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Mo, 7. Dezember 2009, 17:40

Gesellschaft::Politik/Recht

MuPDF-Entwickler verklagen Palm wegen GPL-Verletzung

Die auf PostScript- und PDF-Verarbeitung spezialisierte Firma Artifex hat Palm wegen einer angeblichen GPL-Verletzung im Palm Pre verklagt.

Artifex ist die Firma, die Lizenzen und Support für die kommerzielle Verwendung von GhostScript und anderer freier Software verkauft. GhostScript begann als PostScript-Interpreter und behandelt heute auch PDF und nimmt eine zentrale Position in der Linux-Druckinfrastruktur ein. Gegenstand der Klage, die Artifex nun gegen Palm eingereicht hat, ist jedoch nicht GhostScript, sondern MuPDF, ein schlankes und damit für Mobilgeräte ideales Programm zum Ansehen von PDF-Dateien und ein Toolkit. Beides ist in portablem C geschrieben. MuPDF erlaubt die Darstellung in hoher Qualität mit Anti-Aliasing und unterstützt alle nicht interaktiven Funktionen von PDF 1.7.

Laut Artifex hat Palm seit dem Verkaufsstart des Palm Pre im Juni 2009 MuPDF lizenzwidrig mitgeliefert, was nun zur Klage beim Bezirksgericht von Nordkalifornien, am Standort von Artifex, führte. Für Unternehmen wie Palm gibt es, so Artifex, zwei Möglichkeiten, MuPDF legal zu verwenden: In Übereinstimmung mit den Bedingungen der GPLv3 oder durch Erwerb einer OEM-Lizenz von Artifex. Palm habe keines von beiden getan.

Schon beim Start des Palm Pre hatte Palm für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Erst nach Protesten, dass Palm gegen die GPL verstoße, hatte der PDA-Hersteller die Quelltexte zu WebOS freigegeben. WebOS ist das Linux-basierte Betriebssystem des Palm Pre.

Auch Artifex Software tritt nicht zum ersten Mal als Kläger in Erscheinung. Vor gut einem Jahr sah sich die Firma durch den Wahlmaschinenhersteller »Premier Election Systems«, eine Tochterfirma von Diebold, durch die Verletzung der Lizenz geschädigt und verklagte Diebold. Das Verfahren scheint noch offen zu sein. Das Unternehmen wurde zwischenzeitlich aber von Diebold an Election Systems & Software (ES&S) verkauft.

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