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Di, 29. September 2009, 18:20

Unternehmen

ETH Zürich und Microsoft arbeiten an Many-Core-Betriebssystem

Eine Gruppe der ETH Zürich arbeitet zusammen mit Microsoft Research an einem experimentellen Many-Core-Betriebssystem.

Ein Team der ETH Zürich Systems Group arbeitet seit Oktober 2007 zusammen mit Mitarbeitern von Microsoft Research Cambridge an »Barrelfish«, einem neuartigen Betriebssystem für Many-Core-Systeme. Im Vorfeld des »ACM Symposium on Operating Systems Principles«, einer der größten Konferenzen zum Thema weltweit, wurde nun der Quellcode unter der quelloffenen BSD-Lizenz freigegeben.

Die Entwickler erwarten in Zukunft eine deutlich steigende Anzahl von CPU-Cores und CPUs pro Rechner. Anstatt wie herkömmliche Betriebssysteme ein einziges Betriebssystem mit zentralem Scheduler einzusetzen startet Barrelfish auf jedem CPU-Kern ein Minimal-Betriebssystem und lässt diese dann untereinander via Message Passing kommunizieren. Nach außen erscheint das Konglomerat wie ein einziges Betriebssystem, bringt aber sowohl Vorteile (Skalierbarkeit und Fehlertoleranz) als auch neue Probleme mit sich. Das Team konzentriert sich hauptsächlich auf Messungen und experimentelle Funktionen, im Rahmen einer Abschlussarbeit wurde etwa untersucht wie Hotplug in einem verteilten System realisiert werden kann.

Barrelfish wird als Quellcode-Archiv verteilt und setzt auf eine GNU-Toolchain mit GCC. Als Build-System kommt CMake zum Einsatz. Die Entwickler selbst arbeiten laut eigener Aussage mit Debian oder Ubuntu, das System lässt sich jedoch höchstwahrscheinlich auch auf anderen Distributionen übersetzen. Die Hardware-Kompatibilitätsliste ist noch sehr kurz und umfasst hauptsächlich die in den Laboren verfügbaren 64-Bit-Rechner sowie eine Gigabit-Ethernet-Netzwerkkarte von Intel.

Da weder ein Dateisystem noch interaktive Administrationstools vorhanden sind müssen sowohl der Kernel als auch Treiber und Anwendungsprogramme vom Bootloader geladen werden - ähnlich dem Bootvorgang eines Micro-Kernels, etwa HURD oder Minix.

Eine finanzielle Unterstützung seitens Microsoft gibt es derzeit laut Aussage der ETH nicht, die Zusammenarbeit mit Microsoft ging demnach aus einem früheren Projekt hervor. Microsoft selbst arbeitet derzeit an weiteren Forschungs-Betriebssystemen, etwa Singularity.

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