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Mi, 7. Oktober 2009, 12:07

Gemeinschaft::Personen

Richard Stallman skeptisch zu Microsoft Codeplex

FSF-Präsident Richard Stallman hat sich skeptisch zu den Zielen von Microsoft Codeplex geäußert.

Die jüngst von Microsoft gegründete Open-Source-Stiftung Codeplex ist laut Miguel de Icaza, der dem Vorstand angehört, eine Initiative von Microsoft-Mitarbeitern, die Microsoft offener für Open Source machen wollen. Das Ziel der Organisation ist es, ein Forum zum Austausch von Code und Erfahrungen mit Open-Source-Software zu sein. Microsoft stiftete das Startkapital der Organisation.

Richard Stallman, Gründer und Präsident der Free Software Foundation (FSF), sieht die Stiftung skeptisch. Der Vorstand sei von aktuellen und ehemaligen Microsoft-Mitarbeitern dominiert, was aber nicht automatisch bedeute, dass seine Aktionen schlecht sein müssen. Die Zeit werde es zeigen.

Wie immer, wenn der Begriff »Open Source« verwendet wird, kritisiert Stallman dies. Gerade die Codeplex Foundation scheint sorgsam bemüht, jeden Hinweis auf freie Software zu vermeiden. Daher verdächtigt Stallman die Organisation, die von ihm aus ethischen Gründen geforderte Freiheit der Software verschleiern zu wollen. Es sei aber wichtig, auf die Tatsache hinzuweisen, dass auch »Open Source« zumeist freie Software ist, so dass diese Freiheit für alle Anwender erhalten bleibt.

Stallman verweist auch auf die Verwandtschaft mit Codeplex.com, einer Projekt-Hosting-Seite von Microsoft, bei der Projekte unter der Lizenz GPLv3 ausdrücklich ausgeschlossen sei, vermutlich weil die GPLv3 explizit ausschließe, dass freie Software mit Patenten effektiv unfrei gemacht wird. Es ist noch nicht bekannt, wie die Stiftung mit der GPLv3 umgehen wird, aber ein Ausschluss würde laut Stallman in das Microsoft-Schema passen.

Eine weitere Begriffsverwirrung betreibt die Stiftung laut Stallman, wenn sie von kommerziellen Softwarefirmen schreibt, wo proprietäre Software gemeint ist. Dies stelle die falsche Behauptung in den Raum, dass Unternehmen auf Basis von freier Software unmöglich seien.

Fraglich ist laut Stallman auch, ob die Stiftung etwas zu freier Software beitragen werde. Microsoft ist nur an Open-Source-Software interessiert, die unter Windows läuft. Solche Software nützt aber den Benutzern freier Systeme nichts, wenn sie nicht auf die freien Systeme portiert ist. Sie würde nur die Abhängigkeit von unfreien Systemen wie Windows erhöhen. Wenn die Codeplex Foundation also wirklich etwas zu freier Software beitragen wolle, dürfe sie nicht auf Addons für unfreie Software abzielen, und müsse die Entwicklung portabler Software fördern.

Abschließend mahnt Stallman, dass man unabhängig vom Wirken der Codeplex Foundation nicht die Aggression von Microsoft gegen freie Software vergessen sollte. Microsoft versuche fortgesetzt, freier Software zu schaden, beispielsweise durch die Förderung von DRM-Technologien und Softwarepatente, wie erst vor kurzem.

Miguel de Icaza, von Stallman als »Apologet« (Verteidiger von Microsoft) bezeichnet, antwortete in seinem Blog auf den Artikel. Er bezeichnet Stallmans Aussagen als lächerlich. Stallmans Ziel sei es, Furcht zu erzeugen. Er selbst dagegen sehe große Bestrebungen von Microsoft, ein gutes Mitglied der Gemeinschaft zu werden, und sehe darin eine riesige Chance.

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Kommentare (Insgesamt: 100 || Alle anzeigen || Kommentieren )
Re[6]: Man muss dazusagen (Godwin, Do, 8. Oktober 2009)
Re[9]: Man muss dazusagen (pinky, Do, 8. Oktober 2009)
Re[8]: Man muss dazusagen (monotheist, Do, 8. Oktober 2009)
Re: GPL-3 (fred, Do, 8. Oktober 2009)
Re[5]: Man muss dazusagen (mica, Do, 8. Oktober 2009)
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