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Mo, 19. Oktober 2009, 14:26

Gesellschaft::Politik/Recht

OLPC-Laptops für alle Schüler Uruguays

Vor zwei Jahren begann Uruguay am One-Laptop-per-Child-Projekt (OLPC) teilzunehmen, das von Nicholas Negroponte, einem Professor am Massachusetts Institute of Technology (MIT), gegründet wurde.

Jetzt haben alle 362.000 Grundschüler und ihre 18.000 Lehrer des südamerikanischen Landes ihren eigenen XO-Laptop.

Der »Plan Ceibal« (Bildung verbindet) ließ viele Familien erstmals mit Computern und dem Internet Erfahrungen sammeln. Den Staat kostete die Umsetzung des Plans 260 US-Dollar pro Kind, darin sind die Kosten für den XO, Betreuung, Reparaturen, Schulungen für Lehrer und die Internetverbindungen enthalten. Insgesamt machen diese Ausgaben fünf Prozent des Bildungsbudgets des Landes aus.

70 Prozent der kleinen robusten Rechner übergab die Regierung an Kinder, deren Familien keinen eigenen Rechner zu Hause haben. »Das ist nicht nur ein einfaches Laptopverteilen oder Bildungsprogramm. Das ist ein Programm, welches die Lücke zwischen der digitalen Welt und der Welt des Wissens reduzieren soll«, so Miguel Brechner, Direktor des Technologischen Laboratoriums Uruguays und Leiter des Plan Ceibal. Am 25. Oktober sind in Uruguay Wahlen, die aktuelle Regierung macht mit dem Projekt für sich Werbung.

»Es war eine Revolution, welche uns enorm geholfen hat, aber es war nicht leicht«, berichtet ein Schulleiter zur Einführung der OLPC-Laptops. Viele Lehrer standen den Laptops sehr kritisch gegenüber, manche wollten gar den Schuldienst quittieren. Viele, die sich mit den Geräten arrangiert haben, nutzen diesen nun auch für die Lehre.

Die XO-Laptops in Uruguay laufen mit Linux und nutzen die für Kinder optimierte Oberfläche Sugar. Sie können sich untereinander vernetzen und sollen so robust sein, dass sie auch etwas ruppigerer Benutzung standhalten. Der Einsatz des freien Betriebssystem sorgte für Kritiken, nicht dem Mainstream zu folgen, doch Fähigkeiten an Computern sollten gemäß Brechner unabhängig vom Betriebssystem gelehrt werden. Blinde Kinder bekommen Geräte mit Microsoft Windows.

Die jährlichen Kosten, um die Programme und das Informationsportal für Schüler und Lehrer zu pflegen, belaufen sich auf 21 USD pro Kind. Jetzt, wo alle Kinder einen Laptop haben, sollen die Schulen vernetzt werden, auch die in abgelegeneren Gegenden. Zudem existieren Pläne, das Projekt im nächsten Jahr auch auf die Sekundarschulen und Vorschulkinder auszuweiten. Uruguay will als Vorbild für andere Länder dienen, Ruanda, Haiti, El Salvador, Paraguay und einige argentinische und kolumbianische Provinzen haben Interesse gezeigt, können sich aber noch nicht für einen eigenen Plan Ceibal entscheiden. »Wir würden ihnen bei der Planung und Evaluation helfen, zeigen, welche Software sie nutzen können und all das Know-How, das wir entwickelt haben, weitergeben. Wir haben keine Anleitung. Es ist ein Kulturschockszenario. Viele Länder sind einfach zu ängstlich, es in die Praxis umzusetzen.«

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