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Di, 8. Dezember 2009, 16:39

unattended-gui feiert fünften Geburtstag

Das Projekt »unattended-gui«, das am 26.12.2009 fünf Jahre alt wird, ist mittlerweile zu einer umfassenden Systemverwaltung gewachsen.

Entstanden ist »unattended-gui« ursprünglich als grafische Oberfläche für das Projekt unattended. Ziel des Vorhabens war es laut Aussage des Projektgründers Mario Gzuk, die Unzulänglichkeiten des automatischen Programm-Installers für Windows und die fehlende Updatemöglichkeit der Linux-Boot-Disk auszugleichen. Inzwischen hat sich das Projekt zu einer kompletten Netzwerk- und Lebenszyklus-Verwaltung entwickelt. Betriebssystem-Installation, Softwareverteilung und Patch-Verwaltung werden ergänzt durch die Möglichkeiten der profilbasierten Linux-Boot-Umgebung. Dazu gehören unter anderem Verteilung über Multicast, Backup, Restore, Offline-Virusüberprüfung und Passwort-Wiederherstellung für Windows sowie Offline-Editieren der Registrierung.

Die Backup/Restore-Funktionalität ermöglicht das einfache Klonen von Systemen. Für die Verwaltung des Netzwerks stehen verschiedene Module zur Verfügung, wie Patchfeld-/Switchverwaltung, Standortverwaltung, Konfiguration von DHCP und DNS (LDAP), LDAP-Browser und -Editor, zentrale Cron-Verwaltung, PXE-Verwaltung, SSH-Client und die Verwaltungsmöglichkeit mehrerer Syslog-Server. Für die Dokumentation ist ein Wiki integriert.

Durch sogenannte Konnektoren, die sich direkt an die inventarisierten Geräte anhängen, ist eine Möglichkeit geschaffen, Informationen über Geräte von externen Quellen zu sammeln. Hier gibt es bereits Anbindungen an Bugzilla, OCSinventory-ng, Request Tracker, Prüflisten, Kommentare, Status sowie Hard-/Softwaredetails (Netzwerk, CPU, Software, Massenspeicher, Umgebungsvariablen, Anzeige, Betriebssysteme). Durch die Verzahnung der einzelnen Module lässt sich der Funktionsumfang erweitern.

Die Philosophie des Projektes folgt prinzipiell dem KISS-Prinzip, dazu gehört auch die Minimierung der verwendeten Programmiersprachen (PHP, JavaScript, bash, cmd). Durch den modularen Aufbau lässt sich das System auch für einzelne Aufgaben benutzen. Die komplette Verwaltung ist webbasiert und lässt sich durch die diversen Authentifizierungsmöglichkeiten in bestehende Infrastrukturen integrieren. Dazu gehören LDAP, Active Directory, Datenbank und IMAP.

Die Oberfläche der Entwicklung ist vom Code komplett getrennt. Somit ist es möglich, über HTML-Themes das Aussehen anzupassen. Ein einfaches Rechtesystem ermöglicht es, die Berechtigungen einzelner Benutzer oder Gruppen einzuschränken. Globale Module bieten gesammelte Funktionen der einzelnen Module im Überblick, die Suche kann über alle Module/Konnektoren erfolgen und ein Kalender zeigt die abonnierten Kalender der einzelnen Module an.

Neben der Möglichkeit, alle unterstützen Windows-Versionen automatisch zu installieren, ermöglicht unattended-gui auch die Einrichtung diverser Linux-Distributionen. Hierzu gehören alle Distributionen, die mit den Installationsroutinen kickstart, presseed und AutoYast kompatibel sind. Die Softwarebeschreibungen liegen zentral auf der Sorceforge-Seite für die Synchronisation bereit. Hier existieren bereits Repositorien für Updates und frei erhältliche Programme.

Der größte Nachteil des Projektes ist die spärliche Dokumentation, die von Entwicklerseite her aber durch »on-demand documentation« und durch Hilfe via Mail/ICQ/Jabber/AIM ausgeglichen wird. Das System ist nach Angaben von Gzuk bereits in mehreren großen Umgebungen produktiv im Einsatz, teilweise werden über tausend Clients damit verwaltet.

Einen ersten Einblick und mehr Informationen finden Interessenten auf der Webseite des Projektes, die gleichzeitig eine kleine Demo-Installation darstellt. Desweiteren gibt es zum Testen ein Vmware-Image auf Basis von Ubuntu 8.04 LTS. (Mario Gzuk/hjb)

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