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Do, 6. April 2000, 08:59

Unternehmen

Linux inkompatibel zu Linux?

Ein schlagendes Beispiel für die Dummheit von sogenannten Analysten macht derzeit die Runde.

Bill Eppifanio und Judith Hurwitz verbreiteten die Ansicht, daß eine Aufsplittung von Linux in inkompatible Versionen unvermeidlich sei. Linux sei der Nachfolger von UNIX, und UNIX habe sich in etliche inkompatible Versionenn zersplittert. Gerade die Verfügbarkeit des Quellcodes von Linux führe dazu, daß jeder seine eigene inkompatible Version erstellen könne. Diese Meinung wird von der Open-Source-Gemeinschaft jedoch einhellig als blanker Unsinn bezeichnet.

Schon die Vorstellung, Linux sei der Nachfolger von UNIX, ist falsch. Die daraus gezogenen Schlüsse jedoch ignorieren sämtliche Tatsachen. Jeder, der eine Aufsplittung prophezeit, sollte erst einmal einen Präzedenzfall liefern. UNIX kann hier aus mehreren Gründen nicht als Beispiel gelten. Zum einen war UNIX nie frei, geschweige denn GPL, zum anderen kam es auf einem sehr weiten Bereich von Hardware zum Einsatz, die jeweils herstellerspezifische Anpassungen erforderten.

Allein schon die GPL verhindert, daß Linux sich in inkompatible Versionen aufsplittet. Es ist ein großer Anreiz vorhanden, Änderungen und Erweiterungen wieder in die Haupt-Entwicklungslinie einfließen zu lassen. Dazu kommt die Bequemlichkeit der Entwickler. Es ist hundertmal einfacher, eine Verbesserung ins ursprüngliche System einzubringen (auch wenn dafür manchmal viel Ausdauer notwendig ist), als ein komplett neues Projekt zu beginnen und auf Dauer zu pflegen. Denn wer sich von der Hauptlinie abkoppelt, kann auch von den Verbesserungen, die andere vornehmen, nur noch eingeschränkt profitieren.

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