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Mo, 23. November 2009, 12:17

Gesellschaft::Politik/Recht

Sercos III Middleware-Bibliothek unter der LGPL veröffentlicht

Die Treiber-Bibliothek für das Echtzeit-Ethernet-Protokoll Sercos III steht jetzt als Open-Source-Software zur Nutzung bereit.
Von Martino

Auf Sorceforge.net wurde das Projekt »Common SERCOS Master API« am 20.10.2009 eingerichtet. Die Treiberbibliothek konnte unter der LGPL veröffentlicht werden, obwohl der Protokollstack weltweit patentiert ist. Der Grund: Die Rechte der Patente liegen in den Händen der Benutzerorganisaton, der gemeinnützigen SERCOS International e.V.

Sercos III ist damit nach Angaben des Geschäftsführers von Sercos International e.V., Peter Lutz, das einzige Protokoll für High-Performance-Ethernet in Echtzeit, das ohne Lizenzgebühren und Nutzungsbeschränkungen verwendet werden kann. Im Zuge der Offenlegung kooperiert Sercos International mit dem Open Source Automation Development Lab (OSADL), einer eingetragenen Genossenschaft, die Open-Source-Software im Maschinenbau fördert. Eine Herausgabe des »Ethercat-Master« für Linux unter einer Open-Source-Lizenz durch die OSADL war 2008 aufgrund der Lizenzbedingungen gescheitert, obwohl die Treiberbibliothek bereits fertiggestellt war.

Die digitale Antriebsschnittstelle SERCOS interface, 1985 im Markt eingeführt, hat sich seit Beginn der 90er Jahre zu einem Standard für Motion-Control-basierte Automatisierungssysteme entwickelt. Vereinfacht gesagt, wird es mit SERCOS möglich sein, Steuerungen des Herstellers X mit Antrieben des Herstellers Y zu kombinieren. Dies ist in der Automatisierungstechnik ungewöhnlich, denn normalerweise werden alle Komponenten von einem Hersteller geliefert. SERCOS wird aktiv unterstützt von 50 Steuerungs- und über 30 Antriebsherstellern weltweit. Bei Druckmaschinen hat sich die Lösung als quasi-Standard durchgesetzt, in der Verpackungsindustrie ist es sehr verbreitet. SERCOS III ermöglicht es, maximal 511 Teilnehmer in einem Netzwerk zu betreiben. Zusätzlich zu Echtzeitdaten können nicht-zeitkritische Daten parallel über den Leiter übertragen werden.

Der Geschäftsführer von SERCOS International, Peter Lutz, äußerte sich gegenüber der Fachzeitschrift »Maschinenmarkt« dahingehend, dass Linux sich im Maschinenbau als Standard durchsetze. Daher sei es für Hersteller und Anwender von Vorteil, wenn der Mastertreiber von Sercos III Bestandteil des offiziellen Linux-Kernels werde. »Mit der Offenlegung wird es für Hersteller viel einfacher, an Verbesserungen und Erweiterungen der Software zu partizipieren«, erklärt Lutz.

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