? Linux!
    Was ist Linux? Ein kommunistisches Anarchistensystem!
    Was sind Kommunisten? Terroristen!
    Wo kommen Terroristen her? Aus dem deutschen Bundestag!
    Was ist sonst noch so im deutsche Bundestag? Pharmamafia!
    Und hassen wir nicht alle die Pharmamafia? Drum kette durchbrechen und weck Linux verbieten!

    Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 01:21 #
    Sag mal merkst du nicht wie unheimlich primitiv solche Unterstellungen sind? Ich halte als Netzbürger einen Wert ganz weit oben: "Geh von guten Absichten aus". Das ist für mich die erweiterte Unschuldsvermutung. Aber ne die gilt ja nur in juristischen Fällen und nicht in Diskussionsforen im Internet oder am Stammtisch...

    Ja 'ne is klar, die Politiker haben alle keine Ahnung und du bist der große Chef mit dem Superdurchblick und weil das so ist können die noch so fachkundige Statements Bekenntnisse und Umsetzungspläne zu Freier Software, Open Access usw. abgeben. Es wird dir nie genug sein.

Score: 3 Von Heckmeckeckdreckweg am Mo, 21. September 2009 um 23:07 #
Mal sehen, wie lange die Piratenpartei am Leben (oder sich selbst treu)
bleibt, wenn die verfi**ten Lobbyisten diese in die Mangel nehmen.
  • Score: 3 Von Realist am Di, 22. September 2009 um 01:05 #
    Ich denke, wenn die Piraten nur einen Hauch von Macht spüren, sie sich langsam aber unerbittlich Richtung der Ideologie eines Wolfgang Schäuble bewegen; Der ja bekanntlich ein grosser Freund freier Software ist. Und obwohl Wolfgang ja zugibt das er ein ziemlicher Heckenpisser ist was "Contjuters" hat sein Sekretär eine wirklich gute und von Ahnung durchzogene Antwort gegeben.
    Score: 3 Von Arnomane am Di, 22. September 2009 um 03:27 #
    Nö die nehmen sich schon gehörig selbst in die Mangel. Im Übrigen find ich "verfi**te Lobbyisten" eine reichlich platte Denkweise. Auch du bist Lobbyist.
    • Score: 3 Von jugo am Di, 22. September 2009 um 10:05 #
      >>Auch du bist Lobbyist.<<

      Bestimmt. Offentsichtlich weißt du nicht was Lobbyismus ist.

      Score: 3 Von Heckmeckeckdreckweg am Di, 22. September 2009 um 14:21 #
      > Im Übrigen find ich "verfi**te Lobbyisten" eine reichlich platte Denkweise.

      So, schonmal Benzin-, Strom- und Gasrechnungen der letzten 4 Jahre beobachtet? Weißt du, wie die Pharmaindustrie das Gesundheitssystem mit teuren Medikamenten ausbeutet?

      > Auch du bist Lobbyist.

      So ein Schwachsinn!

      Lobbyisten sind von der Großindustrie gelenkte Sartrappen, die ggü. Politikern ihre Bedingungen sogar mit Drohungen durchsetzen. Auf einen Politiker kommen 4 Lobbyisten und 4 Gegenlobbyisten, die mit Geld (Achtung: Bestechung!!) Politiker beeinflussen und somit die Gesetze in Deutschland faktisch schreiben!

      Schau dir mal die Abwrackprämie oder Konjunkturpakete für die Banken an, wo kommt das wohl her, hm?

      Deshalb spielt es keine Rolle mehr, welche Koalition oder Partei regiert, dahinter steht die arrogante dt. Großindustrie (Ackermanns Einladung ins Kanzleramt), die das Sagen hat. Dem steht die Ausbeutung der Kurz- & Zeitarbeiter, 400€ & 1€ Jobber gegenüber, geschweige denn der 13 Millionen (!) Arbeitslose, die wir haben und der bald 2 Billionen (!!!) € hohe Schuldenberg. Wer hats vollbracht? Dt. Banken! Was haben die auf die Politiker angesetzt? Die verfi**ten Lobbyisten. Wer zahlt die Zeche? Der kleine Steuerzahler, der sich mit der #+ß§#*&%- GEZ rumschlagen muß und per Kürzungen im Sozialbereich in die Armut rutscht. Willst du übrigens den Bericht zur Kinderarmut in Deutschland lesen?

      Also, wer wählen geht, kann es gerne tun, soll sich aber nicht wundern, wenn sich nichts ändert, die Piratenpartei wird es auch nicht können! Vox populi, Vox Stimmvieh: Am 27.9. ist Viehtrieb zu den Wahlurnen!

