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Di, 3. November 2009, 09:00

Software::Kommunikation

Skype entwickelt Open-Source-Client

Skype hat Gerüchte bestätigt, wonach das Unternehmen eine »Open-Source-Version« seines populären VoIP-Programms für Linux entwickelt.

Die Informationen zu dieser Ankündigung sind noch vage. Als einer der ersten erfuhr Olivier Faurax von Mandriva davon. Allerdings ist davon auszugehen, dass lediglich die grafische Oberfläche des Skype-Clients unter freien Lizenzen veröffentlicht wird. Das Protokoll wird vermutlich in Form einer proprietären Bibliothek eingebunden, deren Quellcode nicht einsehbar ist.

Auch in der Bestätigung von Skype findet sich kein Anhaltspunkt, dass das Protokoll unter eine freie Lizenz kommt. Das Unternehmen spricht lediglich von der grafischen Oberfläche. Diese würde Skype nach eigener Einschätzung helfen, in der »multikulturellen« Umgebung der Linux-Distributionen und auf anderen Plattformen mehr Akzeptanz zu finden. Die weitere Entwicklung würde dadurch beschleunigt. Die Vorteile dieses Vorgehens sind klar. Neben eigenständigen Programmen, die sich in die jeweiligen Desktop-Umgebungen optimal einfügen, wären auch Plugins für andere Programme denkbar, seien es Chat-, Videokonferenz- oder VoIP-Programme.

Doch anscheinend hat Skype noch mehr vor. Die freie grafische Oberfläche sei Teil eines größeren Angebots, über das Skype zum jetzigen Zeitpunkt nichts Näheres sagen will, schreibt das Unternehmen. Die wichtigste Forderung aus dem Open-Source-Umfeld, die Offenlegung des Protokolls, wird aber, wie man aus einem Kommentar schließen kann, wohl leider nicht erfüllt. Die bisher fehlende Offenheit des Protokolls führte dazu, dass viele Anwender dem Unternehmen nicht vertrauen. Denn nur durch Inspektion des Codes ließe sich nachweisen, dass das Protokoll tatsächlich sicher ist, keine Fehler birgt und keine Hintertüren für Geheimdienste enthält. Ein weiterer gravierender Nachteil des proprietären Protokolls ist die weiterhin fehlende 64-Bit-Version.

Die aktuelle Version von Skype ist 2.0, veröffentlicht vor über eineinhalb Jahren. Die kommende Version 2.1 wird offenbar bessere Audio- und Videoqualität bei geringerem Bandbreitenbedarf, SMS-Versand, eine optionale Anbindung an PulseAudio und weitere kleine Verbesserungen bringen.

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