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So, 14. Februar 2010, 11:12

Gesellschaft::Wissenschaft

simon listens forscht an Spracherkennung für Senioren

Der gemeinnützige Verein »simon listens« hat ein Forschungsprojekt gestartet, dessen Ziel es ist, die Open-Source-Sprachsteuerung simon für Senioren nutzbar zu machen. Die Forschungspartner des Vereins sind die technische Universität Graz, die HTBLA Kaindorf, die Rehabilitationsklinik Maria-Theresia, die KFU-Forschungsstelle Österreichisches Deutsch und Humanitas Stadtresidenz Graz, die benötigten Gelder stellt das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMfVIT) Österreichs im Rahmen seines Programms BENEFIT bereit.

Simon ist eine Sprachsteuerungssoftware, die ursprünglich entwickelt wurde, um moderne Informationstechnologie für Menschen mit Behinderung leichter nutzbar zu machen. Simon basiert auf dem Hidden Markov Model Toolkit (HTK), HADI-BOMP und der Open-Source Large Vocabulary CSR Engine Julius. Durch die gewählten Anwendungen, die in Simon integriert wurden, ist das System sehr gut für Menschen mit Sprachproblemen geeignet. Simon wird nicht wie andere Spracherkennungssoftware mit vorgefertigten Sprachmodellen ausgeliefert, sondern Anwender können ihr eigene Sprach- und Akustikmodell erstellen. Aufgrund der großen Menge an nötigen Trainingsdaten ist simon so zwar nicht für Diktate geeignet, kann aber jedem Dialekt und jeder Sprechweise angepasst werden.

Nachdem simon listens mit simon bereits eine funktionierende Spracherkennung geschaffen hat, denkt der Verein nun darüber nach, die Software auch für andere Zielgruppen nutzbar zu machen, und hat dabei die Bedürfnisse älterer Menschen im Blick. Um die Software auf die Senioren zuzuschneiden, haben der Verein und dessen Partner ein Forschungsprojekt gestartet, in welchem sie die Herangehensweise der Senioren in bestimmten Situationen studieren wollen. Die am Ende stehende Lösung soll nicht nur das Surfen im Internet, Mailen, Telefonieren und allgemeine Steuern von Computern ermöglichen, sondern auch neue Dialogsteuerungssysteme, Steuerungssysteme für Roboter und Hilfsmittel wie Lifte und Rollstühle und Systeme, die im Dialog an Medikamente, Trinken, Termine oder Bestätigungen erinnern, hervorbringen.

Die Forscher nehmen an, dass sie mit diesem Projekt auf der bisherigen Entwicklung von simon basierend alle bisherigen Entwicklungen im europäischen Raum in diesem Bereich massiv verändern könnten. Als Ergebnis ihrer Arbeit soll die Spracherkennungssoftware simon älteren Menschen auf generalisierbaren und individuellen Ebenen helfen. Auf generalisierter Ebene nennen die Projektteilnehmer die Schaffung eines Frameworks, das Senioren ohne EDV-Kenntnisse Zugang zu Computern ermöglicht. Hierunter fallen mögliche Einsatzszenarien wie Multimediaanwendungen, Zeitung lesen, etc., die mit einem bereits mitgelieferten Sprachmodell arbeiten, das sich aber bei massiven Sprachproblemen weiterhin trainieren und anpassen lässt. Unter individualisierten Einsatzszenarien verstehen die Forscher Direkttelefonate über VoiP, Kontrolle von Finanzen und Transaktionen, das Versenden von Warnmeldungen bei bestimmten Stichwörtern oder Medikamentenerinnerung durch Dialogsteuerung.

Aktuell ist Simon für Linux und Windows erhältlich. Die Software ist in den Spracherkennungsserver simond, den zugehörigen Client simon und ksimond, ein grafisches Frontend für den Server unterteilt. Aufgrund dieser Architektur kann der Server mit mehreren Endgeräten gekoppelt werden, und so etwa einen kostengünstigen Einsatz der Technologie in Pflegeheimen oder anderen Einrichtungen ermöglichen. Das Forschungsprojet soll über einen Zeitraum von 1,5 Jahren laufen.

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