      Heckmeckeckdreckweg

      Score: 3 Von Jo:rg Zweier am Di, 22. September 2009 um 22:26 #
      Das ist lange noch kein Grund, abfällig zu werden und von Kraftwörtern Gebrauch zu machen. Wenn du etwas zur Diskussion beisteuern möchtest, so werde etwas objektiver und begründe auch deine Abneigungen. Ansonsten kann ich als Außenstehender deinen Kommentar leider nur als emotionsgeladene Stimmungsmache ohne sachlichen Bezug auffassen.
Score: 3 Von Karl46 am Di, 22. September 2009 um 11:19 #
In der Debatte um Freie Software fehlt mir immer die goldene Mitte. Freie Software im Sinne der FSF ist unbestreitbar ein gänzlich anderes Modell als die heute übliche proprietäre Software. Es steht auch außer Frage, dass ganz andere Wege gefunden werden müssen, um mit Software Geld zu verdienen. In einigen Firmen ist es schon angelaufen, aber insbesondere die großen Platzhirsche sind halt noch vor allem proprietär. Meines Erachtens ist der Schritt zu Freier Software dementsprechend sehr groß.

Es wäre schön, wenn dieser irgendwann umfassend vollzogen werden würde. Aber viel wichtiger und vor allem dringlicher ist aus meiner Sicht der Aspekt Quelloffenheit. Und der wäre doch auch unter dem derzeitigen Lizenzmodell umsetzbar. Konkret: Warum werden nicht alle Softwareproduzenten dazu verpflichtet, die Quelltexte zu veröffentlichen? Das Argument, dass dann ihre Entwicklungen gestohlen werden würden, ist doch nur vorgeschoben. Liegen alle Quellen offen, ist es ein leichtes, nach Ähnlichkeiten zu suchen. Natürlich hat man wieder das Problem, dass ein solches Vorhaben wohl nur weltweit zu realisieren ist. Aber ich finde es sentsam/schade, dass dieser Aspekt nie zur Rede kommt.

Dieser erste (kleine) Schritt hat offenbar noch keine Lobby. Dabei finde ich die Quelloffenheit als Element Freier Software am wichtigsten. Es hat mich schon immer gewundert, wie beispielsweise deutsche Behörden, vertrauliche Daten mit Software verarbeiten können, vor der sie gar nicht wissen, was diese Software eigentlich alles mit diesen Daten macht.

Was meint ihr? Sollte man nicht vor einer "großen Revolution", die Freie Software im Sinne der FSF bedeuten würde, erstmal Quelloffenheit durchsetzen?

  • Score: 3 Von fluxmuxs am Di, 22. September 2009 um 17:16 #
    Ich finde den vorgeschlagenen Weg für mich als Programmierer gefährlich. Jemand kann mir Urheberrechtsverletzungen vorwerfen und ich muss zeigen, dass ich den Quellcode von ihnen nicht gelesen habe. Ich lese wenn es irgendwie geht nur Freien Software Quelltext.

    Außerdem, was bringt es dir in der Firma, wenn du den Quellcode hast. Aber nicht das Recht eine Firma mit Änderungen an diesem zu beauftragen?

    Hat schon einen Sinn, dass freie Software nicht nur den Quelltext mitgibt sondern es erlaubt die Software für jeden Zweck zu verwenden, den Quelltext abzuändern und die Software bzw. Änderungen auch wieder weiterzugeben.

    /fluxmuxs

    • Score: 3 Von Karl46 am Di, 22. September 2009 um 20:12 #
      Beweisen muss grundsätzlich derjenige, der einen Anspruch durchsetzen will, also derjenige, der Dir einen Urheberrechtsverstoß vorwirft und daran Ansprüche knüpft. Aber ich verstehe Dich schon; natürlich ist es leichter, wenn man gleich sagen kann: "Wie soll ich bei euch abgeschaut haben? Der Quellcode ist mir ja gar nicht zugänglich."

      Dass die weiteren Freiheiten Freier Software einen Sinn haben, ist klar. Nur sind diese politisch schwer durchzusetzen, weil dies ganz andere wirtschaftliche Strukturen zur Folgen haben müsste. Quelloffenheit würde aber auch unter dem jetzigen System funktionieren. Und der Gewinn davon: Transparenz. Natürlich darf weiter auch nur der Rechtsinhaber Anpasungen vornehmen. Es wäre eben keine Freie Software; aber besser als die Blackbox, die Software heute zumeist darstellt.

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