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Do, 4. Februar 2010, 12:42

Gesellschaft::Politik/Recht

Black Duck patentiert Suche nach Lizenzproblemen

Black Duck, ein Unternehmen, das andere Unternehmen dabei unterstützt, beim Einsatz freier Software lizenzkonform zu bleiben, hat den Kern seines Verfahrens in den USA patentieren lassen.

Das Patent US 7,552,093 B2 beschreibt das automatische Identifizieren von jeglichen Daten, die von Copyright geschützt sein könnten, darunter Software, Video, Audio, Texte, Bilder und vieles mehr. Es beschreibt ferner Methoden, eventuelle Lizenzkonflike zu lösen. Laut Black Duck ist dies die Technologie im Kern der Black Duck Suite, einer Software, die angeblich auf eine Wissensbasis von hunderttausenden von Open-Source-Projekten zurückgreift, um deren Lizenzkompatibilität und die Einhaltung der Lizenz beim Einsatz in Unternehmen zu prüfen.

Wie die meisten Patente auf Software und Verfahren versucht auch dieses Patent, seine Ansprüche sehr weit zu stecken. Insgesamt 28 Ansprüche erhebt das Patent, wobei fraglich ist, ob Black Duck die in den Ansprüchen genannten anderen Daten außer Quellcodedateien überhaupt je behandelt hat. Ein oft geäußerter Kritikpunkt an solchen Patenten ist, dass die Ansprüche wenig, wenn überhaupt, Innovatives enthalten.

Bradley Kuhn, Rechtsanwalt, Programmierer und Berater der Free Software Foundation, sieht in dem Patent ein weiteres sehr dummes Patent, wie sie das US-Patentamt täglich zu Hunderten bewilligt. Es lohne sich nicht, sich über jedes dumme Patent des US-Patentamts aufzuregen, das sei Zeitverschwendung. In diesem Fall regt sich Kuhn dennoch auf, denn das Patent betrifft ihn persönlich. Es beschreibt nach seinen Angaben genau die Tätigkeit, die er seit über zehn Jahren manuell und mit seinem Rechner ausübt. Dabei benötige er nichts weiter als »grep« und ein paar schnell geschriebene Perl-Skripte mit höchstens zehn Zeilen. Der beschriebene Vorgang sei so offensichtlich, dass es ihm nie in den Sinn gekommen wäre, seine Zeit für eine Patenteinreichung zu opfern. Mehr noch, es sei pure Zeitverschwendung, ein Softwaresystem zu schreiben, das dies automatisiert.

Black Duck hat damit ein weiteres Mal gezeigt, so Kuhn weiter, dass die Firma lediglich Profit aus der Furcht einiger Leute vor freier Software schlagen will. Die Software von Black Duck selbst ist proprietär und nun auch patentiert. Das Ziel der Firma besteht laut Kuhn darin, Unternehmen mit Schreckens-Szenarien dazu zu bringen, völlig unnötige Software zu kaufen. Mit freien Lizenzen konform zu bleiben, sei für Unternehmen viel einfacher, als es Berater wie Black Duck glauben machen wollen. Dazu bedürfe es keiner überteuerten Analyse-Software.

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