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Mo, 8. Februar 2010, 15:53

Gemeinschaft::Personen

Richard Stallman unterstützt Protest gegen Berner Übereinkunft

FSF-Präsident Richard Stallman nimmt an einer Demonstration gegen die Berner Übereinkunft zum Urheberrecht am 11. Februar in Bern teil.

Richard Stallman

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Richard Stallman

Wie die »parlamentarische Gruppe Digitale Nachhaltigkeit« des Schweizer Parlaments mitteilt, findet am 11. Februar ein Protest gegen die Berner Übereinkunft auf dem Unteren Waisenhausplatz in Bern statt. Prominenter Gast wird dabei Richard Stallman, Gründer und Präsident der Free Software Foundation (FSF) sein. Organisatoren sind CHOOSE, die Schweizer Gruppe für objektorientierte Systeme und Umgebungen und /ch/open, Förderer offener und freier Systeme.

Die Berner Übereinkunft wurde in einer Zeit verabschiedet, als an das Internet noch nicht zu denken war. Sie bildet die Grundlage des Urheberrechts in vielen Staaten. Die Organisatoren des Protests sehen sie ebenso wie Richard Stallman als überholt an und bezeichnen sie als inakzeptabel in der Internet-Ära. Ihre Kritikpunkte sind, dass das Urheberrecht viel zu lange gelte und dass der »Drei-Schritte-Test« für Ausnahmen zum Urheberrecht den Urheber über die Öffentlichkeit stelle und Freiheiten einschränkt, die die Internet-benutzende Öffentlichkeit nach ihrer Ansicht haben muss. Auch wird kritisiert, dass jedes Werk automatisch unter das Urheberrecht fällt. Stattdessen sollen Werke nur urheberrechtlich geschützt sein, falls sie eine Copyright-Notiz enthalten.

Richard Stallman, dessen GPL selbst stark auf der Berner Übereinkunft beruht, allerdings zusätzliche Rechte erteilt, anstatt sie zu entziehen, schließt sich dem Protest an: »Das Urheberrecht entwickelte sich im Zeitalter der Druckpresse und wurde daher für ein System entworfen, in dem aufgrund der Drucktechnologie zentralisiert vervielfältigt wurde. Aber das Urheberrecht passt nicht gut zu Computer-Netzwerken, und nur drakonische Strafen können es durchsetzen. Die globalen Unternehmen, die vom Urheberrecht profitieren, setzen sich für drakonische Strafen und Vermehrung ihres Einflusses durch das Urheberrecht ein, während sie gleichzeitig den Zugang der Öffentlichkeit zu Technologie unterdrücken. [...] Das bestehende Urheberrecht macht einige Stars sehr reich, unterstützt einen kleinen Teil der Künstler adäquat und ist ein elendes Versagen für den Rest.«

Das Urheberrecht ist immer ein Kompromiss zwischen den Interessen der Urheber und der Allgemeinheit (Gemeinschaftseigentum, Public Domain). Nach Ansicht der Organisatoren des Protests besteht derzeit kein fairer Ausgleich zwischen Öffentlichkeit und Urhebern.

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