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Di, 22. Dezember 2009, 14:25

Gesellschaft::Politik/Recht

Ergebnisse der zweiten Wiener Open-Source-Studie veröffentlicht

Eine klare Entscheidung zwischen Linux und Windows in der Wiener Stadtverwaltung scheint nicht so schnell zu kommen.

Empörung rief im April 2009 die Absicht der Stadtverwaltung von Wien hervor, eine Studie über Kosten und Möglichkeiten der Migration von proprietärer auf freie Software nicht zu veröffentlichen. Diese Studie, STOSS 2, wurde erst im Sommer 2009 und damit später als geplant fertig. Sie war die Nachfolgeversion einer ersten »Studie Open Source Software« (STOSS), aufgrund der seit Juli 2005 OSS-Produkte für die Arbeitsplätze der Stadt Wien angeboten werden. Nachdem die Server der Stadt schon lange mit Linux liefen, konnten die Mitarbeiter der Stadt auf Wunsch das Debian-basierte Linux-System Wienux zum Arbeiten nutzen. Eine Umstellung von möglichst vielen Arbeitsplätzen auf Linux, wie in München beschlossen und umgesetzt, gab es bei dieser »sanften Migration« nicht.

Nun wurde zwar nicht die Studie STOSS 2 selbst, aber einige Ergebnisse der Studie veröffentlicht. Es handelt sich um eine fünfseitige PDF-Datei, die zum Download bereitsteht. Dieses Dokument besagt im Wesentlichen, dass erst einmal alles wie bisher bleibt. Es wurden vier Handlungsalternativen untersucht, die sich mit Linux statt Windows und OpenOffice.org statt MS Office befassen. Die erste Alternative besteht darin, dass die Dienststellen die freie Wahl haben, was sie einsetzen. Bei Windows zu bleiben, aber generell MS Office durch OpenOffice.org zu ersetzen, ist die zweite Option. Die dritte Option ist, gleich zu OpenOffice.org und ab 2011 auch zu Linux zu wechseln. Die vierte Option ist, ganz bei Microsoft zu bleiben. Die Autoren der Studie denken nicht, dass ein vollständiger Ersatz von Microsoft-Produkten zu machen sei, selbst in München sei das nur für 80% der Arbeitsplätze möglich.

Der Grund für die nicht vollständige Umsetzbarkeit der Migration ist wie fast überall die Abhängigkeit von Software, die für Microsoft-Produkte geschrieben wurde und keinen direkten Linux-Ersatz hat. Meist sind dies spezifisch für die Verwaltung entwickelte Programme, oftmals auch selbst geschriebene. Dennoch setzt die Stadt bereits einige Open-Source-Programme auf dem Desktop ein, darunter PDF Creator, PortableSigner, Firefox, OpenOffice.org, GanttProject und Freemind. Nach Ansicht der Autoren der Studie muss daher die erste Option, die Koexistenz von freier und proprietärer Software, noch längerfristig beibehalten werden.

Open Source Software (OSS) ist damit in Wien keineswegs vom Tisch, auch wenn die Stadt wohl eine Menge Geld ausgeben wird, um »die zur Sicherheit und Weiterführung des Betriebs erforderlichen Upgrades von Microsoft-Produkten« durchzuführen. Maßnahmen sind laut den Angaben des Dokuments ein Förderwettbewerb »Open Source für Wien«, eine »umfassende Informationskampagne« zur Nutzung von OSS am Arbeitsplatz, einschließlich Schulungen für OpenOffice.org, und eine fortwährende Evaluierung von OSS-Lösungen, die irgendwann auch in einen »forcierter Einsatz« münden könnten. Wann dieses Irgendwann eintritt, ist jedoch noch völlig offen.

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