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Di, 26. Januar 2010, 14:55

Software::Kommunikation

EU fördert Entwicklung des freien multilingualen Übersetzungswerkzeugs MOLTO

Die Europäische Union gibt Jahr für Jahr etwa eine Milliarde Euro aus, um all ihre Dokumente in die 23 Sprachen ihrer Mitglieder zu übersetzen. Dieser Betrag könnte sich bald reduzieren, denn in diesem Jahr fördert sie das MOLTO-Projekt (»Multilingual on-line translation«) mit 2,3 Millionen Euro, die aus dem Seventh Framework Programme (FP7) für »Informations- und Kommunikationstechnologien« kommen (FP7-ICT-247914).

Das MOLTO-Projekt wird von der schwedischen Universität Göteborg koordiniert und hat das hehre Ziel, eine Anwendung zu entwickeln, die Texte in Echtzeit und hoher Qualität zwischen verschiedenen Sprachen übersetzen soll. Die einzelnen Sprachen sollen sich als Module laden und austauschen lassen, der Prototyp bereits die Mehrzahl der in der EU gesprochenen Sprachen handhaben können. Übersetzer müssten dann nicht mehr die kompletten Texte in eine andere Sprache übertragen, sondern nur noch die Übersetzungen prüfen und schwierige Passagen überarbeiten.

Die wichtigste in MOLTO verwandte Technik ist das unter GPL stehende Grammatical Framework (GF), welches die grammatikalischen Formalismen verschiedener Sprachen in einer einheitlichen abstrakten Syntax beschreibt. Bisher kann GF mit bis zu zehn Sprachen gleichzeitig umgehen, die Software soll jedoch erweitert und leistungsfähiger gemacht werden. Die Projektteilnehmer, neben der Universität Göteborg sind die finnische Universität Helsinki, die Polytechnische Universität Katalaniens in Spanien und die Firmen Ontotext (Sofia, Bulgarien) und Matrixware GmbH (Wien, Österreich) beteiligt, wollen GF zudem benutzerfreundlich machen, damit auch Übersetzer, die keine GF-Experten sind, mit der Software klar kommen. Der forschungsintensivste Teil von MOLTO wird die zweiwegige Interoperabilität zwischen ontologischen Standards (OWL) und GF-Grammatiken sein und eine Erweiterung für regelbasierte Übersetzung mittels statistischer Methoden. Die OWL-GF-Interoperabilität soll MOLTO befähigen, multilinguale auf natürlichen Sprachen basierende Interaktionen maschinenlesbar zu machen.

Die Ergebnisse des Projekts sollen als Open-Source-Bibliotheken veröffentlicht werden, die in Übersetzungsprogrammen und Webseiten verwendet werden können, um den gewöhnlichen Arbeitsablauf zu beschleunigen. Als Beispiele planen die Forscher drei webbasierte Demonstrationsanwendungen: Matheaufgaben in 15 Sprachen, Patent-Daten in mindestens drei Sprachen und die Beschreibung eines Museumsobjekts in ebenfalls 15 Sprachen. Das MOLTO-Projekt beginnt am 1. März dieses Jahres und soll über einen Zeitraum von drei Jahren laufen.

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